21. Dezember 2009

Buch-Tipps

Unsere Lesetipps für April




Joachim Gaertner: Ich bin voller Hass - und das liebe ich
Eichborn Verlag, 188 Seiten, 16,95 Euro
Durch den Amoklauf von Winnenden am 11. März hat Joachim Gaertners Dokumentarroman „Ich bin voller Hass - und das liebe ich“, der zufällig fast zeitgleich erschienen ist, an unheimlicher Aktualität gewonnen. Darin erzählt der Autor die Vorgeschichte zum Amoklauf an der Columbine High School in Littleton, Colorado, aus dem Jahr 1999 ausschließlich anhand von Tagebüchern, Interneteinträgen, Verhörprotokollen und Aussagen von Beteiligten.

So gewinnt man einen facettenreichen Einblick in den Tathergang und vor allem in die Gedankenwelt der Täter. Eine Antwort auf das „Warum?“ erhält man trotzdem nicht.
www.eichborn.de


Amélie Nothomb: Biographie des Hungers
Diogenes Verlag, 208 Seiten, 18,90 Euro
„Wäre ich ein Universum, ich ließe nur eine Macht gelten: den Hunger“, verkündet die Protagonistin von Amélie Nothombs Roman „Biographie des Hungers“. Dabei geht es ihr nicht nur ums Essen, sondern um einen entsetzlichen Mangelzustand des ganzen Wesens, „diese quälende Leere“. Die 41-jährige Französin erzählt in knapper, präziser Sprache - und gelegentlich mit trockenem Humor - von ihrer Kindheit und Jugend als Tochter eines Diplomaten, der ständig umzog.

Dabei gelingt ihr das faszinierende Porträt einer Jugend, die immer das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.
www.diogenes.de


Jón Kalman Stefánsson: Himmel und Hölle
Reclam Verlag, 231 Seiten, 18,90 Euro
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einer engen Landzunge Islands spielt der neue Roman des isländischen Erfolgsautors Jón Kalman Stefánsson, der 2005 mit „Das Knistern in den Sternen“ in Deutschland bekannt wurde. In „Himmel und Hölle“ berichtet Stefánsson vom harten Leben der isländischen Fischer und beschreibt anhand der Wirtin Geirprudur von den Mühen des Lebens „zwischen Himmel und Hölle“.

Dabei bezieht er immer wieder auf faszinierende Weise die karge Natur Islands in seine kraftvolle, mythisch aufgeladene Sprache mit ein.
www.reclam.de


Willa Cather: Schatten auf dem Fels
Manesse Bibliothek, 416 Seiten, 19,90 Euro
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts beginnt die Pariser Familie Auclair in Kanada ein neues Leben. Als ihre Mutter stirbt, wird die zehnjährige Cécile mit der Führung des Haushalts betraut. Vater und Tochter unterhalten eine kleine Apotheke. Doch ist Quebec mit seinen tiefen Wäldern und dem gefährlichen Tauschhandel mit den Indianern wirklich die richtige Umgebung für ein heranwachsendes Mädchen wie Cécile?

Immer öfter denken die Auclairs an eine Rückkehr nach Frankreich. Die amerikanische Schrifstellerin Will Cather (1873 bis 1947) war in Deutschland bislang unbekannt. Jetzt kommen ihre kraftvoll erzählten Romane, die meist von Pionieren im Kampf mit Wildnis und Natur berichten, auch auf Deutsch heraus.
www.randomhouse.de/manesse


Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Die Tote im Götakanal
Rowohlt Verlag, 10 Bände, je 8,95 Euro

Eine Leiche wird aus dem schwedischen Götakanal geborgen. Die Obduktion ergibt, dass die junge Frau vor ihrem Tod misshandelt wurde. Die Kriminalbeamten der Stockholmer Polizei stehen vor einem Rätsel, weil niemand das Opfer zu vermissen scheint. Nicht einmal ihr Name kann ermittelt werden. Aber Kommissar Martin Beck gibt nicht auf. Die sozialrealistischen Krimi-Klassiker von Maj Sjöwall und Per Wahlöö bleiben bis heute unübertroffen und waren die Vorbilder von Bestseller-Autoren wie Henning Mankell und Håkan Nesser.

Der Rowohlt Verlag gibt die Klassiker nun in einer Neuübersetzung und mit Vorworten bekannter Krimiautoren aus Skandinavien heraus. „Die Tote im Götakanal“ war der erste Teil der legendären Kommissar Beck-Reihe und erschien erstmals 1965.
www.rowohlt.de

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