Von Sascha Zoske
13. Oktober 2006 Die Universitäten Frankfurt und Gießen erhalten in den nächsten fünf Jahren rund 84 Millionen Euro aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Dies teilte das hessische Wissenschaftsministerium mit, nachdem in Bonn die Resultate der ersten Runde des Wettbewerbs verkündet worden waren. Mit der Exzellenzinitiative soll vor allem die Spitzenforschung an den Hochschulen unterstützt werden (FAZ.NET-Spezial: Exzellenz-Eklat - Sieg der Südstaaten).
Für förderwürdig befunden wurden zwei sogenannte Exzellenzcluster an den Universitäten Frankfurt und Gießen sowie eine Graduiertenschule in Gießen. Im Frankfurter Forschungsnetzwerk Makromolekulare Komplexe werden Struktur und Funktion großer Moleküle in Zellen untersucht. Mit Erkrankungen des Herz-Lungen-Systems beschäftigen sich Frankfurter und Gießener Mediziner in dem zweiten ausgewählten Verbund. Für beide Exzellenzcluster werden 6,5 Millionen Euro im Jahr zuzüglich eines Gemeinkostenzuschlags von 20 Prozent bereitgestellt. Eine Million Euro plus Zuschlag erhält eine Graduiertenschule für kulturelle Studien an der Universität Gießen.
Corts: Hessen durchaus erfolgreich
Leer ausgegangen sind hingegen die Universitäten in Darmstadt und Mainz. Die TU Darmstadt hatte zwei Exzellenzcluster aus Informatik und Ingenieurwissenschaften vorgeschlagen; dem Vernehmen nach scheiterten beide Anträge knapp. Ohne Zuschüsse aus der Exzellenzinitiative muß auch die Mainzer Graduiertenschule Materialwissenschaften auskommen, die laut Universität trotzdem fortgeführt werden soll. Unter den Universitäten, die im Rahmen der Initiative Geld für ihre Zukunftskonzepte bekommen, ist keine aus Hessen oder Rheinland-Pfalz.
Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts (CDU) äußerte in einer Mitteilung, er sei zufrieden mit dem Abschneiden des Landes in der ersten Runde des Wettbewerbs. Mit zwei von 17 erfolgreichen Exzellenzclustern und einer von 18 Graduiertenschulen ist Hessen im Wettbewerb um Spitzenförderung durchaus erfolgreich, hinsichtlich der Exzellenzcluster sogar überproportional erfolgreich. Bedauerlich sei, daß die Universitäten Darmstadt und Marburg nicht berücksichtigt würden, so Corts. Er kritisierte, daß der Vorschlag der Kommission von Wissenschaftsrat und Deutscher Forschungsgemeinschaft keinen Ermessensspielraum zugelassen habe. In der zweiten Auswahlrunde sollte dies geändert werden.
Nach Ansicht des Frankfurter Universitätspräsidenten Rudolf Steinberg hat der Wettbewerb die Position seiner Hochschule als führende Forschungsuniversität Hessens bestätigt. Bedauerlich sei nur, daß die Förderanträge für zwei Graduiertenschulen nicht berücksichtigt worden seien. Steinbergs Darmstädter Amtskollege Johann-Dietrich Wörner teilte mit, die TU setze nun auf den zweiten Durchgang der Exzellenzinitiative im nächsten Jahr.
Text: F.A.Z., 14.10.2006
Bildmaterial: F.A.Z. - Helmut Fricke
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