Laurent Quintreau: Und morgen bin ich dran: Das Meeting
Unionsverlag, 192 Seiten, 16,90 Euro
Am Sitzungstisch eines internationalen Unternehmens sitzen elf Manager: Der Vorstandsvorsitzende präsentiert Zahlen, Budgets und Umstrukturierungspläne, doch die Gedanken seiner Topleute sind ganz woanders: Während sich Frau Meyer mit Tranquilizern ruhig stellt, sieht sich Emporkömmling Vals schon auf dem Chefsessel.
Der lamentierende Tissier wird von seinen Hämorrhoiden geplagt, der Choleriker Stoeffer erregt sich an Mordfantasien. So verschieden ihre Gedanken auch sind: In ihrer Gier nach Karriere und ihrer Angst vor Entlassung sind sie sich alle gleich. Spannend geschrieben, klug konstruiert: Das brillante Porträt der heutigen Business-Welt.
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Judith Hermann: Alice
S. Fischer Verlag, 192 Seiten, 18,95 Euro
Als vor elf Jahren Judith Hermanns erster Erzählband Sommerhaus, später erschien, wurde die Berliner Jungautorin als begabteste neue Stimme der deutschen Literatur gefeiert. Lange haben ihre Leser auf ein neues Buch gewartet - zuletzt ist Nichts als Gespenster im Jahr 2003 erschienen.
Auch Alice ist eine Sammlung von Erzählungen - sie alle drehen sich um den Verlust eines Menschen durch den Tod. In den Feuilletons der Zeitungen wird Hermanns neustes Werk bereits kontrovers diskutiert. Doch die Autorin beweist mit Alice erneut, dass sie zu den sprachgewaltigsten Schriftstellern der jüngeren Generationen gehört.
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Ralf Rothmann: Feuer brennt nicht
Suhrkamp Verlag, 303 Seiten, 19,80 Euro
Das Paar Alina und Wolf zieht an den grünen Rand Berlins. Am Müggelsee, wo die Unterschiede zwischen Ost und West noch nicht verwischt sind, fühlt sich Wolf zunehmend überfordert von dem alltäglichen Zusammenleben und der Enge der Wohnung.
Als plötzlich Charlotte auftaucht, eine Geliebte aus der Vergangenheit, ergreift Wolf die Flucht in ein neues Leben - das nicht unentdeckt bleibt. Ralf Rothmann hat eine düstere Liebesgeschichte mit faszinierender Sprachkraft geschrieben.
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ZDF / 3sat (Hrsg.): Uns fehlen die Worte
dtv, 128 Seiten, 7,90 Euro
Der vom Fernsehsender 3sat veranstaltete Wettbewerb Uns fehlen die Worte, der jetzt zu Ende gegangen ist, suchte nach neuen Wörtern für bislang unbenannte, aber nicht unbekannte Dinge, Gefühle und Phänomene: So zum Beispiel Regenwürze für den Geruch nach einem Sommerregen.
Oder balzwund für einen Menschen, der während eines Liebeskummers untröstlich bleibt. Oder Glimmerli für das kleine Licht im Lichtschalter, das auch im Dunkeln glimmt. Der Band stellt die schönsten Wortkreationen vor. Ab November ist er im Handel erhätlich.
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Oliver Bottini: Jäger in der Nacht
Scherz Verlag, 336 Seiten, 14,95 Euro
Nichts verbindet Nadine, die reiche, gelangweilte Studentin aus Freiburg, und Eddie, den einzelgängerischen, gewalttätigen Fünfzehnjährigen aus einem Dorf am Rhein. Bis auf eines: Beide sind innerhalb weniger Tage spurlos verschwunden. Kommissarin Bonì glaubt nicht an einen Zufall.
Als Eddies Leiche gefunden wird und kurz darauf ein gutsituierter Familienvater einem grausamen Mord zum Opfer fällt, klären sich die grausamen Hintergründe des Falls langsam aber sicher auf. Oliver Bottini, zweifach mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet, hat einen spannenden Kriminalroman nach traditionellem Muster und mit überzeugenden Charakteren geschrieben.
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