Im Juli und August werden auffallend viele Lehrer entlassen

Befristete Verträge

Sommerferien in der Arbeitslosigkeit

Lehrer haben einen Halbtagsjob und viel zu lange Sommerferien - so lautet ein Vorurteil. Doch sechs Wochen Sommerferien bedeuten für unzählige Lehrer Arbeitslosigkeit und Geldmangel.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. August 2008 14:19

Übrigens, für die Finnland-Fans bei der GEW:

Thomas Berger (tberger)

Wer meint, daß in Finnland alles besser sei, und daß man wegen der trefflichen PISA-Ergebnisse hier die Gesamtschule einführen möge, sollte bedenken, daß ein Lehrer in Finnland mit etwa EUR 18,000 im Jahr beginnt. Vielleicht führt ja die Lohndrückerei zu besseren PISA-Ergebnissen bei deutschen Schülern; die Kausalität dürfte ähnlich gut nachzuweisen sein wie bei der Forderung nach der Gesamtschule.

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13. August 2008 11:05

@Andreas Maier: Wer keine Ahnung hat, sollte Mund halten!

Marko Hrbat (Hrbat)

Ein Gymnasiallehrer, der in RLP angestellt ist bekommt ca. 2800 BRUTTO (!!!) in Entgeltgruppe 13, Stufe 1! Das sind 1.800 netto! Von Ihre 2500 NETTO bekommen die ANGESTELLTEN nicht! Es gilt für Vertretungskräfte der TV-L. Die Gehaltstabelle für RLP können Sie am Ende meines Kommentars nachsehen. Übrigens die Bezüge sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Lehrer in BY und BaWÜ erhalten bis zu 300 EUR monatlich mehr als die in RLP. Und eine vertretungskraft VERBLEIBT in Stufe 1, da sie durch die Pause in den Sommerferien NICHT eine UNUNTERBROCHENE Tätigkeit nachweisen kann. herr Maier: Bitte informieren Sie sich das nächste Mal besser, bevor Sie hier falsche Tatsachenbehauptungen aufstellen!!!! Und wie lange ein Lehrer arbeitet, können Sie überhauot nicht beurteilen. Ich habe beides in der Familie: eine Ärztin und eine Lehrerin. Beide arbeiten hart für ihr Geld! Nur das die Lehrerin ihre Arbeit mit nach Hause bringt und dann bis 23-24 Uhr arbeitet, während die Ärztin ihren Dienst im Klinikum ableistet... hier die gehalts-Tabellen für RLP: www.zbv-rlp.de (dort unter bilder/service suchen nach einem pdf gehaltstabellen/entgelttabelle_tvl_ab_01_01_2008)

Anm. d. Red. Lange Links zerschießen das Layout der Seite!

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12. August 2008 20:20

Gerecht?

Andreas Maier (stift-2)

Natürlich ist es nicht gerecht, junge Berufsanfänger über die Sommerferien nicht zu bezahlen. Andere Lehrer / Kollegen haben ja das ganze Schuljahr über das Gleiche getan.

Warum muss auf diese Weise gespart werden? Was verdient eigentlich ein Lehrer?

Nach kurzer Recherche:
Verdienst Gymnasiallehrer nach ca. 3 Jahren im Amt 2500Euro Netto (nach einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren geht der Verdienst noch höher)
Im Vergleich:
Ein durchschnittlicher Geisteswissenschaftler bekommt nicht mal die Hälfte. Und der hat sicherlich weniger Urlaub.
Ein Arzt, der wohl deutlich mehr arbeitet, bekommt ungefähr das Gleiche.

Klar brauchen unsere Kinder einen guten Unterricht und daran sollte auch nicht gespart werden.. Allerdings wenn ich meine Cousine berichten höre, dann bekomme ich schon meine Zweifel, ob die Aufteilung so gerecht ist. Die jungen Berufseinsteiger kommen da nämlich normalerweise deutlich bessere Noten, obwohl diese weniger Berufserfahrung haben.
Vielleicht sollte man den Geldtopf einfach etwas anders aufteilen, um mehr Gerechtigkeit und mehr Qualität zu schaffen.

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12. August 2008 18:47

RLP-Ministeriumssprecher sagt die Unwahrheit!

Marko Hrbat (Hrbat)

Was ist der Sinn dieser Sommer-Arbeitslosigkeit?! ___1) Kosteneinsparung von 6 Wochen / Jahr - wie bereits beschrieben. Schickt man 9 Leute für 6 Wochen in die Arbeitslosigkeit, kann man sich von dem eingesparten Geld eine 10. Kraft leisten. ___2) Der neue Tarifvertrag der Länder TV-L sieht nach einem Jahr "ununterbrochener Tätigkeit bei dem selben Arbeitgeber" in Stufe 1 eine Höherstufung in Stufe 2 vor. Durch die sechswöchige Arbeitslosigkeit wird diese Anrechungszeit unterbrochen, so dass Vertretungskräfte jahrelang in Stufe 1 unterrichten müssen, da sie NIE ein Jahr voll bekommen - schließlich sind jedes Jahr 6 Wochen Sommerferien.
Dies macht eine monatliche Einsparung für das Land von ca. 300 EUR bzw. über 10% des Monatsbruttos aus. Meiner Ansicht ist das ein klarer Rechtsmissbrauch der SPD-geführten RLP-Regierung, die sich offiziell für die "Praktikanten" und Rechtlosen stark macht, selbst aber das eigene Personal in die Arbeitslosigkeit schickt. ___ 3) Viel schlimmer: Sommerferien sind die einzige Urlaubszeit für Lehrer, da sie in den andeen ferien Arbeiten korrigieren müssen. Und diesen Erholungsurlaub klaut die rheinland-pfälzische Regierung trotz Bundesurlaubsgesetzes ihren Angestellten...

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12. August 2008 15:04

Mit System

Bernhard Sporkmann (bsfaz)

Hinter der Handlungsweise der Ministerien steckt ein System. Man verbeamtet einen Teil der jungen Lehrer nicht, weil man meint, so mit ihnen machen zu können, was man will. Um Kosten zu sparen, wird die Zahl der regulären Lehrkräfte so gering gehalten, daß im Fall eines Ausfalls auf die sogenannten Springer zurückgegriffen werden muß. Für die Lebensplanung dieser jungen Leute ist das katastrophal. Ein Teil von ihnen geht dann andere Wege. Wenn dann wieder Lehrermangel herrscht, ist das Geschrei groß. Es gäbe keinen Lehrermangel, wenn man die jungen Leute, die durch Studium und Referendariat gegangen sind, anständig behandeln würde. Obszön ist, daß das von Ministerialbeamten so gehandhabt wird, die sich um ihre eigene Pension nicht sorgen müssen.

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