Kassenärzte

Die alltägliche Planwirtschaft

Gedeckelt, geregelt, genervt: Kassenärzte schimpfen auf die Gesundheitsministerin, auf die Kassen und einige auch auf Patienten. Alle klagen über das Abrechnungssystem. Die Gesundheitsreform hat nichts verändert. Wir hatten unsere Leser aufgerufen, an diesem Beitrag mitzuschreiben und über eigene Erfahrungen zu berichten. Die Kommentare werden im Anhang dokumentiert. Von Magnus Heier

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Januar 2007 10:27

Nochmal zusammengefaßt:

gisbert heimes (gisbert4)

Im Gesundheitssystem ist viel Geld drin.
Im Gesundheitssystem gibt es viele Gruppen und Interessen.
Hinter die Gruppen- und Geldinteressen tritt in der Regel das Gesundheitsinteresse zurück.

Die Grundstellung ist: der Kranke und sein Arzt. Um diese Konstellation rankt sich alles andere: von den Kassen bis zur Pharmaindustrie.

Eine Lösung wäre, radikale Wettbewerbsbedingungen durchgängig durchzusetzen. Dabei blieben nicht wenige auf der Strecke: es gibt nun mal Ärzte, die keine Kaufleute sind, und es gibt Kranke, bei denen nichts zu holen ist.

Eine andere Lösung wäre: alles und alle in einen großen Topf. Sozialismus eben. Dann müßte man definieren, in einem 'breiten Konsens', was geht und was nicht. Man müßte auch ein 'Volksgesundheitsprogramm' auflegen (Prävention, Sport, Rauchen, Saufen usw. usf.). Sehr schwierig, wegen der Interessen und wegen der 'Freiheit' (sic!). Würde aber die Kosten sehr bald gravierend senken. Am Ende stünde die 'Volksgesundheit'. Jedenfalls eine bessere.

Alles äußerst mühsam. Aber mühsamer als das jetzige Gezerre kann es auch nicht sein. Wozu haben wir denn diese verdammte Große Koalition.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Januar 2007 09:54

Teilweise partizipativer Journalismus

Thomas Kaspar (Bibliothomas)

Liebe Kollegen,

da habt Ihr ein tolles Stück journalistische Arbeit geleistet.
Ich habe es in meinem Blog bei CHIP Online kommentiert:
http://blog.chip.de/community-blog/faz-am-sonntag-teilweise-partizipativer-journalismus-20070115/

Gruß
Thomas H. Kaspar
CHefredakteur Community
CHIP Xonio Online

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Januar 2007 00:32

Die alltägliche Planwirtschaft

Peter Ronge (Ulenspegel)

Das ist neu:
Die FAZ schildert in allen wesentlichen Punkten zutreffend (wenn auch nicht vollständig, das wäre unmöglich) die Lage der 120.000 "Kassen"ärzte, welche Tag für Tag unter den Bedingungen eines völlig absurden, ja pervertierten staatsplanwirtschaftlichen pseudosozialen Systems die Hauptlast der Gesundheitsversorgung der bundesdeutschen Bevölkerung tragen.

Daß sie dafür (AUCH VON DER FAZ!) gerne einmal mit Kriminellen ("Abrechnungsbetrug in Milliardenhöhe") auf die gleiche Stufe gestellt werden, WEIL DIESES ABSURDE SYSTEM IN SICH SELBST EINEN UNIVERSELLEN BETRUG darstellt, ist nicht vergessen.

Hier wenigstens eine kleine "Wiedergutmachung".

Bleibt zu hoffen, daß die verantwortlichen Redakteure auch auf dem gefährlichen Eis des Gesundheitswesens genauer nachhören, bevor sie allfällige Vorurteile und Propaganda aus arztfeindlichen Quellen kolportieren.

Es besteht also Hoffnung auf Objektivität; hoffentlich keine journalistische Eintagsfliege !

Gruß

Ulenspegel

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
15. Januar 2007 00:28

Was will der Bürger ?

Stephan Falk (Pathosurfer)

Als niedergelassener Arzt kann ich allen Meinungen im Forum nur zustimmen: es gibt gute und schlechte Ärzte, es gibt Idealisten und Opportunisten sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten, es gibt korrekte und Hochleistungsabrechner, es gibt Bürokratie und Zwang ohne Ende...
Was es nicht gibt ist Freiheit - Freiheit des Patienten, sich mündig und ökonomisch zu verhalten, seine Versicherungsform selbst zu bestimmen, selbst einen Kontrakt mit dem Arzt zu schließen und die Rechnung auch selber zu prüfen. Freiheit des Arztes Patienten ohne irrwitzige Bürokratie und ohne Abstaffelung bei erneuten Besuchen (es soll auch chronisch und Schwerkranke geben, die der laufenden Zuwendung bedürfen) und ohne Büttelfunktion der GKV bei der Verschreibung auch teurer Medikamente und Therapien zu behandeln. Das gibt`s schon lange nicht mehr in der GKV, jetzt wird auch noch die PKV, in der diese Freiräume noch existieren, derart ausgehöhlt, daß ihr Ende absehbar ist: ein Reformerfolg nur im Newspeak a la Orwell !
Hat eigentlich irgendjemand der Verantwortlichen den Bürger gefragt, ob er das bürokratische Monster Gesundheitsfonds braucht, der noch mehr Geld aus der Patientenversorgung abzieht, um sich selbst zu erhalten?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Januar 2007 22:11

Gesundheitsreform - Krankenkassen

Gabriele Limmer (rlimmer)

Warum wird nicht endlich der Rotstift auch bei den Krankenkassen selbst angesetzt? Die Krankenkassen scheinen ein Selbstbedienungsladen für die eigenen Führungsetagen zu sein!
Anstatt das Geld der Versicherten für die Mitglieder zu verwenden, wird aufwändig in eigener Sache geworben - mit Plakat-Fernseh - und Flyerwerbung!
Durch die Praxisgebühr, die von uns Ärzten ja kostenlos eingetrieben wird, entstehen bei uns selbst und auch bei den KVen enorme Verwaltungskosten. Dies wird noch gesteigert durch die vielen Ausnahmen, die mittels meist unsinniger Früherkennungsnachweise erkauft werden. Wenn ich sehe, wie die Patienten Rabattmärkchenartige Heftchen führen müssen, um Wohlverhalten zu demonstrieren, wird mir schlecht!
Es ist absolut notwendig, dass die Betroffenen selbst : Patienten, Ärzte (nicht Funktionäre) und Sachbearbeiter der Krankenversicherungen Einfluss auf die Struktur der Gesundheitspolitik nehmen. Wir brauchen nicht noch mehr unsinnige Verwaltungsverrenkungen, sondern weniger!
MfG Dr. Limmer, Solingen

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
14. Januar 2007 17:22

Thema Praxisgebühr:

Dietrich Berner (dieterberner)

Ich kann den geschilderten Sachverhalt nur bestätigen. Da ich dies bzgl. Notdienst jedoch nicht kannte, habe ich nachgefaßt. Das Thema "Notfall" ist im gesamten SGB 5 bzgl. Praxisgebühr nicht angesprochen. Nächste Stufe war Rückfrage beim BMG, bei der BKV, der zuständigen Landes-KV, bei meiner Krankenkasse, wo diese 100%-Ausweitung der Praxisgebühr geregelt ist. Niemand konnte mir bis heute sagen, wo diese Handlungsweise geregelt und - da es sich um ein Gesetz des Bundestages handelt - von diesem autorisiert wurde.
Die Praxisgebühr muss der Arzt zwar an die Kasse weitergeben, aber sie fließt dann wieder an die Ärzte zurück. Die Kankenkassen sind froh, daß sie mehr Geld in ihren Topf bekommen, und die Ärzte ebenso. Letztlich ist es aber eine dumme Sozialistenidee der Sozialistin Schmidt und des "Sozialpopulisten" (FAZ vom 14.1.07) Seehofer. Sozialisten sind nicht in der Lage die Grundkrankheit eines sozialistischen Systems zu erkennen: wenn ich schon gezwungen werde zu zahlen, werde ich soviel wie möglich mitnehmen. Der sozialistische Staat DDR ging letztlich daran zu Grunde.
Wer kann mir sagen, wo die Notfall-Praxisgebühr gesetzlich geregelt ist. Im SGB 5 jedenfalls nicht!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
13. Januar 2007 03:23

Ihr Artikel Die alltägliche Planwirtschaft

Michael Brenner (MichBren)

Ihr Artikel beschreibt sehr gut die völlige Absurdität des ärztlichen Handelns im Alltag, bei dem kaum noch Platz für den Patienten und seine Krankheit übrig bleibt. Es wird allerdings betreffend des Abrechnungssystems nicht deutlich genug, dass die Verantwortung für die Absurditäten nicht bei der Selbstverwaltung, d.h. der KV liegt, die nur den Mangel verwalten kann, sondern bei der Politik, die die entsprechenden Rahmenbedingungen verursacht hat, sich dieser Verantwortung jedoch nicht stellt. Ein wesentliches Element des ärztlichen Leidens fehlt ebenfalls noch, nämlich die permanente Bedrohung durch Medikamentenregresse aufgrund von Budgets, mit denen Patienten nicht annähernd nach den geltenden medizinischen Standards behandelt werden können, mit Regreßsummen, existenzvernichtend sind. Das Ganze noch verschärft durch die neu gesetzlich verankerte Bonus-Malus-Regelung, die den Arzt in eine nicht lösbare Ethikfalle führt,nämlich entweder an seine wirtschaftliche Existenz zu denken und dann dem Patienten die erforderlichen Medikamente zwecks Bonus zu verweigern oder sie ihm zu verordnen mit der Konsequenz, mit der Malus-Regelung finanziell bestraft zu werden.Dies alles zusammen genommen erklärt den massiven Frust sehr gut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 19:42

zu AOK 2

Hermann Trouvain (liwiz)

Die Quelle dieser Daten (Zunahme der Kostenfaktoren, insbesondere die Kostenexplosion bei den Arzneimitteln) würde mich brennend interessieren.

Laut OECD betrug der Anteil unserer Arzneimittelkosten an den Gesundheitsausgaben im Jahre 1970 16%, ging in den 90er Jahren zurück auf 13% und liegt in 2004 bei 14,1 %.
Das sind die Daten, die unsere Regierung an die OECD geliefert hat. In vielen OECD Ländern liegen diese Kosten in 2004 um 20%.

Die wahren Gründe für die Kostenentwicklung in unserem "Krankheitssystem" sind:
- unsere Krankheitstage, akut-Einweisungen in Krankenhäuser und Zahl der Arztbesuche (jeweils pro 1000 Einwohner) sind Spitzenwerte in den OECD Statistiken
- Mangelnde Transparenz führt zum Mißbrauch des Systems
- Budgetrestriktionen verhindern eine angemessene Behandlung der Patienten mit Arzneimitteln
- eine absolut unnötige Bürokratie mit über 200 Krankenkassen und den Krankenkassenärztlichen Vereinigungen. Der Gesundheitsfond wird dieser Bürokratie die Krone aufsetzen!

Zudem haben wir ein Finanzierungsproblem, da die Zahl der Beitragszahler nicht wächst.

Keines dieser Probleme wird mit der "Gesundheitsreform" angesprochen, geschweige denn eine Lösung aufgezeigt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 19:17

AOK - Erklärung der Praxisgebühr

Thomas Sitte (t.sitte)

zur Praxisgebühr:

Die Niedergelassenen sind die Eintreiber der Praxisgebühr. Das, was sie hier in die Kasse buchen, dürfen sie tatsächlich behalten. Es wird Ihnen quasi "gutgeschrieben".

ABGEZOGEN wird ihnen aber für jeden einzelnen zahlungspflichtigen Patienten 10,- € vom Honorar. Wenn der Patient nicht bezahlt hat, macht man halt ein Minus. Darauf kommt es ja dann auch nicht mehr an, könnte man sarkastisch anmerken.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 19:13

Zur Niederlassung und Kooperationsmodellen

Thomas Sitte (t.sitte)

So richtig verwirrend wird es bei den Abrechnungsmöglichkeiten erst, wenn sich mehrere Ärzte in einer Gemeinschaft zusammenschließen wollen. Dies ist ja eigentlich vom Gesetzgeber und den KV gewünscht und gefordert. Es kann den Patienten die Versorgung durch kurze Wege, schnelle Konsile unter einem Dach und "geballte Fachkompetenz" die Versorgung wesentlich erleichtern.

Wir haben im Dezember wegen einer Umtrukturierung unserer durch den unsäglichen EBM 2000+ gebeutelten Praxis bei der KV nachgefragt. "Wollen Sie wirklich russisch Roulette spielen? " war der durchaus ernst gemeinte Rat des kompetenten Mitarbeiters! Haben wir dann doch lieber nicht.

Zum Glück sich wir agil und flexibel um unsere Praxis durch die Untiefen des Systems zu lotsen. Einige Male hätten wir fast Schiffbruch erlitten. Ein paar Mal ging es sehr gut. Inzwischen weiß ich, man will uns nichts Böses anhaben. Manche bei der KV meinen es wirklich gut. Aber das System ist kaputt. Ich spiele Monopoly mit meiner Kassenpraxis, ernsthafte, langfristige Strategien sind völlig nutzlos.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 19:05

kleine Korrektur

Thomas Sitte (t.sitte)

auch von mir Herrn Heier meinen Glückwunsch, dass er das System tatsächlich besser begriffen hat, als die meisten meiner Kollegen. Zwei Dinge sind mir aufgefallen, die ich korrigieren würde.
In unserer Schmerzpraxis mit vielen Patientenkontakten bringt der Erstkontakt 195 Gummipunkte je 2,5-3,5 ct, der Zweitkontakt schon nur noch 50 Rubbelpunkte je 2,5-3,5 ct, jeder weitere Kontakt stürzt auf 50 Pünktelchen je 0,45 ct (= 0,22 € oder in der alten Währung 12 Pfenning für 10 min Gespräch plus Dokumentation). Nett nicht wahr.

Wie hieß es doch: wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Thalers nicht wert!

Beim Abrechnungskatalog der Nervenärzte ist schlicht ein Fehler unterlaufen, der Umfang der fachärztlichen Leistungen umfasst 17 Katalogseiten, dazu kommen noch 72 allgemeine Seiten. Der Kommentar dazu ist natürlich viiiiiiiel dicker aufgeblasen und für keinen mehr zu durchschauen. Abrechnungsfehler, vox populi nennt das "Arztbetrug" ist Tür und Tor geöffnet!


Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 16:11

Zur Stellungnahme II der AOK

Markus Teuber (arathorn)

Dort wird behauptet,die Praxisgebühr verbliebe bei den Ärzten.
Das ist schlichtweg gelogen
(einen anderen ,gemäßigteren Ausdruck gibt es leider nicht)!
Die Praxisgebühr wird von den Ärzten zwar eingetrieben,ist aber ohne Abzug bei der zuständigen KV abzugeben.
Dort wird sie anteilsmäßig wieder auf die Krankenkassen verteilt.
Die Ärzte treiben diese Gebühr stellvertretend für die
gesetzlichen Krankenkassen ein!
Die Praxisgebühr wurde nicht eingeführt,um das Honorar
der Ärzte aufzubessern,sondern um den Anstieg der Beiträge
zur gesetzlichen Krankenkasse auf diese Weise zu kaschieren
(da Frau Schmidt 1 Jahr vor der Einführung der Praxisgebühr
noch versprochen hatte,die Beiträge zur GKV werden in Zukunft sinken).
Dies ist nur ein Beispiel für vielerlei falsche oder verfälschte Behauptungen und Darstellungen im Rahmen
der "ewigen" Gesundheitsreform.

Etwas mehr Ehrlichkeit von Seiten der jeweiligen Lobby-Gruppen wäre äußerst hilfreich,um das Gesundheitssystem wirklich zu reformieren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 14:59

Stellungnahme des Bundesverbandes der AOK 2

Joerg Albrecht (joergalbrecht)

Leider kommen in dem Artikel auch wichtige Fakten zu kurz. Deshalb hier nur vier Punkte zur Entwicklung der ambulanten Versorgung von 1993 bis 2005: 18,3 Prozent mehr berufstätige Ärzte. 20,8 Prozent mehr niedergelassene Vertragsärzte. 20,5 Prozent Plus bei den Arzthonoraren (ohne die Praxisgebühr, die beim Arzt verbleibt). 78,4 Prozent Plus bei den Arzneimittelausgaben. Mehr dazu unter www.kassenbesuch.de.

Udo Barske, Leiter der Pressestelle AOK-Bundesverband

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 14:58

Stellungnahme des Bundesverbandes der AOK 1

Joerg Albrecht (joergalbrecht)

Gesetzlich Krankenversicherte werden von niedergelassenen Ärzten in Deutschland sehr gut behandelt.Durchschnittszeiten von Arzt-Patientengesprächen sind dazu kein Widerspruch, wenn man bedenkt, dass viele Patienten auch nur ein Rezept abholen. Gerade bei manchen Fachärzten gibt es allerdings unnötige Wartezeiten, daran arbeiten wir gemeinsam mit den Ärzten. Auch eine Änderung der Vergütung der Ärzte, eine Umstellung auf Fallpauschalen, die sich - ähnlich wie im Krankenhaus - an der Schwere der jeweiligen Erkrankung und des dadurch notwendigen medizinischen Aufwandes orientiert- wird kommen. Eines wird sich dadurch aber nicht ändern: dass Geld ein knappes Gut bleibt. Die „alltägliche Planwirtschaft“ wird also nicht abgelöst werden können durch den ungehinderten Griff in die Kassen der gesetzlichen Krankenkassen oder in den Geldbeutel des Patienten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
12. Januar 2007 12:00

Positivbeispiel

Andreas Seidl (ASeidl)

Ich habe einige nicht besonders schmeichelhafte Beispiele hier abgegeben und möchte das durch ein positives ergänzen, um ein faires Bild zu geben.

Vor zwei Jahren plagte mich der Husten einige Wochen und nichts half. Es wurde ehr schlimmer. Also suchte ich einen Arzt auf, bei dem ich vor Jahren schon mal war und in der Familie einen guten Ruf hat. Nachteil: man muß lange warten und durch die halbe Stadt fahren. Er nahm sich 20 Minuten Zeit um alle Symptome und den Krankheitsverlauf zu besprechen, untersuchte mich und stellte seine Diagnose. Er erklärte genau, was los war, verschrieb ein Medikament, erklärte wie es wirkt und wie es anzuwenden sei. Ich holte es für ca. 15 € aus der Apotheke, verfuhr gemäß Anleitung und gut eine Woche später war der Husten weg. Dann kam die Arztrechnung: gut 20 €. Aus meiner Sicht supergünstig.

Ein weiterer Systemfehler liegt offensichtlich in der GOÄ, die die aufgewendete Zeit für eine vernünftige Diagnose und Beratung nicht ausreichend honoriert. (Ulla Schmid möchte hier noch kürzen!) Man sollte die Tarife für Beratungsleistungen nach Aufwand staffeln und einen für Freiberufliche marktüblichen Stundensatz zu Grunde legen.So könnten Fehler reduziert werden und letztendlich die Kosten sinken.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 67 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 | 4 | 5 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche