Weltaidstag

Aids in Deutschland: Vor allem Frauen suchen Hilfe

29. November 2004 Von der Immunschwächekrankheit Aids sind auch in Deutschland zunehmend Frauen und Mädchen betroffen. Besonders häufig trete die Krankheit bei Migrantinnen auf, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung, Hans Christoph Uleer, am Montag in Bonn anläßlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

In Deutschland liege der Anteil der HIV-infizierten Frauen insgesamt bei 20 Prozent, der der an Aids erkrankten Frauen bei 13 Prozent, sagte Uleer. Bei der Stiftung gingen aber überproportional viele Hilfgesuche von Frauen ein. „Die Zahlen belegen, daß in Deutschland Frauen durch HIV/Aids öfter in Not geraten als Männer.“

„Steigende Tendenz

Die größten Zuwachsraten weltweit bei den HIV-Neuinfektionen von Frauen verzeichne Ostasien, gefolgt von Osteuropa und Zentralasien, erläuterte Uleer. „Hier gibt es eine stark steigende Tendenz.“ Rund die Hälfte der 37,2 Millionen Erwachsenen (15 bis 49 Jahre), die mit HIV und Aids lebten, sind nach Angaben von UNAIDS (Aids- Organisation der Vereinten Nationen) Frauen. 1997 waren es noch 41 Prozent. Der Weltaidstag von UNAIDS steht in diesem Jahr unter dem Motto „Frauen, Mädchen HIV und Aids“.

„Aids ist nicht besiegt“, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Aids-Stiftung, Ulrich Heide. Für den immer größeren Anteil von Frauen gebe es vielfältige Gründe wie Ignoranz, mangelnde Bildung, Armut, Unterdrückung, Gewalt und auch kulturelle Hindernisse. Frauen wüßten etwa in Afrika und Asien oft wenig über Aids. Aber auch Aufklärung sei oft nicht ausreichend, denn männliche Gewalt und ihre untergeordnete Stellung mache es ihnen unmöglich, „safer sex“ mit Kondom-Schutz einzufordern.

Text: dpa
Bildmaterial: AP/Vecture, dpa

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