30. August 2004 Liebe hilft dem kranken Herz - offenbar auch im medizinischen Sinne. Allein lebende Menschen haben ein mindestens vierfach erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Außerdem wirken sich Liebe und Unterstützung eines Partners positiv auf den Verlauf einer Herzerkrankung aus. Das ergaben Studien, die auf dem Kongreß der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) in München vorgestellt wurden. In Deutschland sterben jedes Jahr rund 100.000 Menschen ohne Vorwarnung und ohne offensichtliche Krankheitsursachen an Herzversagen.
Dänische Wissenschaftlicher hatten die Lebensumstände von 100 Menschen zwischen 30 und 69 Jahren analysiert, die am plötzlichen Herztod gestorben waren. Von allen untersuchten sozialen Faktoren war Alleinleben jener, der am stärksten mit dem plötzlichen Herztod in einem Zusammenhang stand, berichtete die dänische Medizinerin Kirsten Melgaard Nielsen. Menschen ohne feste Beziehung wiesen häufiger Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht auf. Auch zum Arzt gingen Singles seltener und mitunter seien sie in Notfällen nicht in der Lage, Hilfe zu holen.
Partner schützen vor Ängsten
Wie ein Partner zudem bei der Genesung helfen kann, zeigt eine Schweizer Studie. Das Funktionieren einer Beziehung und ein soziales Netz sind ganz wichtige Faktoren für das Wohlbefinden von Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden, faßte Romy Mahrer-Imhof von der Universität Basel das Ergebnis von 22 Tiefeninterviews mit Paaren zusammen. Ein liebevoller Partner unterstütze den Kranken nicht nur bei der Umsetzung von Therapien und Änderungen des Lebensstils, sondern sei auch sensibel für Verschlechterungen oder Rückfälle. Wer in einer guten Partnerschaft lebt, findet darin die Unterstützung und Hoffnung, die vor Ängsten schützen kann, sagte Mahrer-Imhof. Und Angstfreiheit sei ein wichtiger Genesungsfaktor.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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