Billigere Medikamente

Neue Hoffnung für Aids-Kranke in Entwicklungsländern

09. Mai 2007 Millionen Aids-Patienten in armen Ländern sollen künftig billigere Medikamente erhalten. Wie die Clinton Foundation, die Stiftung des früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton, in New York mitteilte, willigten zwei Pharmaunternehmen ein, ihre Preise für sogenannte antiretroviralen Medikamente der zweiten Behandlungslinie in insgesamt 66 Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika um bis zu 50 Prozent zu senken.

Auf diese Medikamente sind HIV-Infizierte angewiesen, die nicht mehr auf herkömmliche Medikamente ansprechen. Fast eine halbe Million Menschen werden diese Medikamente bis zum Jahr 2010 benötigen, schätzt die Stiftung. Bisher liegen die Preise dieser Präparate um das Zehnfache über denen herkömmlicher Mittel.

Millionen Menschen auf Arzneien angewiesen

„Kein Unternehmen wird wegen der hohen Spitzenpreise für Aids-Medikamente leben oder sterben, aber die Patienten“, sagte Clinton in einem Fernsehinterview. Wie die Stiftung weiter mitteilte, wird es durch die erzielten Abkommen mit den Pharmaunternehmen Cipla und Matrix zudem möglich, die Kosten für eine herkömmliche Behandlung von Aids-Patienten nach westlichem Standard auf unter einen Dollar (unter 0,74 Euro) pro Tag zu senken. Dadurch werde der Einsatz eines Medikaments, das nur ein Mal pro Tag als Tablette eingenommen werden muss, auch in armen Ländern möglich.

„Sieben Millionen Menschen in den Entwicklungsländern sind auf eine Behandlung wegen HIV/Aids angewiesen“, sagte Clinton. Jetzt gehe es darum, ihnen die beste Behandlung zu ermöglichen. Die Clinton Foundation setzt sich seit 2002 weltweit im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit ein.

Regelung gilt auch für Schwellenländer

„Die Vereinbarung ist eine gute Nachricht für den Zugang zu erschwinglichen HIV/Aids-Medikamenten“, kommentierte der Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Oliver Moldenhauer. Positiv sei auch, dass die Regelung auch für Schwellenländer wie etwa Thailand gelte, und nicht nur an die allerärmsten Länder gedacht worden sei.

Trotz allem seien die ausgehandelten Preise immer noch sehr hoch. Ob die Patienten davon profitieren könnten, hänge noch vom internationalen Patentrecht ab.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AP, REUTERS

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