29. April 2005 Rapsblütenkönigin Miriam I. soll für Raps von hessischen Feldern werben. Miriam Preiß, die mit ihren Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Usingen bewirtschaftet, wurde am Freitag in Ober-Mörlen bei Bad Nauheim gekrönt. Wichtig ist mir, die Bevölkerung über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Rapsprodukte zu informieren, sagte die 23jährige.
Die Pflanzen, die im Frühjahr leuchtendes Gelb in die Landschaft zaubern, lieferten Honig, Speiseöl, Biodiesel, Schmierstoffe und Viehfutter. Rapsfelder setzen in diesen Tagen mit blühenden Pflanzen überall leuchtend gelbe Tupfer in die Landschaft. Auf 58.300 Hektar wird nach Angaben des Bauernverbandes in Hessen Raps angebaut. Damit habe sich die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent vergrößert.
Kaum eine andere Feldfrucht ist so vielseitig wie die Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler: Ihre runden, schwarzen Samenkörner enthalten bis zu 50 Prozent Öl. Dieses wird zu Speiseöl, Backfett, Margarine oder Biodiesel verarbeitet und dient der chemischen Industrie als Grundstoff. Die Rückstände aus der Ölpresse werden als Viehfutter verwendet.
Seit dem 16. Jahrhundert wird Raps kultiviert. Für die Lebensmittelproduktion ist er aber erst seit wenigen Jahrzehnten interessant. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts gelang die Zucht von Sorten, die keine bittere Erucasäure mehr enthalten.
Vor allem als Industrierohstoff und für die Biodiesel-Produktion wächst der Bedarf: Auf knapp 13.000 Hektar wird inzwischen in Hessen Raps dafür angebaut, 74 Prozent mehr als im Vorjahr. Bundesweit wurde im vergangenen Jahr rund eine Million Tonnen Biodiesel produziert, etwa 3,5 Prozent des gesamten Dieselverbrauchs. Der Bauernverband hebt die Bedeutung von Raps-Diesel für den Klimaschutz hervor: Bei der Verbrennung entstehe nur so viel Kohlendioxid, wie die Pflanze zuvor aufgenommen habe.
Text: FAZ.NET mit dpa
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