25. Oktober 2007 Die im März dieses Jahres eröffnete Frankfurter Filiale wirkt sich günstig auf den Umsatz von Ikea in der Rhein-Main-Region aus. Der Möbelhändler hat in den vergangenen Monaten spürbar mehr Umsatz erzielt als noch vor Jahresfrist: Wir sind nun in der Lage, aus dem Gesamtmarkt mehr herauszuholen“, sagte Petra Hesser, Geschäftsführerin der Ikea Deutschland GmbH & Co. KG mit Sitz in Hofheim-Wallau bei der Präsentation der Zahlen zum Geschäftsjahr 2006/07. Diese weisen einem Umsatzzuwachs von acht Prozent aus, wobei die in den vergangenen zwölf Monaten neu eröffneten Einrichtungshäuser eingerechnet sind. Flächenbereinigt hat Ikea um 3,5 Prozent zugelegt. Die Kundenzahl, die Ikea per Lichtschranke ermittelt, stieg um 14,4 Prozent auf 47 Millionen. Der Ertrag ist weiter gut“, wie Hesser sagte.
Vor diesem Hintergrund sieht sich Ikea nicht nur als Marktführer bei Möbeln in Deutschland, sondern auch in der Region. Ich denke, dass wir ihn in Schach halten“, sagte die Geschäftsführerin mit Blick auf den Mitbewerber Segmüller, der ein Auge auf ein Gelände in der Nachbarschaft von Ikea im Norden Frankfurts geworden hat und dort nach Weiterstadt eine weiter Filiale eröffnen möchte.
Mehr Umsatz am späten Abend
Die Neueröffnung in Frankfurt-Niedereschbach geht nach Hessers Worten zwar zu Lasten der Erlöse in den Filialen in Wallau und Hanau. Ikea hat dies allerdings prognostiziert und kann gut damit leben: Es hatte zuletzt in Wallau kein schönes Einkaufserlebnis mehr gegeben.“ Dessen ungeachtet leide der Stammsitz nicht grundsätzlich unter dem dritten Haus im Rhein-Main-Gebiet: Wenn Sie abends nach Wallau fahren, ist der Parkplatz voll.“ Inwiefern sich Umsätze seit März verlagert haben und Ikea an Erlösen zugelegt hat, sagte Hesser nicht.
Sie ließ aber keinen Zweifel am Erfolg der seit knapp einem Jahr erweiterten Öffnungszeiten. Besonders freitags, aber auch samstags werde dieses Angebot von den Kunden weidlich genutzt. Der Freitag habe sich als starker Familieneinkaufstag entpuppt. Die Kunden geben mehr Geld als zu anderen Zeiten, der freitags abends erzielte Durchschnittsbon übersteige die rund 65 Euro, die Kunden im Mittel bei Ikea ließen, deutlich“. Konkrete Zahlen behielt die Geschäftsführerin allerdings für sich. Begründung: Die Werte seien von Filiale zu Filiale unterschiedlich und würden noch ermittelt. Hesser bedauerte, dass Ikea der einzige Möbelhändler in der Region sei, der freitags und samstags die Filialen bis 22 Uhr offen hält. Wegen der höheren Erlöse rechnet sich dies – trotz der Abendzuschläge fürs Personal.
Abschied von krummen Preisen
Von den Rabattschlachten im Möbelhandel wird sich Ikea auch weiter fernhalten: Die im Katalog für ein Jahr genannten Preisen seien verlässlich. Zwar weiche das Unternehmen von den im Zuge der Mehrwertsteuer-Erhöhung eingeführten krummen“ Zahlen ab, indem es manche Preise auf- und andere abrunde. Doch blieben die Preise im Schnitt stabil“. Dies schließt Aktionen nicht aus, wie es weiter hieß.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP