08. Juni 2005 Die Zahl der Firmenpleiten in Hessen ist im ersten Quartal 2005 deutlich gesunken. Von Januar bis Ende März wurden 570 Unternehmensinsolvenzen gemeldet und damit rund 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Landesamt mit. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger waren mit 410 Millionen Euro um rund ein Viertel niedriger als ein Jahr zuvor. Entspannung gab es in allen Branchen von Dienstleistungen über den Handel bis zum Bau.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen binnen Jahresfrist um gut 25 Prozent auf 781 im ersten Quartal dieses Jahres. Treibend wirkt vor allem eine Gesetzesänderung, mit der Privatinsolvenzen vereinfacht wurden. Insgesamt summierten sich diese Fälle von Zahlungsunfähigkeit, zu denen auch Pleiten ehemaliger Selbstständiger oder Insolvenzen im Zusammenhang mit Erbschaften zählen, von Januar bis Ende März in Hessen auf 1478. Das sind fast 22 Prozent mehr als im ersten Quartal vergangenen Jahres.
Bei den Privatinsolvenzen konnte nach Angaben der Statistiker in neun von zehn Fällen das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Gut zehn Prozent wurden abgewiesen, weil nicht einmal die Kosten für das Verfahren gedeckt waren. Bei den Unternehmensinsolvenzen wurde in jedem zweiten Fall (51 Prozent) das Verfahren eröffnet.
Text: FAZ.NET mit dpa