IT-Arbeitsmarkt

Zustände wie im Jahr 2000

IT-Arbeitsmarkt: Zustände wie im Jahr 2000
02. April 2008 

Die Nachwuchssorgen bleiben. „Die Branche sucht vor allem IT-Fachkräfte mit Hochschulabschluss“, beschreibt August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbandes Bitkom, die Lage in Deutschland. „Um neue Produkte zu entwickeln, muss die Qualifikation hoch sein.“ Glaubt man den Ergebnissen der jüngsten Bitkom-Umfrage, planen vor allem Softwarehersteller und IT-Dienstleister in Deutschland, ihren Personalstamm in diesem Jahr aufzustocken. Rund 20.000 Stellen sind derzeit in den IT-Unternehmen nicht besetzt. Hinzu kommen 23.000 offene Stellen in den Anwendungsbereichen.

So suchen Unternehmen der Automobilbranche und aus dem Maschinenbau Mitarbeiter mit informationstechnischem Wissen. Hauptsächlich werden Softwareentwickler und Projektmanager gesucht, heißt es in der Studie. Aber auch für die Administration und die Sicherheit der Informationstechnik wird qualifiziertes IT-Personal benötigt. Weniger stark nachgefragt sind hingegen Fachkräfte für die Produktion von Hardware.

Wachstumsbremse Fachkräftemangel

Der Mangel an Personal freut derweil die gut ausgebildeten Computerspezialisten. Sie werden umworben wie schon lange nicht mehr. Die Unternehmen locken mit hohen Gehältern und attraktiven Aufgaben. Das erinnert an Verhältnisse, wie sie in den Spitzenzeiten um das Jahr 2000 herrschten.

Für die Unternehmen sieht es dagegen weniger rosig aus: Sie leiden unter dem fehlenden Fachpersonal, was auch in diesem Jahr zur Wachstumsbremse werden könnte. So spricht auch der Softwarehersteller Microsoft von eingeschränkten Wachstumschancen durch den Mangel an Fachkräften: „Microsoft ist im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent im Geschäft mit mittelständischen Kunden gewachsen, musste aber durch den Mangel an qualifiziertem Personal etwa 5 Prozent an Wachstum einbüßen“, lautete Ende vergangenen Jahres das Fazit von Achim Berg, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Um den Fachkräfteengpass zu beheben, fordern Wirtschaftsvertreter die Lockerung des Zuwanderungsgesetzes für ausländische Arbeitskräfte.

Text: utb., F.A.Z., 31.03.2008, Nr. 75 / Seite 23
Bildmaterial: F.A.Z.

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