Ja, man bekommt es noch ohne Rezept. Ich bin auch der Meinung, dass das Medikament nurnoch mit Rezept ausgegeben werden sollte.
Mit "Kauf etwas erschwert" meine ich einfach, dass der Verbraucher jetzt bewusst die Beschränkung umgehen muss, wenn er sich mit Paracetamol eindecken will. Er wird also mit der Nase darauf gestoßen, dass die unsachgemäße Einnahme ein gewisses Risiko birgt. Ich denke das Problem im übermäßigen Gebrauch liegt da einfach auch im Unwissen. Denn die Argumentation, die ich zu hören bekomme, wenn ich jemanden darauf hinweisen möchte, dass er oder sie da lieber vorsichtig sein sollte, lautet meist: "Wieso? -- bekommt man doch rezeptfrei in der Apotheke!". Die Beschränkung rüttelt da vielleicht etwas auf.
Der große Wurf ist es natürlich nicht, da haben Sie recht. Aber wer sich wirklich vergiften will, kann das auch noch auf vielen anderen Wegen tun.
Größere Dosen haben sich als gesundheitsschädlich erwiesen.
TF
Auch wenn jetzt wieder Verschwörungstheorien aufgestellt werden wie z.B. "da verdient dann die Pharamindustrie und Apotheker noch mehr dran!" etc.: die meisten Suizidversuche mit Paracetamol wurden eben spontan verübt. Paracetamol war nur gerade zur Hand. Eine Packung mit 20 Tabletten reicht dann aber nicht aus. Und wer sich genauer erkundigt erfährt, dass es sich um einen langen und beschwerdevollen Weg in den Tod handelt. Wissentlich wird da kaum einer Paracetamol auswählen.
Dann frage ich Sie aber, warum Sie der Ansicht sind, dass diese Regelung den Kauf erschwert. Wenn Sie den Artikel nochmals aufmerksam lesen, werden Sie sehen, dass Paracetamol weiterhin rezeptfrei erworben werden kann (steht zumindest so dort).
Bezüglich Ihrer Bedenken betreffend dem sorglosen Konsum von Schmerzmitteln stimme ich Ihnen völlig zu. Aber diese neue Regelung wird dies auch nicht verbessern.
Wie die anderen Kommentartoren schon bemerkt haben, konvergiert die Schutzwirkung solcher Regelungen mal wieder gegen Null, was aber niemanden in Verbänden oder der Politik daran hindern würde, eine noch so sinnlose Regelung einzuführen. Schließlich muß nach langen Tagungen und Debatten am Ende irgendetwas faßbares herauskommen.
Ein vergleichbares Ergebnis sind die EU-Flug-Handgepäckvorschriften. Sie sind zwar völlig sinnlos und erzeugen hohe Kosten, aber nach langer Diskussion muß eben ein Ergebnis stehen.
Auch hier freuen sich die Produzenten über erhöhte Einnahmen, wenn der Kunde 75% oder mehr für ein 50% so große Packung zahlt.
Überings Paracetamol ist in Großbritannien in jedem Supermarkt für wenige Cent ab 16 Jahre erhältlich......
... dass der Kauf etwas erschwert wird. Ich kenne einige Leute, die schmeißen das Zeug wie Tick-Tacks ein und meinen das wär ungefährlich, weil es ja rezeptfrei zu haben ist. Viele behandeln damit Ihre Migräne selbstständig, dabei ist Paracetamol für die regelmäßige Einname nicht zu empfehlen (eben wegen der auch im Artikel erwähnten nicht gerade geringen Gefahr auf Leberschädigung, bei häufiger oder überdosierter Anwendung). Äußerst beliebt, so musste ich erschrocken im eigenen Freundeskreis feststellen, ist Paracetamol auch zur Kater-Bekämpfung, nach einer durchzechten Nacht. Dabei hat man da ja für gewöhnlich noch einiges an Alkohol im Blut, weshalb die Leber das Paracetamol nicht mehr korrekt abbaut. Das wird auch zu gerne unterschätzt.
das gute daran:
Die Pharmaindustrie bis zum Apotheker haben besser verdient am Selbstmörder, denn 5 x Kleinpackung ist teurer als 1 x Großpackung. Und das bei bestem Gewissen.
Schlaft gut.
Wer überdosieren möchte, kann das doch auch weiterhin ohne Probleme. Statt einer 30er-Packung kauft, man dann eben in zwei Apotheken je eine 20er-Packung rezeptfrei.
Der Sinn dieser Regelung liegt wohl eher darin, dass der Preis pro Tablette bei der 30er-Packung günstiger ist als bei den 20er-Packungen.