Straßenverkehr

Fahranfänger sollen „trocken“ bleiben

Wasser statt Alkohol am Steuer - für Fahranfänger künftig bindend

Wasser statt Alkohol am Steuer - für Fahranfänger künftig bindend

14. Februar 2007 Fahranfänger müssen sich auf ein absolutes Alkoholverbot während der ersten beiden Jahre am Steuer einstellen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen. Betroffen von dem Verbot sind nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums alle Fahranfänger unabhängig von ihrem Alter.

Verstöße gegen das Verbot sollen mit 125 Euro Bußgeld und zwei Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei geahndet werden. Zudem verlängert sich dann die Probezeit um weitere zwei Jahre. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), sowie mehrere Automobilclubs begrüßten den Entwurf. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) forderte sogar ein absolutes Alkoholverbot für alle Verkehrsteilnehmer.

Tiefensee: Präventive Wirkung

Alkohol im Straßenverkehr sei eine der Hauptunfallursachen, erklärte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). „Wir setzen daher auf die präventive Wirkung eines eindeutigen Verbots.“ Laut
Tiefensee besteht für die Gruppe der 18- bis 25 Jahre alten Autofahrer weiterhin das höchste Risiko, bei einem Autounfall tödlich zu verunglücken. Diese Altersgruppe stelle zudem mit weit mehr als 80 Prozent den größten Teil der Fahranfänger. Zudem sei diese Gruppe mit mehr als 30 Prozent an Alkoholunfällen beteiligt, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur acht Prozent betrage. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bezeichnete den Gesetzentwurf als „klares Signal, dass Fahren und Trinken nicht miteinander vereinbar sind“.

Die Drogenbeauftragte Bätzing begrüßte die Pläne des Kabinetts. Sie setzten ein Zeichen „für mehr Vernunft und weniger Alkohol im Straßenverkehr“. Auch ADAC-Präsident Peter Meyer kündigte an, ein Alkoholverbot für Fahranfänger „voll zu unterstützen“. In Kombination mit der Unerfahrenheit und der Risikobereitschaft junger Autofahrer produziere Alkoholkonsum bei dieser Gruppe deutlich mehr Unfälle, sagte Meyer in einem Fernsehinterview.

Erster Schritt zu null Promille im Straßenverkehr?

Von einem „ersten Schritt“ hin zu einem absoluten Alkoholverbot im Straßenverkehr sprach der VCD. Trunkenheit am Steuer berge auch „über die Probezeit von Führerscheinneulingen hinaus eine wesentliche und vermeidbare Unfallgefahr“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen. Nach Angaben von Regierungssprecher Wilhelm gibt es derzeit aber keine weitergehenden Pläne in diese Richtung. Die Promillegrenze habe sich durch die Rechtsprechung deutscher Gerichte mit herausgebildet und beruhe nicht zuletzt auf Erfahrungen der Medizin. Dennoch appelliere die Bundesregierung an das Verhalten aller Autofahrer.

Text: FAZ.NET mit Material von AFP
Bildmaterial: dpa

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