10. Oktober 2008
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Business-Knigge 

Buch-Tipps

Unsere Lesetipps für März




Charlotte Roche: Feuchtgebiete
DuMont Verlag, 220 Seiten, 14,90 Euro
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen im Krankenhaus. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen.

Provokant schreibt die als TV-Moderatorin bekannt gewordene Charlotte Roche gegen Hygienehysterie und sterilen Körperkult an.
www.dumontverlag.de


Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten
Berlin Verlag, 1392 Seiten, 36 Euro
Der fiktive Lebensbericht eines hohen SS-Offiziers sorgt derzeit für eine Sensation auf dem Buchmarkt. Denn der Franzose Jonathan Litell hat mit seinem schonungslos aus der Täterperspektive geschilderten Epos ein Tabu gebrochen: Den Verbrechern des Holocaust eine menschliche Stimme zu verleihen, verhöhne die Opfer, sagen die einen Kritiker.

Andere sagen, dass nur so die wahren Dimensionen des Nationalsozialismus begreifbar würden. „Die Wohlgesinnten“ ist jetzt schon das meistdiskutierte Buch des Jahres.
www.berlinverlage.de


Götz Aly: Unser Kampf - 1968
Fischer Verlag, 256 Seiten, 19,90 Euro
Anders als die gängige Veteranen-Literatur zum Thema „Achtundsechziger“ zeichnet der streitbare Historiker Götz Aly ein provokantes Bild der Sixties-Revolte: Anhand neuer Quellen analysiert er die „Bewegung“ von 1968 als speziell deutschen Spätausläufer des totalitären 20. Jahrhunderts und kommt zu dem Schluss: Die revoltierenden „Blumenkinder“ waren der Jugendbewegung von 1933 auf fatale Weise sehr ähnlich.

Und sie haben den gesellschaftlichen Umbruch mitsamt der „sexuellen Befreiung“ keineswegs herbeigeführt. Sondern sie waren selbst die Spitze eines Umbruchs, der bereits vor 1986 die Gesellschaft langsam aber sicher erschütterte. Eine erfrischend anders denkende Studie.
http://www.fischerverlage.de/


Charles Scott Richardson: Das Ende des Alphabets
Piper Verlag, 144 Seiten, 16,90 Euro
Ambrose Zephyr bewohnt mit seiner Frau Zipper ein schmales, mit Büchern vollgestopftes viktorianisches Reihenhaus. Die beiden sind seit Jahrzehnten ein Paar. Nun muss Ambrose sterben, nur noch wenige Wochen bleibt dem Paar zum Verabschieden. Da zieht Ambrose den rindsledernen Reisekoffer unter seinem Bett hervor und begibt sich mit Zipper auf eine Reise in die Vergangenheit.

Bei A wie Amsterdam fangen sie an, besuchen noch einmal Berlin, Chartres und die Pyramiden von Gizeh. Ein wunderschöner Liebesroman aus Kanada.
www.piper-verlag.de


Kevin Lewis: Kaitlyn
dtv, 432 Seiten, 8,95 Euro
Mitten in der Nacht rast ein Krankenwagen durch London. In letzter Minute wird das Leben des zweijährigen Christopher gerettet, den der Freund seiner Mutter brutal misshandelt und schwer verletzt hat. Der Täter kommt ins Gefängnis, aber der kleine Junge kehrt nie wieder nach Hause zurück. Seine drogensüchtige Mutter und ihre Tochter Kaitlyn bleiben allein. Kaitlyn glaubt, dass alles ihre Schuld ist. Sie will ihrer Mutter helfen, und sie will weg aus der Sozialwohnung in einem von Londons übelsten Vierteln. Vor allem will sie wieder mit ihrem kleinen Bruder zusammen sein.

Dreißig Jahre später sehen sich Kaitlyn und Christopher wieder. Der 1970 geborene Kevin Lewis erzählt hochaktuell und mitreißend von einer Familie, die von Alkohol und Gewalt zerfressen ist, und stellt die brisante Frage: Was ist Veranlagung, und was nehmen wir durch unser soziales Umfeld mit in unsere Persönlichkeit?
www.dtv.de

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Bildmaterial: Berlin Verlag, dtv, DuMont Verlag, Piper, S. Fischer