Weiße Stäbchen im Gesicht

Zeitalter der Zigarette erlischt

Eine Kultur löst sich in Luft auf

Raucher waren, zwischen zwei Zigaretten, immer auch Nichtraucher: mit einem Bein im Sein. Und mit dem anderen im Nichts. Eine Zigarette war das Versprechen auf eine bessere Welt und zugleich dessen Einlösung für die Dauer von fünf, sechs Minuten. Doch die Zeit der Zigarette ist vorbei. Von Claudius Seidl

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Januar 2007 11:14

Warum Gesetz?

Juergen Pichl (jupich)

Jeder Gastronom kann doch sein LOKAL als Nichtraucherplatz auszeichnen.
Der Umsatz springt an und Neue Gäste kommen- Wo liegt das Problem ?

Ganz einfach -an 80% der Tische wird geraucht .........

An Feinstaub sterben ca. 80.000 Personen in Deutschland, das ist OK Politik macht nichts .....aber die 3.000 die rechnerisch an Rauchen sterben das ist wirklich schlimm!

Die Hexenjagd nach Dummkopfvorbild ist lachhaft!


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02. Januar 2007 14:16

Friedenspfeife

norbert hoffmann (nobby56)

Wer mal auf einem ländlichen Markt Tabak als Goldlocken gesehen hat, wird wissen, was Tabak einmal war. Das Abbrennen eines chemischen Coktails im Namen eines Pferdemannes oder eines Höckertieres macht nur das Selbige aus dem Raucher und seiner Umwelt. Über 15 Jahre durfte ich 80 Zigaretten am Tag mitrauchen, was mich eine halbe Lunge gekostet hat, mir braucht keiner einen schönen Text zu machen über die ach-so-grossen Verluste an Kultur durch den Wegfall der immer-und-über-all sich eine anstecken müssen - aus Flugzeugen fallende Süchtige, die schon Flugzeug die kalte Kippe oder Lulle im Mund haben, ja ich bin millitanter Nichtraucher und ich bekenne mich dazu....

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27. Dezember 2006 17:07

Wer ist hier intolerant ?

Bernd Hafenberg (Bernie0711)

Frau Bachmann, Sie haben offenbar die neueste kulturelle Entwicklung in Deutschland verschlafen. Deutschland ist jetzt fortschrittlich geworden, die alten Zöpfe wurden abgeschnitten. Auch der Begriff der Toleranz hat jetzt eine neue Bedeutung. Tolerant ist man jetzt, wenn man freudig die Abluft der Raucher einatmet; das kleine Krebsrisiko ist doch nur marginal. Tolerant ist man auch, wenn man sich von ausländischen Jugendgangs zusammenschlagen läßt. Jugend braucht ja schließlich Freiraum. Tolerant ist man, wenn man verurteilte Straftäter vorzeitig frei läßt. Sie wollen ja schließlich auch etwas vom Leben haben. Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen. Der Begriff der Toleranz ist dehnbar bis ins Unendliche.

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27. Dezember 2006 15:54

Wer ist hier eigentlich intolerant?

Christa Bachmann (christa_bachmann)

Der Raucher, der mich zwingt, den Dreck, den er ein- und wieder ausatmet, ebenfalls bzw. noch mal zu inhalieren?

Oder bin ich intolerant, weil ich davon verschont werden möchte? Und die Kultur des Rauchens geringer einschätze als seine Gefahren (und nebenbei den Ekel, den es verbreitet)?

Überschreitet dieser Wunsch die Grenze des Zumutbaren? Angesichts des unbestreitbaren Gefährdungspotentials, das vom Zigarettenqualm ausgeht?

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27. Dezember 2006 11:49

Hier geht es um das Rauchen allein

Michael Menzel (Galenos)


Dieses unentwegte Ablenken auf alle möglichen Mißstände, Krankheiten und Risiken des Lebens und auf "die Politik" ist bezeichnend für die Leute, denen es an Willenskraft fehlt, ihre Nikotinsucht in den Griff zu bekommen, wenn sie es denn überhaupt wollten.

Meine strikte Ablehnung der jetzigen Regierung und ihrer gegen den Bürger gerichteten Politik kann ich in mindestens zwanzig anderen Foren ausführlich darlegen. Einen Zusammenhang mit den nikotinsüchtigen Selbstmördern sehe ich nicht.

Die interne Diskussion ist ja schon im Ansatz zum Erliegen gekommen, weil sich niemand gegen die Zigarettenindustrie stellen will und die unsinnige Angst besteht, man könnte die Steuer auf Tabakprodukte verlieren.

Diese Regierung ist unfähig auf allen Ebenen. Die schaffen ja nicht einmal ein moderates Gesetz zur Raucher-Einschränkung zu Stande zu bringen. Also keine Angst, - ihr könnt euch weiter umbringen. Die Regierung ist unfähig dem Beispiel zahlreicher Staaten zu folgen und ihre Bürger vor sich selbst zu schützen.

Das Problem bleibt: Menschen sterben zu Tausenden und Millionen bezahlen dafür Unsummen, daß die todkranken Raucher ihr Leben um ein paar Monate verlängern.

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27. Dezember 2006 09:23

Es geht nicht ums Rauchen allein!

Clemens Adolphs (Clemens_Adolphs)

Soll in unserer heutigen destruktiven Gesellschaft jeder mit seinem Laster (un)glücklich werden. Die Frage einiger Raucher, warum man sich nicht gleichermaßen über die Kosten von ernährungsbedingter Diabetes, Adipositas oder schweren Leberschäden aufregt, ist schon berechtigt.

Aber: Wenn auch der volkswirtschaftliche Schaden von allen zu tragen ist, so hat den gesundheitlichen Schaden meistens allein derjenige, der ihn sich aktiv zufügt. Wenn mein Tischnachbar zehn Stücke Kuchen verdrückt, hat das für mich außer einem verwunderten Blick keine größeren Folgen. Und der Freeclimber bricht beim Absturz nur seinen Hals.

Beim Zigarettenrauch ist das anders und es ist eine Unverschämtheit, dass hier die Pflicht der Rücksichtnahme auf die Nichtraucher abgewälzt werden soll. Wieso muss ich einen Angriff auf meine Gesundheit erdulden, weil mein Tischnachbar sich nun einmal auf diese Art gesellig fühlt?

Warum muss Deutschland eigentlich immer Schlusslicht sein? Hätte ich vor 10 Jahren eine Wette darüber abschließen müssen, ob eher Deutschland oder Irland das Rauchen in Gaststätten verbieten wird...

Naja, so oder so sind Raucher eine vom Aussterben bedrohte Art, und als cool gilt es schon lange nicht mehr.

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27. Dezember 2006 06:50

Nägel mit Köpfen...

Andreas Wessels (PhunkyData)

Herr Menzel,

Die Politik soll endlich aufhören sich hinter Hetze zwischen den Bürgern vor wirklich wichtigen Themen zu verstecken.
Arbeitnehmer gegen Arbeitslose...Raucher gegen Nichtraucher, Eltern gegen Kinderlose, Killerspiele gegen Sozialstaatversagen.

Ich komme mir vor wie in einem Staat aus provokativer Hetze, nur um der großen Wirtschaft nicht endlich auch an die Wäsche zu gehen.
Anstatt für die Bürger zu regieren, wiegelt mal verschiedenste Klientel gegeneinander auf.

Das wiedert mich an und zeugt nicht gerade von bürgernaher Politik.

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26. Dezember 2006 20:18

Und ich will es nicht mehr bezahlen!

Michael Menzel (Galenos)

"...sich zunächst einmal mit den wirklich gefählichen Krebserregern auseinander zu setzen."

Gibt es noch "wirklichere" Krebserreger im Alltag als Tabakprodukte? Hat schon mal' jemand "Krosin" -Abgase von Flugzeugen konzentriert und am Düsenausgang freiwillig inhaliert?

"Sicherlich trägt das Rauchen zum Krebsrisiko bei."
Es verursacht Krebs und das mit einer so hohen Wahrscheinlichkeit daß das "Risiko" gesund zu bleiben, verschwindend gering ist.

"Allerdings lenkt die Politik 'wissentlich' von den wirklichen Problemen ab, die unserer Umwelt und unserer Gesundheit um ein vielfaches mehr schaden, als die Qualmerei."
Wenn der Druck der hohen Krankheitskosten nicht hundertfach grßer wäre als die Einnahmen der Tabaksteuer, dann würde sich kein Politiker um das Problem kümmern. Denen ist es nämlich egal, womit sich die Leute umbringen. Es darf nur nichts kosten.

"Danach dürfen sie gerne weiter auf die Raucher zeigen, denen mann vor 40 Jahren die Zigarette als 'gesellschaftsfähiges Genussmittel' angeprangert hat."
Ob diese Leute deshalb geraucht haben, weil man "den Genuß angeprangert hat" ist egal. Wenn sie es 40 Jahre gemacht haben sind sie überwiegend heute tot oder Invaliden und "rotten dahin".

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26. Dezember 2006 18:22

Ich kann es nicht mehr hören

Andreas Wessels (PhunkyData)

Ich empfehle allen Nichtrauchern die sich gerade an diesem Hexentanz der Politiker beteiligen dazu, sich zunächst einmal mit den wirklich gefählichen Krebserregern auseinander zu setzen.
Ich stelle nicht in Frage ob/das rauchen dem Raucher, wie auch den Menschen in seiner Umgebung schadet.
Allerdings lenkt die Politik "wissentlich" von den wirklichen Problemen ab, die unserer Umwelt und unserer Gesundheit um ein vielfaches mehr schaden, als die Qualmerei.

Sicherlich trägt das Rauchen zum Krebsrisiko bei.
In anbetracht der Tatsache das aber dank Billigfliegerei und Globalisierung allein der Luftverkehr in astronomischem Maße zugenommen hat, der Fernverkehr, wie auch der PKW-Verkehr bitte ich inständig darum endlich der Realität ins Auge zu sehen und sich herauszusuchen wieviel hochgradig krebserregende Substanzen 5,5 Millionen Liter Kerosin enthalten. (die eine einzelne Fluggesellschaft pro Jahr verbraucht)
Danach dürfen sie gerne weiter auf die Raucher zeigen, denen mann vor 40 Jahren die Zigarette als "gesellschaftsfähiges Genussmittel" angeprangert hat.

Zahlen die Fluggesellschaften in die Krankenkassen? Krosinsteuer?
Solange wir lediglich Hetze gegen kleine süchtige Bürger fahren ohne Umweltschutz, rotten wir dahin!

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26. Dezember 2006 16:25

Solidargemeinschaft....

l schroeder (suuperschroedi)

....muss für etliches bezahlen: Nämlich für die Folgen gefährlicher Sportarten, ein durch Bewegungsmangel und Freßsucht entstandenes, krankmachendes Übergewicht und schließlich auch für die Behandlung der Krankheiten, die durch das Rauchen entstehen.

Ja, die Solidargemeinschaft zahlt sogar für leicht gemachte Erschleichung ärztlicher Leistungen. Wo soll man da anfangen, wo soll man aufhören?
zwei Ursachen hoher Kosten wären leicht aus der Welt zu schaffen, öffentliches Rauchen und der Missbrauch der Versichertenkarte. Das ist so offensichtlich, dass man eine gute Lobby Arbeit darin sehen muss, wenn das nicht geändert wird. Merkwürdigerweise ist das ebenso ein Sonderweg wie die Geschwindigkeitsfreigabe auf den deutschen Autobahnen .

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26. Dezember 2006 14:21

Es gibt nur gleich große Herausforderungen

Michael Menzel (Galenos)


Es ist ja diese gesellschaftliche Ignoranz und Dummheit, die die individuellen Gefahren und die Volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens ins Nebensächliche reden will.
Über 90% der Lungenkrebse sind längst bewiesen durch Rauchen versacht. Die Lebensverlängerung eines Lungenkrebskranken um 1 Jahr (!) kostet durchschnittlich 50.000 bis 100.000 Euro. Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines High-Tech behandelten Lungenkrebses um mehr als zwei Jahre ist etwa 5-25%. Nach zwei Jahren leben noch 5 von 100 nachdem etwa 200.000 Euro (x100 = 20 Millionen) der Solidargemeinschaft "verbrannt" wurden. Und bei der Rechnung sind nicht die Tausenden von Herz-Bypass Operationen, die auch Millionen kosten, eingeschlossen.
Und da reden Leute von Hysterie.
Natürlich ist es schizophren, wenn der Staat auch noch bei Beförderung dieses vorzeitigen SOZIALUNVERTRÄGLICHEN Ablebens Steuern kassiert die in keinem Verhältnis zu den den Ausgaben der Versichertengemeinschaft stehen. Aber es ist ist ja eine andere Kasse aus der das bezahlt wird. Das interessiert den Fiskus nicht.

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25. Dezember 2006 19:57

Nachgedanke

Michael Menzel (Galenos)

Die Raucher-Befürworter die eine Abnahme von Rauchern anführen, vergessen, daß wir HEUTE die Krebs,- Herz und Durchblutungskranken (er)tragen müssen, die seit 20-30 Jahren rauchen. Es verknüpft niemand eine Ursache, die so lange zurückliegt kausal mit einem jetzt auftretenden Krebs, sei es in der Lunge oder in anderen Körperbereichen, mit dem Herzinfarkt oder dem abfaulenden Raucherbein.

Der Opa, der 90 Jahre geraucht hat und dann "gesund" gestorben ist sei statistisch geschenkt. Es gibt Menschen mit derart guten Genen, daß sie selbst die schlimmsten Angriffe auf ihren Organismus überstehen. Aber das sind nur ca. 5%. Die übrigen 95% haben dann Jahrzehnte zu Unrecht gedacht, sie seien so widerstandsfähig.

Das ist ja das Tückische beim Nikotinmißbrauch: es handelt sich um eine Zeitbombe die so unmerklich tickt, daß niemand mehr an die Vorgeschichte beim Ausbruch der Katastrophe daran denkt. Und das kostet heute die gigantischen Summen, die ohne Rücksicht auf die Solidargemeinschaft und "auf Teufel komm' raus" verursacht werden.

Der "Gebrauch" von Nikotin ist IMMER ein Mißbrauch. Da gibt es keine Abstufungen ob 5 oder 60 Zigaretten täglich nur die Folgen treten schneller oder langsamer ein.

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25. Dezember 2006 17:55

Existieren keine größeren Herausforderungen für Politik und Gesellschaft?

Christian Wöste (Cobain111)

Natürlich kann das Rauchen für Nichtraucher und Raucher gesundheitliche Defizite - bis zum Tod - hervorrufen. Und jeder Nichtaucher sollte daher auch einen angemessenen Schutz erhalten, um diesen Gefahren entgehen zu können. Das Argument, dass Rauchen unser KV-System belastet ist sicherlich nicht eindeutig, da durch das Tabaksteueraufkommen und die verkürzte Lebensdauer des Rauchers auch eine Entlastung der Sozialsysteme erfolgt. Aber gibt es für dieses Land nichts Wichtigeres, als eine sehr emotionsgeladene Diskussion, die hysterische Ausmaße annimmt? Sollte sich die Politik nicht primär um die großen Herausforderungen (Arbeit, Gesundheit (!), Rente und Steuern) kümmern, wie es unser Bundespräsident zurecht einfordert? Anstelle dessen wird scheinheilig eine Hysterie geschürt, obwohl man auf die Tabaksteuer angewiesen ist. Wir sollten uns die Frage stellen, was für eine Gesellschaft wir möchten. Eine, die von zunehmender Gleichmacherei geprägt ist, oder eine weltoffene, liberale Gesellschaft, die unterschiedliche Lebensstile und Interessen zulässt sowie von gegenseitigem Respekt und sozialer Verantwortung geprägt ist? Jeder Einzelnen könnte seinen Anteil leisten, um die Vielfältigkeit einer Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

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25. Dezember 2006 13:06

Krankenkassenbeiträge steigen auch deshalb

Rud Haller (rodolfissimo)

Der Raucheranteil sinkt seit Jahren, und die Krankheitskosten explodieren weiter und mit ihnen steigen die Krankenkassenbeiträge.
Das ist die Beobachtung, gibt es einen Zusammenhang?
Rauch ist seit Jahrtausenden ein Desinfektionsmittel. Selbst die urtümlichsten Völkerschaften kennen es.
Bei uns aber meint jeder das Recht zu haben seine Bazillen und Viren ungebremst hinauszuschleudern.
Unzivilisiert wird das Vorgehen gegen Raucher, wenn gegen den Grundsatz verstoßen wird: Mißbrauch darf den Gebrauch nicht hindern.

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24. Dezember 2006 22:05

Bloß nicht festlegen....

Christian Ermecke (ChristianErmecke)

..., je weiter man philosophisch von konkreten Punkten weg"zoomt", desto unverbindlicher kann man kommentieren.

Es ist - meiner Meinung nach - wieder einmal die goldene Mitte, die man frühzeitig - und viel früher - hätte deutlich machen und propagieren sollen:

Möglichst wenig Belastung für Nichtraucher, Rücksichtnahme auch in Restaurants und Kneipen predigen (an Frühstückstischen in Hotels wird das schon lange erfolgreich praktiziert => es wird dort nämlich dann wenig oder gar nicht geraucht),
natürlich das strikte Verbot in engen Büros, Flugzeugen u.ä.

Haben wir das nicht schon alles?

Was jetzt läuft, klingt mal wieder nach Hetzjagd. Weil der Staat das Rauchen aber nicht per se verbietet, um von den Steuereinnahmen zu profitieren, ekelt mich diese Verlogenheit an.

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24. Dezember 2006 16:10

@ Michael Menzel

Gabriele Salecker (BaBlue)

Hallo Herr Menzel,

dann bitte aber im gleichen Atemzug auch den Alkohol verdammen!

Wie viel ungenanntes Leid bringen alkoholisierte Autofahrer über Menschen, die bei Unfällen meistens auch noch das "Glück" haben, mehr oder weniger unverletzt aus ihren Autos zu steigen nachedem sie eine Spur der Verwüstung hinter sich hergezogen haben.

Wie viel Schaden - volkswirschaftlich und gesunheitlich - entsteht, weil die Jugend um "cool", "hip" oder "in" zu sein auf Alkohol in Form von Alcopops umsteigt. Ein Gesetz, daß den Konsum einschränken sollte, war so lückenhaft, daß es Alkopops jetzt sinnigerweise als Brausepulver gibt.

Ich bin sicher, daß der Genuß von Alkohol mehr Fehltage und damit höhere volkswirtschaftliche Kosten erzeugt, als der Genuß von Nikotin. Die Kosten, die für Entzug von Alkohol und Nikotin entstehen, dürften sich in etwa die Waage halten. Warum wird immer nur von den Kosten gesprochen, die Raucher erzeugen, nie von den Kosten, die Trinker mit sich bringen?

Alkohol ist als Suchtmittel weitaus schädlicher als Nikotin. Die Tatsache, daß die deutsche "Kultur" seit langer Zeit vom Alkohol geprägt ist, ändert nichts daran, daß Alkohol ein Nervengift mit ausreichendem Suchtpotential ist.

MfG
G. Salecker

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24. Dezember 2006 15:16

Ein starkes Stück

Peter P. (Patt1)

Eine Sucht, an der allein in Deutschland jährlich Hunderttausende qualvoll sterben, als Kultur zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Das Rauchen philosophisch zu überhöhen ist genauso abwegig wie über die Ästhetik von Verkehrsunfällen zu schwadronieren.

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24. Dezember 2006 14:56

Rauch im Gehirn ?

Bernd Hafenberg (Bernie0711)

Ein hervorragender Artikel, wirklich gut geschrieben. Aber zwischen den Zeilen ist zu lesen, daß Raucher im Grunde immer nur an die nächste Zigarette denken, sich jedenfalls immer darauf freuen, auf nichts sonst. Die Abhängigkeit vom Nikotin engt ihren geistigen Horizont ein, obwohl sie das Gefühl haben, er weite sich durch das Rauchen: eine typische Drogenerscheinung.
Wir Nichtraucher sind nicht nur die leidenden Passivraucher, sondern zahlen mit unseren Krankenkassenbeiträgen auch noch für die hohen Krankheitskosten der kranken Raucher und ihr jahrelanges Siechtum.

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24. Dezember 2006 11:06

Unleidige Raucher

Dieter Drews (Dieter.Drews)

Der eigentliche Sinn des Rauchens besteht darin, das schnell eintretende Unlustgefühl zu beseitigen, das der sinkende Nikotinspiegel verursacht. Bei 25 Zigaretten am Tag stimmt der Nikotionspiegel gerade einmal etwa 4 Stunden, in der restlichen Zeit werden die Süchtigen unleidig.
Die Sucht durch Ästhetisieren zu verklären ist ein beliebter Trick, aber in diesem Artikel steigen nun Wortschwaden von einer besonders dicken Zigarre auf.
Zum letzten Absatz kann ich nur sagen: Es sind die Raucher, bei denen viel abwesend ist: Nämlich Kraft und Gesundheit, weil ihnen der Atem fehlt; Geld, weil die Sucht pro Jahr etwa €2.000 kostet; Zeit und Arbeitskraft, weil sie ständig an ihren Nikotinpegel denken müssen; Erotik, weil sie stinken.

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24. Dezember 2006 07:40

Hommage an die Zigarette

Reinhart Gruhn (rgruhn)

Ein wunderbarer Beitrag, das Lesen ist ein größerer Genuß als das Rauchen einer Zigarette!
Was ließe sich da noch über die Kunst des Zigarre-Rauchens oder gar über die Lebensphilosophie von Pfeiferauchern schreiben...
Kompliment! - schreibt ein engagierter Nichtraucher.

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24. Dezember 2006 02:30

Krankenkassenbeiträge senken

Michael Menzel (Galenos)


Ich vermute, daß die Krankheitskosten aller Deutschen etwa um 60% gesenkt werden könnten, wenn Nikotin - in welcher Form auch immer - völlig identisch wie andere Suchtstoffe, staatlich bekämpft und unter Strafe gestellt würde.

Garnicht zu reden von dem Massenelend das sich in unzähligen Einzelbiographien durch den Nikotingebrauch vermeiden ließe.

Geradezu pervers ist die Steuereinnahme die auf Tabakprodukte erhoben wird und nun nicht einmal mehr dem Gesundheitssystem zufließt (bis auf einen geringen Rest). Der Volkswirtschaftliche Schaden, der durch vorzeitigen Tod und jahrelanges Siechtum und unglaublichen medizinischen Hightech-Aufwand entsteht ist hunderfach größer als das groteske staatliche Abkassieren Nikotin-Süchtiger abwirft.

Man sollte im Gegenteil, den protrahierten Suizid durch Nikotingebrauch unter massive Strafe stellen. Warum einen Unterschied machen zwischen Kokain-, Heroin- und anderen Morphinderivaten-Gebrauch und Nikotin.

Natürlich hat jeder die Freiheit sich zu töten. Aber dann soll er vorher für seine bewußt eingegangene Entscheidung für den hochwahrscheinlichen vorzeitigen Tod bezahlen. Alte Menschen ordnen ihre Dinge auch so, daß ihr Begräbnis und das Grab am Ende bezahlt ist.

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24. Dezember 2006 01:33

Schall und Rauch

Martin Steinwand (Steinwand1)

Man nimmt Herrn Seidl ab, dass die Beschaeftigung mit der eigenen Sucht und Selbstzerstoerung zu einer tiefen Beschaeftigung mit dem Ich fuehren kann. Allerdings ist anzumerken, dass diese Beschaeftigung und die mythisch ueberhoehten Assoziationen die die Kultur des Rauchens zweifelsohne hervorgebracht hat, vor allem dazu dienen, dem zweifelnden Selbst gegenueber das eigene Handeln zu legitimieren. Das reflexartige Anstecken der naechsten Kippe macht dem Selbstbild naemlich schwer zu schaffen, denn wer gesteht schon gerne ein, keine guten Gruende fuer das eigene Handeln zu haben? Raucher klammern sich daher an den Strohhalm der Selbstsuggestion und Wegrationalisierung der negativen (sozialen, koerperlichen, finanziellen) Folgen ihres Handelns. Diese Reaktion ist charakteristisch fuer jedes Suchtverhalten.

Moralisch problematisch wird es aber, weil eine Kultur immer der Projektion von Lebensentwuerfen dient. Und somit werden vom sehnsuchtsvollen Mythos des Rauchens gerade Jugendliche in den Kreislauf der Selbstzerstoerung und der Leere der Sucht gezogen. Zigaretten gehoeren daher nicht trotz, sondern gerade wegen der sie umgebenden kulturellen Aura aus dem oeffentlichen Leben verbannt!

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23. Dezember 2006 22:53

Trauer?

Jitzak Tanenbaum (tanenbaum)

Unangebracht. Die Zigarette ist ein widerwärtig stinkendes Objekt, dem man keine Träne hinterherweinen sollte.

Rauchen ist keine Kultur, kein Genuß, nur Sucht und Krankheit.

Soll mir kein gelbfingriger Raucher weißmachen, er genieße noch was er da tut. Lügt Euch nicht selber was in die Taschen!

J. T.

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23. Dezember 2006 22:40

Die Ideologie wie andere

Marcin Szawurski (ms20803)

Jede blöde Tätigkeit lässt sich in schönen Wörter beschreiben. Nehmen Sie mal z. B. Kokaine (Lieder wurden darüber geschrieben!) oder Kommunismus. Jedoch ich, als Nichtraucher, weiß überhaupt nichts von Philosophie oder Kunst, ich möchte nur, ich, einfacher Mensch, von inteligente und gebildete Rauchern nicht vergiftet sein.

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23. Dezember 2006 22:06

Nichtraucherschutz geht vor

Klaus Layer (klaus.layer)

Es erstaunt mich, wie sehr die FAZ in den letzten Wochen in Artikeln, Cartoons und Kommentaren versucht, gegen einen besseren Nichtraucherschutz anzuschreiben.

Keiner hat etwas dagegen, wenn die rauchenden Mitmenschen ihrer Sucht zuhause im stillen Kämmerlein frönen. Da wo jedoch andere unter dieser Sucht leiden, sollten jedoch schleunigst gesetzliche Regelungen her. Freiwillige Regelungen helfen nicht weiter, wie die vergangenen Jahrzehnte gezeigt haben.

Ich jedenfalls freue mich auf den ersten Abend, an dem ich in eine Restaurant meiner Wahl gehen kann, ohne spätestens nach der Vorspeise vom Nachbartisch her eingeräuchert zu werden.

Klaus Layer

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23. Dezember 2006 21:06

OK.............

Peter Neises (XGROBMOTORIKERX1)

Ich als bekennender Kiffer werde dann -wenn es keinen Tabak mehr gibt -das Grass in meiner Wasserpfeife pur Rauchen.
Und nochwas -ich grinse nie wenn ich Kiffe-ich entspanne.

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23. Dezember 2006 20:55

Heisse Luft

Andreas Schumann (AndreasSchumann)

Der Autor mag Rauchen und Raucher nicht, das war es.

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23. Dezember 2006 19:31

Sucht bleibt Sucht

Michael Kratz (mercyquey2007)

Herr Seidl versucht den Bogen zwischen Raucher und Nichraucher zu schlagen. Sein Bogen ist aber nicht korrekt konstruiert, aus meiner Sicht ist er unansehnlich und schwierig nachzuvollziehen. Zugegeben, als überzeugter Nichtraucher, bin ich sehr angetan davon, dass man der"Kultur" des Rauchens ein Ende bereitet. Ich selber mag den Begriff Kultur nicht anwenden auf Tätigkeiten, die nur einen Zweck haben - sich zu berauschen. Nein ich lehne diese Form von Identität einer Kultur ab.

Das Problem des Rauchens besteht in der inheräten Nebenwirkung auch unbeteiligte Personen gesundheitlich zu schädigen. Im Gegensatz dazu wirken Alkohol und die meisten Drogen begrenzt auf den Konsumenten, damit bleibt es in seiner Verantwortung. Für mich bedeutet aber jede gerauchte Zigarette, jede Zigarre einen entscheidenden von mir nicht gewollten Einfluss auf meine Gesundheit.

Ich sehe jedenfalls nicht länger ein, dass Rauchen zur Kultur gehört, gar eine ist und damit toliert wird.

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