Telefonieren zu müssen gehört ebenfalls zu den Dingen, die bei Sozialphobikern häufig große Überwindung erfordert, falls sie es überhaupt schaffen. Deshalb könnte diese Hürde die Repräsentativität der Studie verzerren. Gut, aber eine andere Möglichkeit Versuchspersonen zu bekommen, gibt es wohl nicht.
Das große Problem mit der Sozialphobie ist m.E., dass man damit nur schwer, wenn überhaupt eine Therapie macht. Denn damit verbunden ist meist ebenfalls erstmal häufiges telefonieren, wegen der Überlastung der meisten Therapeuten eine wahrscheinliche Ablehnung (der größte Horror für Sozialphobiker), aber es trotzdem weiterversuchen zu müssen, bis man jemanden findet. Meist dauert es Jahre, bis man das schafft, bzw. bis auch das Bewusstsein gewachsen ist, dass es sich dabei eben nicht um Schüchternheit, sondern um eine manifeste Angststörung handelt. Wenn man dann den Therapeuten gefunden hat, war das dann schon die erste Lektion in Konfrontation mit der Angst. Nur machen viele Sozialphiker das nicht, weil bei einigen noch starkes Vermeidungsverhalten ("ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung") hinzukommt.