18. November 2007 Mit sinkenden Mitgliederzahlen und dem Flughafenausbau hat sich die Synode des evangelischen Dekanats Kronberg (Main-Taunus-Kreis und die Hochtaunus-Städte Kronberg und Königstein) in Eschborn beschäftigt. Die evangelische Kirche sehe sich als Hüterin des geschnürten Mediationspakets“, erläuterte Propst Sigurd Rink. In der Diskussion bezog auch das regionale Kirchenparlament deutlich Position: Mit 67 Ja- bei sechs Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen sprachen sich die Delegierten aus 30 Kirchengemeinden in geheimer Abstimmung für die strikte Einhaltung des totalen Nachtflugverbots aus. Dieser Beschluss wird am 23. November damit auch die hessen-nassauische Kirchensynode im Frankfurter Dominikanerkloster beschäftigen.
Wenn in seiner Kirche gebetet werde, dann verstehe er wegen des Fluglärms schon heute manchmal sein eigenes Vaterunser“ nicht mehr, hatte zuvor ein Flörsheimer Teilnehmer über die schon jetzt belastende Situation geklagt. Mit ihren besonderen Ängsten wegen des Flughafenausbaus sei die evangelische Gemeinde Flörsheim zuletzt im Dekanat Wiesbaden nicht auf offene Ohren gestoßen. Deshalb hätten sich die Flörsheimer Protestanten dem Dekanat Kronberg angeschlossen. Nun hoffe man auf Solidarität und eine klare Linie.
Der Wert Nachtruhe
In dieser Haltung erhielt der Flörsheimer Synodale zunächst viel Zuspruch aus Okriftel, Eddersheim und Hochheim. Doch es war die stellvertretende Dekanin Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer aus Königstein, die von dem regionalen Kirchenparlament eine klare Stellungnahme gegen eine Aufweichung des Nachtflugverbots einforderte. Es gehe hier auch um die Glaubwürdigkeit der Kirche, hob sie hervor. Sie habe einen der Initiatoren des Mediationspakets, den früheren IHK-Präsidenten Frank Niethammer, beerdigt, der sich im Grab wohl herumdrehen würde“, wenn er von der aktuellen Diskussion um die Aufweichung des Nachtflugverbotes wüsste.
Die evangelischen Christen hätten die Pflicht, massiv auf diesen Wert der Nachtruhe zu bestehen“. Rink wies auf die Bedeutung der nächsten Kirchensynode in dieser Frage hin. Ein deutliches Zeichen aus dem Dekanat sei deshalb von Notwendigkeit. Denn in der Frankfurter Synode werde sich zeigen, ob die Kirche bei ihrer strengen Haltung bleibe.
Zahl der Mitglieder weiter rückläufig
Unter dem Eindruck von schwindenden Mitgliederzahlen und sinkenden Einnahmen erläuterte Rink das Programm Perspektive 2025“. So werde die Zahl der Mitglieder bis zum Jahr 2025 von 1,8 auf knapp 1,6 Millionen Mitglieder sinken. Gleichzeitig aber verliere die Kirche die Hälfte ihrer Finanzkraft, da die geburtenstarken Jahrgänge dann nach und nach die Altersgrenze erreichten und nicht genügend evangelische Kinder getauft würden. Auch wenn das Dekanat Kronberg von diesem prognostizierten Schwund nicht ganz so stark betroffen sei, so müssten jetzt schon die richtigen Weichen für eine Zukunftsfähigkeit gestellt werden, hob Rink hervor. So werde sich die Kirche im Main-Taunus-Kreis nicht aus der Fläche zurückziehen. Ein Schwerpunkt liege künftig aber auf der Stärkung der Gemeindepädagogik für Kinder- und Familienarbeit.
Text: F.A.Z.
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