29. Juli 2008 Für 20 Prozent Wachstum im Jahr braucht die Solarbranche eine Menge Arbeitskräfte. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft arbeiten heute 42.000 Menschen in der Photovoltaikindustrie und weitere 15.000 in der Solarthermie. Sollten die Wachstumsszenarien in Erfüllung gehen, könnte die Branche bis 2020 weit mehr als 100.000 Menschen beschäftigen.
Die Bandbreite der gesuchten Qualifikationen ist groß: Solarworld wird bis 2010 von heute 2000 auf 3000 Mitarbeiter wachsen. Wir suchen Physiker, Chemiker, Elektroniker, Mechatroniker und Halbleiterspezialisten jeder Fachrichtung, sagt Vorstandschef Frank Asbeck. In der Vergangenheit haben die Unternehmen viele Fachkräfte aus der Halbleiterindustrie rekrutiert, da die Fertigungsprozesse ähnlich sind. Doch werden die Halbleiterunternehmen nur bis zu einem gewissen Grad zur Deckung des Bedarfs herhalten können, so dass die Solarindustrie ebenfalls bald unter dem Ingenieurmangel in Deutschland leiden könnte.
Das gilt vor allem für die zahlreichen Industriestandorte in Ostdeutschland, wo nicht nur die größten Photovoltaik-Arbeitgeber wie Q-Cells oder Ersol ihren Stammsitz haben, sondern wo auch der Großteil der zukunftsträchtigen Dünnschichtprojekte angesiedelt ist. Neben den Ingenieuren für Forschung und Entwicklung werden in den großen Unternehmen aber ebenso Vertriebsprofis gesucht, die wegen der bevorstehenden Internationalisierung der Branche auch im Ausland arbeiten können.
Der Vertrieb wird in vielen Unternehmen eine wachsende Bedeutung einnehmen. Projektmanager für den Bau großer Anlagen für Solarstrom oder Solarthermie sollten ebenfalls bereit sein, im Ausland zu arbeiten. Vor allem in Spanien, Italien, Griechenland und den Vereinigten Staaten sehen viele deutsche Solarunternehmen ihre wichtigsten Wachstumsmärkte. Die Handwerker für die Installation, die das Gros der Arbeitskräfte in der Solarwirtschaft ausmachen, werden vor allem von regional tätigen kleinen und mittleren Unternehmen gesucht.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.