Karrieresprung

Ins Netz gegangen - Internetbewerbungen auf dem Vormarsch

Von Sörge Drosten

Karrieresprung - wöchentlich bei FAZ.NET

Karrieresprung - wöchentlich bei FAZ.NET

11. März 2005 Unternehmen und Personalberatungen setzen bei der Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften verstärkt auf das Internet. Stellensuchende nutzen das Internet, um offene Positionen auf Unternehmens-Homepages und Stellenbörsen zu identifizieren. Auch für die unkomplizierte Kontaktaufnahme zu Personalberatungen ist das Internet ein geeignetes Forum.

Unternehmen nutzen das Internet, um auf den firmeneigenen Homepages die aktuellen Vakanzen bekannt zu machen.

Stellenbörsen werden in den Rekrutierungsprozeß eingebunden

Während in Zeitungsanzeigen aus Budgetgründen nur ein Teil der offenen Positionen geschaltet wird, geben die Homepages der Unternehmen einen nahezu vollständigen Überblick über potentielle Einstiegsmöglichkeiten. Darüber hinaus bieten die Homepages umfassende Hintergrundinformationen über den potentiellen Arbeitgeber. Eine nicht zu unterschätzende Informationsquelle für eine gezielte Bewerbung sowie anschließende Gespräche mit den Firmenvertretern.

Das Einbinden von Stellenbörsen in den Rekrutierungsprozeß gehört mittlerweile bei vielen Unternehmen zum Standard. Die Stellenbörsen bündeln die Stellenausschreibungen verschiedener Unternehmen und gewährleisten ein zielgerichtetes Abfragen bestimmter Kriterien wie Standorte, Branchen oder Berufsbezeichnungen. Der Stellensuchende kann sich aktiv vermarkten und seinen Lebenslauf in eine Bewerberdatenbank einstellen. Dies erfolgt zumeist über ein vorgegebenes Bewerbungsformular, in das die persönlichen Daten eingegeben werden. Sofern eine geeignete Stelle vakant ist, informieren die Stellenbörsen den Bewerber via E-Mail.

Internet als Plattform zur Kontaktaufnahme

Zu den am häufigsten genutzten Stellenbörsen der Unternehmen zählen Jobpilot, Stepstone, Monster und Jobware. Ergänzend gibt es spezielle Online-Börsen für einzelne Berufssparten. So lassen sich zum Beispiel Stellenangebote für Ingenieure bei Ingenieurkarriere, Industrie-Job oder Ingenieurweb finden. Eine übergreifende Abfrage von Stellenangeboten bieten Metasuchmaschinen. Hier kann sich der Stellensuchende in kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über den Arbeitsmarkt verschaffen. Es ist jedoch zu beachten, daß in den Metasuchmaschinen nicht alle Unternehmen und Stellenbörsen erfaßt werden. Zu den bekanntesten Metasuchmaschinen gehören WorldWideJobs (www.wwj.de)und Zeit-Robot (www.jobs.zeit.de).

Das Internet ist nicht nur Fundgrube für konkrete Stellenausschreibungen, sondern auch Plattform zur Kontaktaufnahme zu großen, international tätigen Personalberatungen. Der Stellensuchende kann hier neben einer professionellen Karrierebetreuung das weite Unternehmensnetzwerk einer Beratungsgesellschaft nutzen.

Besonders etabliert hat sich das Thema Karrierecoaching: Personalberatungen bieten etwa hochqualifizierten Studierenden sowie young professionals die Möglichkeit, sich über eine Online-Bewerbung in einem sogenannten High Potentials Pool registrieren zu lassen. Das Profil erfolgreicher Pool-Bewerber wird mit Vakanzen bei Kunden gematcht. Stimmen die Anforderungskriterien mit dem Profil überein wird bei Interesse des Kandidaten ein erstes Gespräch geführt, das sich im Erfolgsfall im Unternehmen des Kunden fortsetzt. Auf diese Weise profitieren Stellensuchende sowohl von der kontinuierlichen, individuellen Karrierebetreuung als auch von den Beraterkontakten zu zahlreichen internationalen Unternehmen.

Online-Bewerbung und was zu beachten ist

Stellenbörsen und Personalberatungen bieten auf ihren Homepages zudem umfangreiche Informationen zu beispielsweise Auslandsaufenthalten, Bewerbungsstrategien oder Zusatzqualifikationen an, die kostenlos in Anspruch genommen werden können.

Bevor eine Online-Bewerbung versandt wird, ist zu prüfen, inwieweit diese Art der Kontaktaufnahme überhaupt erwünscht ist. Während sich die Online-Bewerbung bei Technik orientierten Unternehmen bereits als gängige Variante etabliert hat, bevorzugen Unternehmen anderer Branchen oftmals eine klassische postalische Bewerbung. Bei einer Stellenausschreibung sollte deshalb darauf geachtet werden, ob eine allgemeine oder eine persönliche E-Mail-Adresse angegeben wurde. Wenn etwa die E-Mail Adresse des Personalverantwortlichen in der Stellenausschreibung steht ( jochen.mayer@company.de, jm@company.de oder auch personal@company.de), dann ist dies ein Hinweis darauf, dass eine E-Mail Bewerbung erwünscht ist und in die richtigen Hände gelangt. Bei allgemeinen E-Mail-Adressen (zum Beispiel: info@company.de) besteht die Gefahr, daß die Bewerbung im Datennirwana des Unternehmens untergeht.

Auch bei Initiativbewerbungen (ohne Bezug auf eine konkrete Stellenausschreibung) sollte eine Bewerbung via E-Mail nur verschickt werden, wenn zuvor die E-Mail-Adresse eines geeigneten Ansprechpartners in der Fach- oder Personalabteilung ermittelt wurde. Eine telefonische Anfrage bietet zudem die Chance, positiv auf sich aufmerksam zu machen und Zusatzinformationen über das Unternehmen sowie geeignete Einstiegspositionen in Erfahrung zu bringen.

Bei Bewerbungen via Internet ist zu beachten, daß Ansprüche und Erwartungen der Personalverantwortlichen hieran genauso hoch sind wie an eine traditionelle postalische Bewerbung. Eine E-Mail Bewerbung besteht aus einem einseitigen Anschreiben und einem Lebenslauf, der zwei Seiten nicht überschreiten darf.

Rücksicht nehmen auf Zeitrestriktionen der Unternehmensvertreter

Im Anschreiben wird das Interesse an einer bestimmten Position und am Unternehmen begründet. Das Anschreiben enthält zudem wichtige Qualifikationen des Bewerbers, Berufserfahrungen sowie spezifische Kenntnisse, die für die angestrebte Position von Bedeutung sind. Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse sind ebenfalls nicht zu vergessen. Auch die Quelle der Stellenausschreibung und gegebenenfalls die Referenznummer ist zu nennen. Von Vertraulichkeiten (etwa „Hallo Herr Mayer“ oder „Du“) ist abzuraten. Eine fehlerfreie Rechtschreibung ist selbstverständlich (die Bewerbung unbedingt vorher ausdrucken und idealer weise Korrektur lesen lassen). Ein formal guter Lebenslauf ist wie bei einer postalischen Bewerbung klar strukturiert und nach inhaltlichen Aspekten (Ausbildung, berufliche Stationen und so weiter) geordnet.

Wichtig ist es, die technischen Kenntnisse und Zeitrestriktionen der Unternehmensvertreter nicht auf die Probe zu stellen. Vom E-Mail-Versand umfangreicher eingescannter Zeugnisse und Dokumente ist im Erstkontakt abzusehen. Lange Ladezeiten, aber auch exotische Dateiformate, enden zumeist im virtuellen Papierkorb. Das Anschreiben kann das E-Mail selber sein. Der Lebenslauf sollte als Word Dokument oder pdf File angehängt sein. Beide Formate lassen sich schnell öffnen und gut ausdrucken.

Das Internet hat sich als Bewerbungsmedium bewährt. Der Stellensuchende kann aktiv und kostengünstig 24 Stunden am Tag von jedem Ort aus nach geeigneten Positionen suchen. Die Unternehmen ihrerseits können kostengünstig und schnell auf Stellensuchende reagieren und sie Dank der Interaktivität des Internets zeitnah über den aktuellen Stand der Bewerbung informieren. Personalberatungen bieten aktiven und passiven Stellensuchern nach ihrer Registrierung eine kostenlose berufsbegleitende Karriereunterstützung sowie ergänzende Karriereperspektiven.

Jobbörsen:

www.jobpilot.de

www.stepstone.de

www.monster.de

www.Jobware.de

www.arbeitsamt.de

Jobbörsen für Ingenieure und Techniker

www.vdi-nachrichten.de

www.ingenieurkarriere.de

www.ingenieurweb.de

www.industrie-job.de

www.ingenieur.de

www.technik-jobs.de

Metasuchmaschinen:

www.wwj.de

www.jobworld.de

www.jobrobot.de

www.jobs.zeit.de



Dr. Sörge Drosten, Vice President / Mitglied der Geschäftsleitung Kienbaum Executive Consultants, Düsseldorf



Text: @rwi

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche