Kulturregion Frankfurt/ Rhein-Main

Aufstieg zum Wasserweibchen

Von Bernhard Biener, Bad Homburg

Relikt einer Burg: der Weiße Turm in Bad Homburg

Relikt einer Burg: der Weiße Turm in Bad Homburg

04. Juli 2009 Der Turm ist meist das markanteste Bauwerk einer Burg: Hoch aufragendes Frühwarnsystem und von weitem sichtbares Erkennungszeichen zugleich. Auch die Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main will die Aufmerksamkeit auf die historischen Zeugnisse richten und befasst sich daher zum Auftakt ihrer neuen Reihe „Burgen, Schlösser & Paläste“ zuerst mit den Burg- und Schlosstürmen.

Vier Termine sind dieses Jahr für das Veranstaltungsprogramm „Du schöner Turm“ vorgemerkt. Es beginnt am 12. Juli an einem besonders markanten Exemplar, dem Weißen Turm in Bad Homburg. Der Bergfried ist einer der wenigen Reste der alten Burg, die Landgraf Friedrich II. am Ende des 17. Jahrhunderts zum Schloss umgestalten ließ. Von 14.30 Uhr an können sich Besucher an einem Schlossquiz beteiligen, und die Sagengestalt des Homburger Wasserweibchens empfängt die Schlossgäste zwischen 15.30 und 17 Uhr in der Türmerstube. Die Schlösserverwaltung bietet um 15.30, 16 und 16.30 Uhr jeweils zwei Führungen in zeitgenössischen Kostümen an: Vom Brunnen im oberen Schlosshof aus geht es ins Mittelalter, vom oberen Schlossportal aus in die Barockzeit.

Ritterturnier auf Burg Brandenstein

Konrad Dörner, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main GmbH, nannte bei der Vorstellung des Programms die Kinder als eine wichtige Zielgruppe der Reihe. Sie sollten dazu angeregt werden, sich stärker mit der Geschichte ihrer Heimat zu befassen, die ihnen schließlich ständig vor Augen stehe. Die stärkere Beachtung sei aber letztlich ein Beitrag zur Erhaltung und zum Schutz der Schlösser und Burgen.

Natürlich wolle man auch die Erwachsenen ansprechen, weshalb sich an den Bad Homburger Nachmittag um 17.15 Uhr eine Lesung mit Gedichten zum Weißen Turm anschließt. Sie werden in der Romanischen Halle von der Schauspielerin Renate Kohn vorgetragen, die als Sekretärin Helga aus der Fernsehserie „Ein Fall für zwei“ bekannt ist. Dass Bad Homburg den Anfang von „Burgen, Schlösser & Paläste“ macht, ist nach Worten Dörners eine Reminiszenz an Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU), auf deren Anregung die Reihe zurückgehe. Jungherr ist zusammen mit dem Frankfurter Kulturdezernenten Felix Semmelroth (CDU) Aufsichtsratsvorsitzende der Kulturregion, der 31 Landkreise und Städte im Rhein-Main-Gebiet angehören. Sie finanziert sich aus einer jährlichen Abgabe von 10 Cent für jeden der 3,5 Millionen Einwohner. Die Veranstaltungen der neuen Reihe sind für die Besucher kostenlos. Sie werden lediglich um eine Spende für den Erhalt des Bauwerks gebeten.

Nach der Turmbesteigung am ersten Feriensonntag geht es am 30. August mit dem Adolfsturm der alten Reichsburg Friedberg weiter, dann folgt am 27. September ein herbstlicher Aktionstag mit Apfelsaftpressen und Ritterturnier auf Burg Brandenstein bei Schlüchtern, und am 11. Oktober führt der Stadtwächter durch die Burg Hayn in Dreieichenhain zur Wohnturmruine als „ältestem Hochhaus der Region“. Eigentlich hatte der Binger Mäuseturm ebenfalls besucht werden sollen. Doch weil dort Schimmelbefall festgestellt worden sei, werde er jetzt mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm saniert, sagte Dörner. Er vertröstete Liebhaber eines Ausflugs auf die Rheininsel auf das nächste Jahr.

Ein Faltblatt mit dem Programm „Du schöner Turm“ liegt an den Veranstaltungsorten aus. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.krfm.de oder unter der Rufnummer 069/25 77 17 00.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Michael Kretzer

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Die perfekte Wohnung oder das ideale Haus zum Kaufen oder Mieten: Jetzt über 960.000 Angebote bei Immowelt.de und FAZ.NET!

Immer mehr Infizierte: Lassen Sie sich gegen Schweinegrippe impfen?

Ergebnis
In 
Anzeigen des Monats
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche