Kreis Offenbach

Werben um Verständnis für den Mittelstand

31. Mai 2004 "Nüchtern, sachlich, ohne parteipolitische Polemik": Mit dieser Haltung will der Anfang März gegründete Kreisverband Offenbach-Land des Verbandes "Liberaler Mittelstand" für ein Zusammenwirken von Arbeitgebern und Arbeiternehmern werben und sich in der Region um ein besseres Verständnis des Wirtschaftsgeschehens bemühen. Bei der Vorstellung des nunmehr zweiten Kreisverbandes in Hessen sagte dessen Vorsitzender Heribert Schwab, der Verband sei von der FDP unabhängig und werbe auf der Grundlage eines liberalen Grundverständnisses auch um Mitglieder aus anderen demokratischen Parteien. Kritisch äußerte sich Schwab zur Industrie- und Handelskammer (IHK). Eine Mitgliedschaft in der Kammer bringe für "Ein- bis Drei-Mann-Betriebe" keine Vorteile; ohnehin lehne er aus liberaler Überzeugung die von der Kammer praktizierte "Zwangsmitgliedschaft" ab.

Hubert Look, Inhaber eines Ingenieurbüros in Rödermark und IHK-Mitglied, betonte, daß der Kreisverband auch Kontakt mit den Gewerkschaften aufnehmen wolle: "Wir suchen den Dialog und halten es für falsch, Vorschläge nur deshalb abzulehnen, weil sie von den Gewerkschaften kommen." Nach Aussage von Udo Heinzerling, stellvertretender Kreisvorsitzender, gilt es für den Kreisverband, in der Öffentlichkeit die Bedeutung des Mittelstands klarzumachen, da die mittelständische Wirtschaft "die tragende Säule" des Wirtschaftssystems sei.

Seine Auffassungen will der Verband in der mehrfach im Jahr erscheinenden Informationsschrift "Liberaler Mittelstand News Offenbach-Land" darlegen. In der ersten Ausgabe war die Ausbildungsplatzabgabe das Thema. Zweimal im Jahr sollen Veranstaltungen zu Fragen stattfinden, die die regionalen Unternehmen interessieren. Für den Herbst bereitet der Kreisverband in Kooperation unter anderem mit der Rodgauer Wirtschaftsförderung den "Rodgauer Mediensonntag" vor. An jedem dritten Dienstag im Monat veranstaltet der Kreisverband um 20 Uhr ein öffentliches Treffen im Lokal "Schubeck's Check" am Flugplatz Egelsbach. Dazu werden Politiker, Unternehmer und Fachleute eingeladen, zum Beispiel der frühere hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP). Auch unterstützt der Kreisverband soziale und humanitäre Hilfsaktionen. Für das SOS-Kinderdorf in Kenia wurden Schuhe und Kleidung gesammelt und dorthin geflogen. Die Aktion soll im Juli fortgesetzt werden.

Der Kreisverband hat jetzt 21 Mitglieder, darunter sind ein Arzt, ein Bauunternehmer und ein Schlosser, aber auch Angestellte und Künstler. Der 35 Jahre alte Markus Kowolik, Vorstandsmitglied und Gesellschafter einer IT-Beratungsfirma in Seligenstadt, sieht den Vorzug des Verbandes "Liberaler Mittelstand" darin, daß die Mitglieder Informationen und Erfahrungen austauschen können. Junge Unternehmer könnten vom Wissen der älteren Mitglieder profitieren, bei Schwierigkeiten Tips erhalten. Auch an Frauen, die in mittelständischen Unternehmen tätig sind, und an ausländische Unternehmer will sich der Kreisverband wenden, wie Look sagte. Weitere Informationen über den "Liberalen Mittelstand" erteilt Heribert Schwab unter der Rufnummer 06106/21413. ajw.



 
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