Verständigungsprobleme sind erst einmal Probleme des Arbeitgebers

Im Gespräch: Rechtsanwalt Rolf Gutmann

„Wer nur Regale einräumt, muss kein Deutsch können“

Eine Firma aus Baden-Württemberg hat ihren Angestellten mit Kündigung gedroht, wenn sie bei der Produktion nicht deutsch miteinander sprechen. Darf der Arbeitgeber vorschreiben, welche Sprache im Betrieb gilt? Er darf, sagt Rechtsanwalt Rolf Gutmann. Aber es gelten enge Grenzen.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. September 2008 19:29

Wie oft haben sich die linken KabarettistInnen lustig gemacht

Torsten Klier (TorstenKlier)

über die deutschen Dumpfbacken, die sich beschweren wenn es im Ausland keine Schweinshackse gibt und der Kellner kein Deutsch kann? 1.000 mal? 1.000.000 mal? 1.000.000.000 mal? Keine Ahnung, irgendwo in diesem Bereich wird´s schon liegen. Denn es gehört sich einfach, sich an die Gegebenheiten des Landes anzupassen - jedenfalls als Deutscher. Und als Deutscher hat man sich nicht nur an die Gewohnheiten des Auslandes anzupassen, sondern auch an die Gewohnheiten der Ausländer hier. Ansonsten ... na, ja, die üblichen Kraftausdrücke (Zwangsgermanisierung usw.) sind allgemein bekannt.
Interessant finde ich auch, dass unsere Gutmenschenmafia und den unendlichen „wissenschaftlichen“ Arbeiten zigtausenfach „bewiesen“ hat, dass die armen armen Ausländer vom pösen deutschen Bildungssystem diskriminiert werden - und hier das Recht auf (oh, wie sag ich´s ohne das die Nazikeule mein Haupt trifft?) Unbildung einfordert.

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05. September 2008 19:14

Schlimm genug

Heiko Schmidt (tuzub37)

daß in Deutschland darüber diskutiert werden muß, ob ein Arbeiter Deutsch zu sprechen hat.
Andererseits, was ist mit den Konzernsprachen? Hier hat keiner ein Problem, wenn mittelständischen Unternehmen nur noch englische Verlautbarungen der onzerne auf den Tisch flattern? Auf Nachfrage nach einer deutschen Stellungnahme heißt es dann gewöhnlich, unsere Konzernsprache ist Englisch, wenn sie mit uns Geschäfte machen wollen...
SO, und wo ist der Unterschied?

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05. September 2008 18:44

Deutsch sprechen im Betrieb

Michael Bothe (mmbothe)

Mein Schwager arbeitet als Kfz-Meister seit einigen Jahren in den USA. Eines Tages unterhielt er sich mit einem anderen Kollegen aus Deutschland in der Werkstatt auf Deutsch. Daraufhin wurde ihm vom Chef untersagt, sich im Betrieb während der Arbeitszeit auf Deutsch zu unterhalten, vor allem wenn Kunden in der Nähe sind. Begründung: Der Kunde könnte das Gefühl haben, man rede über ihn. Das sei eine Sache der Höflichkeit, auch gegenüber den anderen Mitarbeitern, die kein Deutsch verstehen. Das sagt genug!

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05. September 2008 17:49

Grundsätzlich kann man mit den Ausführungen einig gehen

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Allerdings fände ich es gut, wenn konsequent darauf verwiesen würde (auch von den Gerichten), daß Menschen, die in Deutschland arbeiten wollen, die Pflicht haben ausreichend deutsch zu sprechen. Alle Kosten und Mühen zum Erlernen der Sprache liegen beim Arbeitnehmer. Wenn er die Sprache nicht erlernen will, muß er in seinem Heimatland bleiben.
Übrigens auch das Einräumen von Regalen bedingt durchaus ausreichende Sprachkenntnisse - schließlich muß man erkennen können was wohin gehört. Aber auch zum Beispiel kann die Arbeit als Bedienung in Gaststätten deutsche Sprachkenntnisse zwingend erfordern, um den Unternehmenszweck zu erfüllen.
Übrigens weiß ich als im Ausland lebender Deutscher wovon ich spreche. Meine Frau und ich haben zunächst in eigener Verantwortung die Sprache des Gastlandes erlernt und sind danach umgezogen. Wir erwarten von niemandem im Gastland, daß er uns auf Deutsch etwas erklärt.

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05. September 2008 16:58

Wenn Hilfsarbeit nicht Endstation sein soll,

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

sollte jeder, der in Deutschland leben und arbeiten möchte, die Landessprache beherrschen. Lernt er sie nicht wenigstens nach und nach während er Regale einräumt, ist er am Ende ohnehin ein Fall für den Sozialtransfer oder die Delinquenz. Das wünschen sich zwar all die politischen Parteien, die von sozialer Unzufriedenheit profitieren und verstärken den Zufluß transferpflichtiger Einwanderer, allerdings ist damit sonst niemandem gedient - schon gar nicht den Betroffenen.

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