Kreiskrankenhaus

Neubau für OP-Säle, Intensivstation und Privatklinik

Von Jan Schievenhövel, Bad Soden

Zwei Kliniken hinter einer Fassade: das Kreiskrankenhaus und die Privatklinik für Selbstzahler

Zwei Kliniken hinter einer Fassade: das Kreiskrankenhaus und die Privatklinik für Selbstzahler

04. Juli 2009 Das Kreiskrankenhaus in Bad Soden ist um einen neuen Gebäuderiegel mit Operationssälen und Krankenzimmern, Intensivstation und Foyer erweitert worden. Die Fertigstellung des vier Geschosse hohen Anbaus wurde gestern mit einer Feier mit Ministerpräsident Roland Koch (CDU) begangen. Es fehlt nur noch ein Teil der Einrichtung, in den Operationssälen gibt es Lampen, aber noch keine Operationstische. Mit der Erweiterung an der Westseite des Gebäudes verfügt das Haus jetzt über 391 Betten. Die Erweiterung kostet nach Angaben der Kreiskliniken rund 38 Millionen Euro. 24 Millionen steuert das Land als Zuschuss bei.

An den Anbau schließt sich ein neues Gebäude für die Privatklinik an, die eine Tochterfirma des Kreiskrankenhauses ist. Die Privatklinik ist für Patienten gedacht, die ihre Behandlung selbst bezahlen, zum Beispiel vermögende Kranke aus dem Ausland, denen in ihrer Heimat keine Behandlung in vergleichbarer Qualität geboten wird. Die Räume der Privatklinik sind aufwendiger gestaltet, die Krankenzimmer sind mit Parkettboden und Holzvertäfelung ausgestattet. Die Klinik für Selbstzahler hat 67 Betten. Zu ihr gehört ein Hotel mit zehn Zimmern, zum Beispiel für Angehörige der Patienten, sowie ein Restaurant. Die Räume gruppieren sich um einen Lichthof, auch die Flure erhalten Tageslicht. Der Neubau für die Privatklinik hat nach Angaben der Kreiskliniken 18,5 Millionen Euro gekostet.

Koch: Wirtschaftliche Selbständigkeit ist eine Chance

Privatklinik und Anbau des Kreiskrankenhauses gehen ineinander über und verbergen sich hinter einer einheitlichen Fassade aus roten Ziegeln. Die Bauarbeiten dauerten drei Jahre. Der Erweiterungsbau wurde errichtet, um alle chirurgischen Abteilungen in Bad Soden zu konzentrieren, wie die Pressesprecherin der Kliniken, Claudia Planz, erklärte. Auch zwei Chirurgieabteilungen aus dem zweiten Kreiskrankenhaus in Hofheim sollten im August nach Bad Soden umziehen. Landrat Berthold Gall (CDU) sagte, in Hofheim sollen stattdessen die Geriatrie, die Behandlung alter Menschen, und die Psychiatrie als Schwerpunkt ausgebaut werden. In Bad Soden seien nun auch Behandlungsräume zusammengefasst, die bisher auf mehrere Stockwerke verteilt gewesen seien. So gebe es nun eine Intensivstation für verschiedene medizinische Disziplinen. Auch die Operationssäle lägen nun näher beieinander. Die Klinik für Geburtshilfe sei näher an die Station für die Neugeborenen herangerückt, beide Abteilungen lägen nun zusammen im dritten Stock.

Neu sind vier Operationssäle, in denen ambulante Eingriffe vorgenommen werden sollen. Diese Patienten müssen kein Krankenzimmer beziehen, sondern kommen zur Operation ins Krankenhaus, das sie nach dem Aufwachen aus der Narkose wieder verlassen. Die Ambulanzen seien jetzt im ersten Stock zusammengefasst. Beim Umbau sei auch ein neues, zwei Geschosse hohes Foyer entstanden.

Der Ministerpräsident äußerte sich in seiner Rede besonders zur privaten Rechtsform der Kreiskliniken. Die Krankenhäuser werden als GmbH geführt, die dem Kreis gehört. Dadurch könnten die Kliniken wie ein Unternehmen geführt werden. Der Geschäftsführer der GmbH, Helmuth Hahn-Klimroth, könne wie ein Firmenchef agieren, der sein eigenes Geld ausgebe. Koch beschrieb die wirtschaftliche Selbständigkeit als Chance. Denken nach den Regeln der Betriebswirtschaft stehe nicht im Widerspruch zur medizinischen Ethik. Im Gegenteil, eine wirtschaftliche Betriebsführung ermögliche erst eine hohe Qualität der medizinischen Leistung. Seit die private Rechtsform im Jahr 1995 erlaubt worden sei, sei in den Main-Taunus-Kliniken die Zahl der Patienten gestiegen. Ärzte müssten sich dem Wettbewerb auf dem Markt der Dienstleistungen stellen. Koch verteidigte bei der Gelegenheit das System der gesetzlichen Krankenkassen, das eine breite Versorgung mit grundlegenden Behandlungen garantiere, wenn auch viele Leistungen rationiert seien.

Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 23. August, wird der Neubau der Kreiskliniken vorgestellt. Informationen im Internet unter: www.kliniken-mtk.de



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z. - Michael Kretzer

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