
... ist, dass sie eine Ortsbindung eingehen. Wer einmal ein Haus hat, der zieht nicht so leicht in eine andere Stadt, oder gar ein anderes Land. Aber der Arbeitsmarkt von heute erfordert nunmal Mobilitaet. Man mag in einer Aktie nicht wohnen koennen, aber die Aktie stoert es nicht, wenn man an andere Ende von Europa zieht.

Lieber @heidelpaul, mit ihrer inflationsbezogenen Analyse erklären sie aber, daß Wohnen "immer billiger" wird, was sonstige Klagen über "Verelendung der breiten Massen" irgendwie die Basis nimmt. :-) In der Tat kann man sagen, daß vielerorts noch nie so wenig wie heute für "Wohnen" zu bezahlen und eher "20%" des Nettoeinkommens aufzuwenden sind. Das gilt allerdings auch für "Baugeld", sodaß die Argumente bestechend bleiben: Auch geringe Inflation knabbert an den eigenen Verbindlichkeiten, große Wertverluste - wie bei einigen Aktien in den vergangenen 12 Monaten ;-) - sind unwahrscheinlich und selbstgenutztes Wohneigentum ist DER Stabilisator bürgerlichen (Wohl-)Lebens. Interessant wäre beim letzten Punkt eine Studie über Einwandererfamilien (vhw, bitte umsetzen !) und dort auftretende Korrelation zwischen Wohneigentum und beruflichem Aufstieg, Schulerfolgen der eigenen Kinder. Zudem: Wer Angst vor einem "Abrutschen", vor "HartzIV" hat, kann sich gerne beraten lassen, wie unterschiedlich eine Eigentumswohnung, ein eigenes Häuschen einerseits oder ein Aktienpaket bzw. Bargeld andererseits behandelt werden ...

Was bei solchen Kalkulationen oft übersehen wird ist die Tatsache, daß Mieten in Deutschland fast nie der Inflationsrate folgen. Wer lange als Mieter wohnt dessen Realmiete ist (auf Grund des deutschen Mietrechtes) fast immer am sinken. Dadurch erlangt er einen Vorteil gegenüber demjenigen welcher sein Kapital in eine eigengenutze Immobilie steckt, denn er kann die gesparte Realmiete zusätzlich verzinsen. Der Eigentümer muss in seiner Kalkulation die Inflationsrate von vorneherein ansetzen, die Realwertsteigerung seiner Immobilie ist deswegen oft erheblich niedriger als die Nominalwertsteigerung. Auch muss er notwendige Instandhaltung zu aktuellen Preisen bezahlen obwohl seine Mieteinnahmen der Inflation oft nicht folgen.

auf diese Formel habe ich auch gesetzt und versuche meine Wohnung zu verkaufen. Das ist schon merkwürdig und sagt Vieles aus über die Bevölkerung, sich als Mieter in einer Abhängigkeit zu belassen. Auch wenn die Preissteigerungen bis auf wenige Top - Stadtteile nur noch mäßig steigen, so bleibt eine Hypothek mit langer Zinsbindung gleich, während die Mieten in Metropolregion permanent steigen. Wenn ich mir nun ansehe was jetzt an den Finanzmärkten geschehen ist kommen mir erhebliche Zweifel darüber auf, mit welchem Eifer Menschen das Geld den gleichen Banken anvertrauen, die eben gezeigt haben, daß sie selbst nicht verstehen was sie verkaufen. Hilmar Kopper hat sich lapidar darüber geäußert, er würde kein Finanzprodukt kaufen das er nicht verstehen würde, aber der einfache Bürger scheint klüger zu sein als Hr. Kopper. Mein Motto " in einer Aktie kann man nicht wohnen ".