Fernseh-Duell

Koch gegen Ypsilanti: Vorbereitung mit „Sparringspartnern“

Etwas mehr Anspannung ist beim Fernseh-Duell von beiden wohl zu erwarten

Etwas mehr Anspannung ist beim Fernseh-Duell von beiden wohl zu erwarten

18. Januar 2008 Die hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wird das TV-Duell gegen Regierungschef Roland Koch (CDU), das am Sonntag von 20.15 Uhr an, im hr-Fernsehen ausgestrahlt wird, eröffnen. Der Amtsinhaber wird dafür in der 90-minütigen Sendung eine Woche vor der Landtagswahl das Schlusswort haben. Das Duell wird von der Moderatorin Claudia Schick und dem Fernseh-Chefredakteur des Hessischen Rundfunks, Alois Theisen, geleitet und bereits mittags in Frankfurt aufgezeichnet. Bei der Redezeit gibt es strenge Regeln, beide Politiker haben ein Zeitkonto. Koch und Ypsilanti bereiten sich mit Hilfe von „Sparringspartner“ intensiv auf das Duell vor, wie die Parteien am Freitag berichteten.

Die Sendung orientiert sich am TV-Duell zwischen Angela Merkel und Gerhard Schröder vor der Bundestagswahl 2005. In Hessen findet eine solche Zweierdebatte der Bewerber um das Amt des Ministerpräsidenten zum ersten Mal statt.

Nicht mehr als 1:15 Minuten für eine Erklärung

CDU und SPD gaben sich optimistisch, dass ihre Kandidaten noch unentschiedene Wähler überzeugen können. Er sei zuversichtlich, dass Koch „mit seiner Kompetenz punkten“ werde, sagte CDU-Generalsekretär Michael Boddenberg. Ypsilanti werde sich präsentieren als die „frische Frau, die neue Energie ins Land bringt“, erklärte der Generalsekretär der SPD, Norbert Schmitt. Boddenberg dient Koch bei der Vorbereitung als Sparringspartner, wie der CDU-Generalsekretär verriet. Ähnlich intensiv bereitet sich Ypsilanti vor. Sie werde sich jedoch so zeigen, „wie sie ist“, sagte Schmitt.

Der hr hat in Absprache mit den beiden Parteien die Themen ausgewählt. Die Diskussion beginnt mit Schule und Bildung. Danach kommen Integration, Energie und Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, innere Sicherheit/Justiz, Familie und Soziales und zuletzt Finanzen. Jedes Thema wird durch Rede und Gegenrede eingeleitet, die Länge der jeweiligen Erklärungen ist auf maximal 1:15 Minuten begrenzt. Außerdem geht es noch um neue Umfrageergebnisse und mögliche Koalitionen. Die Kandidaten dürfen Unterlagen mitbringen, aber keine Charts hochhalten.

Sender: Duell wird „1:1“ ausgestrahlt

Aufgezeichnet wird das Duell unter Live-Bedingungen. „Es wird 1:1 ausgestrahlt“, sagte Moderator Theisen. Eine Nachbearbeitung sei nur bei „schweren technischen Mängeln“ möglich. Das von beiden Kandidaten gewünschte Rednerpodium rechts im Bild - diese Position wurde laut hr von beiden als „Schokoladenseite“ gesehen - fiel per Los an Ypsilanti. Die CDU durfte entscheiden, ob Koch die Diskussion beginnen oder beenden will.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS

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