08. Februar 2005 Die Vereinten Nationen wollen innerhalb der nächsten 18 Monate Aidsmedikamente für Kinder entwickeln und vertreiben. Die bislang verfügbaren Mittel seien für diese Altersgruppe ungeeignet und anti-retrovirale Medizin, wie sie im Westen verabreicht werde, sei in den Entwicklungsländern häufig nicht erhältlich.
Deshalb besteht nach UN-Angaben ein großer Bedarf an geeigneter Arznei für HIV-infizierte Kinder. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen und die Weltgesundheitsorganisation wollen sich nun gemeinsam daran machen, diesen Mangel zu beheben.
Kindertaugliche Aidsmedizin
Wenn wir sofort beginnen, könnten wir bestimmte Formeln innerhalb von 18 Monaten auf dem Markt haben, teilte der UN-Sonderbeauftragte für Aids und Afrika, Stephen Lewis, jetzt mit. Davon profitieren würden dann vor allem künftige Patienten, denn schon infizierte Kinder werden dieses Rennen gegen die Zeit wahrscheinlich trotzdem verlieren, so Lewis.
Die effektivste Methode im Kampf gegen Aids wäre nach UN-Angaben jedoch immer noch, die Übertragung von Schwangeren auf ungeborenes Leben zu unterbinden, weil sich auf diese Weise die Mehrzahl der Kinder in Afrika ansteckt. Da aber nur etwa zehn Prozent der HIV-infizierten Schwangeren Zugang zu entsprechend ausgerüsteten Kliniken hätten, sei es wichtig, kindertaugliche Aidsmedizin so schnell wie möglich verfügbar zu machen.
Text: feb., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2005, Nr. 33 / Seite 7
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