Karrieresprung

Quer durch alle Bereiche: Ein konsistentes Entgeltsystem

Von Helge Benz

Karrieresprung - Serie bei FAZ.NET

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20. Februar 2004 Das Entwickeln und Erhalten eines konsistenten Entgeltsystems für alle Mitarbeitergruppen eines Unternehmens ist eine herausfordernde Aufgabe. Nur für den Tarifbereich bestehen weitgehend vorgegebene Systeme. Dies eröffnet den Personalverantwortlichen einerseits den notwendigen Freiraum, um flexible und leistungsorientierte Systeme einzuführen.

Andererseits stellt es sie vor eine immense Herausforderung: Sie müssen ein nachvollziehbares System gestalten, das einen deutlichen Bezug zu den Anforderungen der Stelle, der Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters und seinem Gehalt herstellt. Darüber hinaus wird die Stellenbewertung oft eingesetzt, wenn es darum geht, unterschiedliche Entgeltstrukturen und -systeme in verschiedenen Unternehmensteilen zu harmonisieren. In der Folge der starken Fusions- und Übernahmeaktivitäten der letzten Jahre wird diese Anwendung von Stellenbewertungen immer wichtiger.

Vergleichbarkeit herstellen

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, eine Vergleichbarkeit der Funktionen in unterschiedlichen Bereichen mit voneinander abweichenden Aufgaben herzustellen: Um diesen Gegensatz zu überwinden, entwickelten Entgelt-Experten von PricewaterhouseCoopers (PwC) bereits in den 80er Jahren die Strata-Methode. Mit Hilfe der Strata-Funktionsbewertung ist es möglich, alle Funktionen in einem Unternehmen anhand des selben Maßstabes zu bewerten. Dabei ist es wichtig, die Anforderungen an die Stellen zu bewerten - unabhängig von den Leistungen des Stelleninhabers.

Eine Kombination aus acht Kriterien (siehe Grafik linke Sparlte) hilft, unterschiedlichste Funktionen anhand eines einheitlichen Maßstabes zu bewerten.

Bewertung durch die Vorgesetzten

Die jeweiligen Vorgesetzten auf der zweiten oder dritten Ebene bewerten die Stellen - bei Bedarf auch unter der Moderation eines erfahrenen Beraters. Dieses Vorgehen stellt sicher, daß diejenigen Mitarbeiter die Funktionen bewerten, die die Anforderungen am besten beurteilen können. Dies erhöht die Akzeptanz des Systems und ist zudem ausgesprochen effizient: In einem drei- bis vierstündigen Bewertungsworkshop ist es möglich, bis zu 40 Positionen zu bewerten.

Quervergleiche

Möglichst alle Bewertenden und die Unternehmensleitung stellen in einem oder in mehreren Quervergleichen die Bewertungen aller Funktionen gegenüber. Dazu vergleichen sie die Funktionen nach funktionaler Zugehörigkeit (Organisationseinheiten) sowie nach Funktionsfamilien und passen sie gegebenenfalls in einem gemeinsamen Prozeß an. Dieser Quervergleich bestimmt entscheidend die Qualität und die Akzeptanz der Ergebnisse.

Bildung von Funktionsstufen

Die Bewertungsergebnisse zeigen auf, welche Stellen über ein gleiches Niveau an Anforderungen verfügen. Entsprechend lassen sich daraus Funktionsstufen bilden. Unterschiedliche Funktionen werden mit vergleichbarem Anforderungsniveau zusammengefaßt. Darauf aufbauend läßt sich ein Entgeltsystem entwickeln, das bei gleichem Anforderungsniveau die selben Vergütungschancen bietet.

Entgeltvergleichstool für Marktgehälter

Vergütungsvergleiche finden traditionell anhand kurzer Charakterisierungen der Standardfunktionen statt. Ein Vergütungsvergleich kann qualitativ deutlich höherwertige Ergebnisse liefern, wenn er den Wert der Stelle als allgemein gültigen Maßstab berücksichtigt. Ein von PwC entwickeltes internetbasiertes Entgeltvergleichstool ermöglicht es, Marktgehälter von betrieblichen Funktionen unter Berücksichtigung des Stellenwertes darzustellen. Gleichzeitig vergleicht es die Gehaltsdaten der Unternehmensmitarbeiter mit gleichem Stellenwert. Auf diese Weise sind treffsichere Aussagen über die Vergütungssituation einzelner Mitarbeiter im Vergleich zum relevanten Markt möglich.

Fazit

Eine professionell durchgeführte Funktionsbewertung kann viele Zwecke rund um das Thema Entgelt erfüllen. Dies gelingt insbesondere mit einem System, das aufgrund seiner Transparenz und leichten Verständlichkeit im Unternehmen eine hohe Akzeptanz findet. Diese Funktionsbewertung kann ebenfalls darüber hinaus gehende Anwendungsbereiche wie Personalentwicklung oder Überprüfung von Organisationsstrukturen unterstützen.

Helge Benz ist Manager bei PricewaterhouseCoopers, Human Resource Services, Frankfurt am Mai

E-mail: helge.benz@de.pwc.com

www.pwc.com/de



Text: @rwi
Bildmaterial: FAZ.NET

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