29. Dezember 2005 Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten erhöhen die beiden südhessischen Energieversorger Entega und Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße (GGEW) die Gaspreise. Beide Unternehmen kündigten am Donnerstag eine Anhebung um 0,49 Cent brutto pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel an. Gründe seien stark gestiegene Beschaffungskosten sowie höhere Steuern und Abgaben. GGEW-Vertriebsleiter Rainer Babylon zeigte sich in Bensheim überzeugt, daß die Genehmigungsbehörde auch die zunächst blockierte Strompreiserhöhung zulassen werde.
Für ein Einfamilienhaus mit 20 000 Kilowattstunden Jahresverbrach bedeute der höhere Gaspreis Mehrkosten von 8,3 Prozent oder 98 Euro im Jahr, sagte Entega-Geschäftsführer Karl-Heinz Koch in Darmstadt. Seit dem vergangenen März seien die Beschaffungskosten um fast 60 Prozent gestiegen. Durch außervertragliche Verhandlungen mit den Vorlieferanten sei die Verteuerung bereits um vier Millionen Euro abgefedert worden. Das Unternehmen versorgt rund 160.000 Kunden im Rhein-Main-Neckar-Gebiet mit Gas.
GGEW-Vertreter Babylon gab dem Einspruch von Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) gegen die beantragte Strompreiserhöhung mit Blick auf die von seinem Unternehmen zur Begründung vorgelegten Zahlen keine Chance. Um die Verbraucher vor überzogenen Preisforderungen der Stromerzeuger zu schützen, müsse das Bemühen der Versorger um mehr Wettbewerb gestärkt werden, forderte er. Das Unternehmen versorgt rund 100.000 Menschen mit Strom, Gas und Wasser. Rhiel hatte die Anträge sämtlicher 50 Versorger in Hessen auf Strompreiserhöhungen abgelehnt.
Text: dpa
Bildmaterial: F.A.Z.
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