08. Februar 2006 Ältere Frauen, die auf fetthaltige Kost verzichten, sind nicht besser vor Herzinfarkten, Schlaganfällen, Brust- oder Darmkrebs geschützt als Frauen, die statt Obst und Gemüse lieber Salzgebäck und Süßigkeiten essen. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische Wissenschaftler in der größten Studie, die je zum Einfluß verminderten Fettkonsums auf die Gesundheit von Frauen gemacht wurde.
Gestützt auf unsere Ergebnisse, können wir nicht empfehlen, daß die meisten Frauen sich fettarm ernähren sollten, sagte Jacques Roussouw vom staatlichen Forschungsinstitut National Heart, Lung and Blood Institute in der Nähe von Washington, das die Studie finanzierte.
Fast 50.000 Frauen beteiligt
Für die Untersuchung wurden knapp 50.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet. Die Teilnehmerinnen der einen Gruppe senkten ihren Fettkonsum von zuvor durchschnittlich knapp 38 Prozent auf etwa 29 Prozent, während die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe so weiter aßen wie bislang. Wider Erwarten hatte die Enthaltsamkeit keine Wirkung.
Die Forscher hatten einer Gruppe von Frauen eine Kost mit stark reduziertem Fettgehalt und vielen Kohlenhydraten zum Ausgleich verordnet. Die Kontrollgruppe durfte unbegrenzt zulangen und nach Herzenslust Butter, Käse und Würste verspeisen. Bei Darmkrebs sowie Herz- und Kreislauferkrankungen ergaben sich keine Abweichungen. In der Gruppe mit ungesunder Ernährung zeigten sich gerade neun Prozent mehr Fälle von Brustkrebs. Das sei statistisch gesehen ein gering erhöhtes Risiko für diese Art von Tumor.
Nächstes Projekt: Mittelmeerkost
Dieses Resultat ist revolutionär, kommentierte der von der Rockefeller Universität (New York) emeritierte Mediziner und Ernährungsexperte Jules Hirsch die Studienergebnisse. Sein Kollege Michael Thun von der Amerikanischen Krebsgesellschaft lobte die Untersuchung am Mittwoch als Rolls-Royce aller Studien zu einem möglichen Zusammenhang zwischen der Ernährung und den schlimmsten Leiden.
Als nächstes wollen amerikanische Forscher ermitteln, ob die sogenannte Mittelmeerkost, die unter anderem Olivenöl gegen Butter eintauscht, kombiniert mit regelmäßiger Bewegung nicht doch vor Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfällen schützen kann.
Text: gel.; FAZ.NET mit Material von dpa
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