Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) will die Managergehälter begrenzen. Nötig sei nicht nur ein Gesetz über Mindestlöhne, sondern auch über Maximallöhne, sagte der Vizekanzler auf dem Kongress des Europäischen Gewerkschaftsbundes in Sevilla. (zur Umfrage: )
Müntefering verwies auf Berichte, nach denen ein Fondsmanager im vergangenen Jahr 54 Millionen Dollar verdient habe. Dies stehe in keiner Relation zu den Einkommen der abhängig Beschäftigten. Eine zehnmal bessere Bezahlung könne er noch verstehen, eine hundertmal bessere nur noch schwer. "Aber tausendmal oder 5000 Mal besser geht nicht. Das muss auch eine Grenze haben", sagte Müntefering, der zur Zeit dem Rat der EU-Arbeits- und -Sozialminister vorsitzt. "Das muss angesprochen werden."
Wie schon in der von ihm angestoßenen Heuschrecken-Debatte sprach sich Müntefering dafür aus, den Kapitalismus zu bremsen und Finanzinvestoren stärker zu regulieren. Nötig seien klare politische Richtlinien für eine soziale und demokratische Politik in Europa. Dazu zähle auch der Einsatz für Mindestlöhne. Wer jeden Tag zur Arbeit gehe, müsse so viel verdienen, dass er davon ohne staatliche Unterstützung leben könne. "Das wollen wir erreichen, und das sollten wir in ganz Europa zum Ziel machen."
Text: nf., F.A.Z., 24.05.2007, Nr. 119 / Seite 13
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