Richtig heißt es: Blöd trinken. - Ein Rausch mit anständigem Kopfweh und ekliger Übelkeit ist garnicht so schlecht, denn er regt normalerweise die Denktätigkeit an. Nur so haben wir begriffen, daß, was wir machten, Blödsinn war. Nur wenn wir den gleichen Quatsch wiederholt haben ohne zu lernen, dann waren wir entweder alkoholkrank oder blödsinnig. Bei dem ersten muß man die Krankheit behandeln lassen, bei dem zweiten landet man im Elend. Also, man wird schlicht blöd, den Kampfsaufen ist das erste Anzeichen von selbstverursachtem Schwachsinn. Nur im jugendlichen Alter fehlt natürlich noch der Überblick über das erlebte Leben, man will ihn ja noch gar nicht und möchte mal sehen, wie viel man verträgt. Und die alten Deppen sind ja sowieso unkool. Man kennt ja heute auch nicht die Freunde der "Alten", die nach ein oder mehrmaligem LSD-"Genuss" ein Leben lang unter Angstpsychosen und Wahnvorstellungen gelitten haben. Locker gesagt: Wird in Zukunft auch mit den "neuen" Drogen auftreten. Die Täter sind aber die Gierigen, die den Cache mit den 11 Jährigen machen - und wer nichts dagegen tut, den finde ich - uncool!...
Die in Deutschland übliche Entschuldigungskultur grast auch hier wieder und wiederholt die Behelfs-Begründungen ,die für den Rauschgift-Hype der 60er bis 80er Jahre geliefert wurden.
Damit hat man -damals wie heute- auch gleich den Schuldigen gefunden -die Gesellschaft,die "Zeit" , braucht sicht nicht selbst zu verantworten und bleibt keine Antworten schuldig.
Frust, Perspektivlosigkeit, Schulprobleme, schlechte Ausbildungs-und Berufsaussichten ,zerrüttete Familien etc -all das mag bei wenigen ja Grund für ihren Zuspruch zu Alkoholexzessen sein.
Für die große Mehrheit gilt aber :
Es geht vordringlich um Spaß,man will dabei sein,Rausch erleben.
Den Jugendlichen sollte allerdings -und hier steht nun wirklich die Gesellschaft in der Pflicht- deutlicher bewußt gemacht werden,daß unkontrollierter,ungehemmter Spaß zumal bei Drogen ihr Ende bedeuten kann.
Ich lebe schon seit Jahren in London und die Verhaeltnisse hier sind noch um einiges schlimmer, amcht euch auf was gefasst Deutschland!!!
Ich denke das man versuchen sollte die Eltern vielmehr mit einzubeziehen! Ich komme aus der guten deutschen Mittelklasse und bei Bekannten war es total normal den Toechtern und Soehnen einen Kasten Bier hinzustellen wenn eine Party geschmissen wurde. Los geht das im Konfirmations-Alter (13-15). Hier in England ist es die Mittelschicht die am meisten Alkohol trinkt, die Unterschicht kann es sich nicht leisten und die Oberschicht??? Ja entweder ist sie sich zu fein oder hat tatsaechlich verstanden das erhoehter Alkoholkonsum nicht sehr gesund ist.
Ich denke nicht das es eine Patent-Loesung fuer das Problem gibt, aber wenn der Handel auf das Alter der Kaeufer achtet, der Alkohol ein wenig teurer wird und die Eltern ueber die Risiken aufgeklaert waeren, koennte man das Problem vielleicht eindaemmen?
Frust und Langeweile als Motivation zum Trinken? Das ist zu mindestens in Bezug auf den Durschnitts- Jugendlichen in den wenigstens Faellen so. Meistens ist dies einfach fester Bestandteil des Fr-, oder Sa Abends Weggehen mit Freunden. Zusammen trinken und Spass haben. Ist bei mir auch so, und bei den meisten Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland so. Alkohol ist wirklich eine Volksdroge- auch wenn das sich boese anhoert, was einem besonders auffaellt wenn man sich in anderen Laendern aufhaelt, wo das nicht so ist. Gut, das alles ist nichts Neues, und allgemein bekannt. Was jedoch neu ist, ist der Fakt das Jugendliche immer frueher erwachsen werden wollen. Und das mit allen Insignien: Rauchen, Disko oder „Party“, und natuerlich zum Haupteil auch das Trinken. Das ist ein Trend zur Genuege statistisch bewiesen ist. Und keiner kann sagen dass es wuenschenswert ist, wenn sich das so fortsetzt. Es ist nun mal so-je frueher angefangen wird zu trinken, desto schaedlicher. Aus diesen Gruenden verstehe ich keinen, der sich gegen eine Verschaerfung der Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetztes ausspricht. Warum koennte man dagegen sein? Wem schadet es? Das Gesetz existiert aus gutem Grund und sollte auch eingehalten werden.
Dass Jugendliche mal Grenzen überschreiten und gelegentlich auch mal sturzbesoffen sind gehört mit zum ErwachsenWerden.
Wenn es aber so weit geht, dass dies massenhaft geschieht und auch in der Tendenz zur Gewohnheit wird, dann ist dies ein Symptom dafür, dass in dieser Ecke der Gesellschaft die Hütte mächtig brennt.
Die Verführungen, die es in unserer Gesellschaft aus ökonomischen Gründen seit Jahrzehnten in immer subtilerer und massiverer Weise gibt zeigen Wirkungen. Hinzu kommt eine Entwicklung die Jugendliche wahrnehmen lässt, dass sie die Verlierer sein werden auf der Strecke des auch beruflich Erwachsenwerdens. Ihr Leben wird durch den Stachel der Sinnlosigkeit vergiftet. Und was weh tut muss betäubt werden.
Es wird sich bitter rächen, wenn die ökonomische Arroganz anhält, die Jugendliche außen vor hält an der Teilhabe gesellschaftlicher Produktion. Politik und die gesamte Wirtschaft tragen dazu bei explosives Potential zu erzeugen. Der Geist, der Jugendliche nur als Konsumvieh betrachtet hilft die Büchse der Pandorra zu öffnen.
Mit ihrer Resignation sind uns die Jugendlichen prinzipiell einen Schritt voraus. Auf der Suche nach einem Sinnbild und Zukunftsperspektiven erleben sie täglich die Erscheinung eines kulturellen, wirtschaftlichen, ethnischen und moralischen Niedergangs dieses Landes, des Sinnverlusts und der Orientierungslosigkeit. Und diese Zerstörung ist politisches Programm. Da hilft es allein nichts, wenn der Staat sich darauf beschränkt, ihnen vorzuschreiben, worin der Sinn des Lebens zu bestehen hat. Was diese jungen Menschen wirklich bewegt, interessiert dabei nicht. Das Tragische daran ist, dass man sich den Untergang dieser freiheitlichen und demokratischen Werte nicht mal schönsaufen kann!
Jugendliche in Deutschland richten sich durch oeffentlichen Nikotin- und Alkoholmissbrauch zugrunde, die Anderen schauen geflissentlich weg. Ein aehnliches Ausmass an Disziplinlosigkeit laesst sich nur noch in Laendern wie Weissrussland oder der Ukraine beobachten, wo exzessiver Alkoholmissbrauch gesellschaftsfaehig ist.
Bestes Gegenbeispiel sind die USA, wo die Bevoelkerung dies verinnerlicht hat. Nun sollten die Deutschen entscheiden, welchen Weg sie gehen.
Ich persönlich vervolge die Diskusion um die Zunahme von riskanten Alkoholkonsum unter Jugendlichen schon länger. Leider wurde noch kein einziges Mal eine Studie genannte, auf dessen Ergebnisse man sich stützen könnte. Ich bitte darum andere FAZ-Leser die eine solche Studie möglicherweise kennen, mir auf dem Wege des Kommentars Autor, Zeitschrift und Erscheinungsdatum mitzuteilen. Ich hoffe, daß sich jemand mit detaillierten Informationen finden wird. Überall steht das sich das Trinkverhalten Jugendlicher in letzter Zeit massiev zum Schlechten geändert hat, es wird also sicherlich eine wissenschaftliche Untersuchung dazu geben. Im Vorraus ein Dankeschön für Hinweise.
SPa
Da kann ich eigentlich nur voll zustimmen. Bei dem heutigen Gesellschaftsdruck muessen Alternativen und Programme her die unsere Jugend sinnvoll beschaeftigen. Verbote ala Prohibition sind doch sinnlos und werden von unseren eigenen Kindern ausgebremst oder geschickt umgangen. Man kann seine eigenen Kinder nicht bekaempfen. Man muss neue Wege erschliessen. Beschaeftigung, Camps, Ausbildung etc.
Das ganze hat doch mit Frust nichts zu tun. Es ist doch auch ein schönes Gefühl mal richtig betrunken zu sein. Kommunikation wird leichter und man fühlt sich in einer abstrakten weise freier. Und manchmal muss das dann halt sein. Abhängigkeit ist eine schlimme sache und muss möglichst verhindert werden, aber gelegentlichen Überkonsum braucht man auch einmal um einen ausgleich für den ganzen Ernst des Lebens zu haben.
Vielleicht wäre es mal interessanter, nach den wirklichen Ursachen für den zunehmenden Alkoholmißbrauch unter Jugendlichen zu suchen. Von Medien und Politikern werden immer gerne die angeblich zu laschen vorhandenen Regelungen angeprangert und schärfere Gesetze gefordert. Das ist meinem Empfinden nach ein allgemeiner Trend (siehe Verkehrspolitik), jedoch eigentlich nicht die richtige Lösung. Zum einen stellt sich die Frage, ob denn der Status Quo immer so krass ist, wie er dargestellt wird, zum anderen werden mit höheren Strafen und strengeren Vorschriften die tatsächlichen Ursachen für einen Mißsstand verdrängt.
Wenn sich Jugendliche sinnlos besaufen, weil sie Frust oder Langeweile haben bzw. einfach abgestumpft sind, sollte man doch eher nach Gründen für dieses Verhalten suchen. Vor allem auch deshalb, weil die allermeisten Jugendlichen nämlich überhaupt kein Problem mit Alkohol haben.
Nebenbei: Die Begriffe "Komasaufen" und Rauschtrinken" sind genau solche Unwörter wie "Monstertrucks" oder "Klimaschweine", die der sachlichen Diskussion nicht dienlich sind!
Wie hier schon jemand bemerkt hat, gab es das schon immer und vielleicht auch in den 60/70 er Jahren verstärkt.
Die Ursachen damals sind wahrscheinlich gleich oder sehr ähnlich wie heute - Langeweile und Frust.
Das man heute mit Zahlen arbeiten kann liegt daran, das heute jede Kleinigkeit statistisch erfasst wird.
Nicht das ich das Komatrinken befürworte, aber machen kann man da auch nicht viel.
Die bereits seit Jahren existierenden Gesetze reichen aus, wenn man das dann auch einhält und kontrolliert - verhindern kann man das so aber nicht und auch nicht bei verschärften Gesetzen.
Man sollte sich lieber fragen, wie und was man den Jugendlichen an Alternativen anbieten kann um Frust und Langeweile zu beseitigen.
Wer sich in den Kommunen umsieht findet wenig bis nichts an zeitgemäßen Möglichkeiten - das hat sich in 40 Jahren nicht geändert !
Hauptsache, man hat erstmal das Rauchen verboten......
Wahrscheinlich haben sich doch mehr "blöd-geraucht" als "blöd-gesoffen".....
Mit etwas Glück wird auch noch das Kokain im Bundestag
verboten (wir erinnern uns an die Toiletten-Funde).
wieso sind die politiker nur alle so realitätsfremd.
wenn ich alkohol haben will und noch keine 18 bin, dann lasse ich den von jemanden anderen kaufen. so einfach ist das! gesetze sind unbrauchbar wenn man sie nicht durchsetzen kann. an jeder ecke in deutschland gibt es einen penner der mir ne flasche hochprozentiges kauft, wenn ich ihm dafür 2 euro gebe. noch fragen???