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Viele Stürze durch Glatteis

Sprunghaft mehr Patienten in Notaufnahmen

Die Zahl der Patienten, die wegen Stürzen auf Glatteis behandelt werden mussten, ist auch im Rhein-Main-Gebiet deutlich angestiegen. Das Klinikum Offenbach ist nach eigenen Angaben an die Grenze der Belastbarkeit gestoßen.

Von Raphael Boch

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11. Februar 2010 

Die Zahl der Patienten, die wegen Stürzen auf Glatteis behandelt werden mussten, ist auch im Rhein-Main-Gebiet deutlich angestiegen. So wuchs etwa die Zahl der bei der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) Südwest gemeldeten Fälle von durchschnittlich 600 auf 1000 am Tag.

Das Klinikum Höchst musste allein im Januar 30 Prozent mehr Patienten stationär aufnehmen als noch im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Die Kapazitäten der Unfallchirurgie seien damit fast vollständig ausgeschöpft, sagte eine Sprecherin. An einigen Wochenenden sei im Operationssaal rund um die Uhr Betrieb gewesen. Mittlerweile habe sich die Lage aber wieder etwas entspannt. Normalen Betrieb meldet das Uniklinikum Frankfurt: Bisher seien nicht mehr Patienten mit Brüchen behandelt werden als in den vergangenen Monaten, hieß es.

An der Grenze der Belastbarkeit

Das Klinikum Offenbach ist dagegen nach eigenen Angaben an die Grenze der Belastbarkeit gestoßen. Seit den Weihnachtsfeiertagen seien die Betten voll belegt gewesen, und sogar langfristig geplante Operationen hätten um einige Tage verschoben werden müssen, sagte der Chefarzt der Unfallchirurgie und orthopädischen Chirurgie, Hans-Jürgen Kock. Es handle sich um ein deutliches Plus von 30 bis 50 Prozent. Die häufigsten Verletzungen seien Handgelenk-, Oberarm- und Beckenbrüche. Die Belastung für die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal sei sehr groß. „Hier gehen alle an ihre Schmerzgrenze und darüber hinaus“, sagte Kock. Wenigstens habe keiner der Kollegen aus dem Urlaub zurückgeholt werden müssen.

Von Verhältnissen wie in Norddeutschland sei man zum Glück noch weit entfernt, sagte eine Sprecherin der Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Allerdings herrsche im Vergleich zu anderen Jahreszeiten deutlich mehr Betrieb. Das Personal werde damit aber noch gut fertig. Nach Angaben des Klinikums haben in den vergangenen Wochen besonders viele ältere Menschen die Unfallchirurgie aufgesucht.

Der teure Oberschenkelhalsbruch

Die Kosten für die Behandlung eines einfachen Bruches liegen nach Angaben der DAK Südwest zwischen 1500 und 2000 Euro. Bei einem Oberschenkelhalsbruch mit darauffolgender Reha könnten bis zu 15.000 Euro fällig werden. Die genauen Mehrkosten für die Krankenkassen infolge der gestiegenen Unfallzahlen seien allerdings noch nicht abzusehen, hieß es unter anderem von der DAK Südwest und der AOK Hessen. Frühestens im März könne abgeschätzt werden, wie teuer die nach Stürzen nötigen Behandlungen die Kassen zu stehen kommen würden.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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