Baronesse Pannonica den Koenigswarter: Die Jazzmusiker und ihre drei Wünsche
Reclam Verlag, 320 Seiten, 34,90 Euro
Inzwischen ist sie eine Legende, die Baronesse mit dem klingenden Namen Pannonica de Koenigswarter. In den fünfziger und sechziger Jahren war sie Freundin, Vertraute und Mäzenin der großen Jazzer in New York. Ein zu Lebzeiten der Baronesse unrealisiertes Buchprojekt erscheint nun auch in deutscher Übersetzung.
Mit einer Polaroidkamera porträtierte sie ihre Musikerfreunde Thelonious Monk, John Coltrane, Ornette Colemann, Miles Davis und viele andere, und fragte nach ihren drei größten Wünschen. Das Ergebnis ist eine beeindruckende
Dokumentation der damaligen Jazzszene, die in Frankreich von der Academie du Jazz zum Buch des Jahres 2006 gewählt wurde.
www.reclam.de
Rüdiger Liedtke: Wir privatisieren uns zu Tode
Eichborn Verlag, 264 Seiten, 16,95 Euro
Der renommierte Autor wirtschaftskritischer Bücher will in seiner neuen Veröffentlichung zeigen, für wie gefährlich er den Privatisierungswahn hält: Wer hilft den Patienten, wenn private Krankenhäuser pleite gehen? Was, wenn sich nur noch Reiche Bildung leisten können?
Und wer springt ein, wenn das private Gefängnis-Management das Weite sucht? Was passiert eigentlich, wenn private Versorger plötzlich keinen Strom, kein Wasser liefern können? Liedtke ist der Ansicht, dass der Staat dabei ist, seine Sicherheitsgarantien gegenüber den Bürgern abzutreten und damit die Daseinsfürsorge aufzukündigen. Eine hoch spannende, brisante Studie.
www.eichborn-verlag.de
John von Düffel: Beste Jahre
DuMont, 246 Seiten, 19,90 Euro
Ein Schauspieler stellt fest, dass das Dramatische aus seinem Leben verschwunden ist: Mit Anfang Vierzig muss er nicht mehr jedem Rock hinterherlaufen. Zusammen mit seiner Frau Lisa genießt er die ruhiger gewordene Zeit. Doch die beiden gestehen sich ein, dass sie mit einem Kind noch glücklicher wären. Doch auf Kommando ist da nichts zu machen, ihr Fruchtbarkeitswettbewerb führt zu keinem Ergebnis.
Also lassen sie sich helfen. Und das Dramatische kehrt in ihr Leben zurück. John von Düffel macht aus dem aktuellen Thema der späten Familie einen höchst gewitzten Roman.
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Julia Franck: Die Mittagsfrau
Fischer Verlag, 432 Seiten, 19,90 Euro
Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkriegs, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene.
Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Julia Franck erzählt in ihrem großen neuen Roman ein Leben, das in die Mühlen eines furchtbaren Jahrhunderts gerät, und wurde dafür in diesem Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.
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Felix Huby: Der Bluthändler
Scherz, 320 Seiten, 14,90 Euro
Wie Tausende anderer wartet auch der Unternehmer Frederic Mende auf ein Herztransplantat. Als er bei einer Veranstaltung zusammenbricht, ist überraschend das geeignete Organ vorhanden. Doch zwischen Entnahme und Implantation wird die Kühlung unterbrochen.
Das neue Herz ist zerstört. Eine raffinierte Methode, jemanden zu ermorden. Kommissar Heiland tritt mit seinen ersten Recherchen eine Lawine los. Woher kommen die Ersatzorgane, die Professor Schultes erstaunlich oft zum exakt richtigen Zeitpunkt parat hat? Müssen Menschen sterben, damit andere überleben können? Ein spannender Krimi des Routiniers Felix Huby.
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