07. Juni 2006 Klimaveränderungen werden Wissenschaftlern zufolge in den kommenden Jahrzehnten neue Baumsorten und Insekten in Hessens Wälder bringen. Es wird immer wärmer, dabei werden die Sommer trocken und die Winterniederschläge immer extremer, sagte Christian Schönwiese, Professor für Meteorologische Umweltforschung und Klimatologie an der Universität Frankfurt am Main.
Zahlreiche Arten seien diesen Veränderungen gewachsen, andere nicht, sagte der Wissenschaftler bei der Jahrestagung des Hessischen Forstvereins am Mittwoch im osthessischen Wartenberg.
Dürrempfindlichen Buchen im Streß
Klimaveränderungen gibt es zwar nach seinen Worten schon seit Jahrtausenden. Aber der menschliche Einfluß wird immer stärker. In den hessischen Wäldern sei dadurch etwa die Fichte auf dem Rückzug, sagte Stefan Nowack vom Landesbetrieb Hessen-Forst. Laubbäume dagegen sind auf dem Vormarsch.
Die in Hessen ursprünglich heimische Buche hat auch unter extremen Bedingungen wie etwa dem ungewöhnlich heißen Sommer 2003 zu leiden. Sie ist ähnlich dürreempfindlich wie die Fichte, sagte Nowack.
Globalisierung bringt Veränderungen
Statt der Fichte werde inzwischen vermehrt die Douglasie in die Wälder gebracht - ein Nadelbaum, der bislang eher in Amerika und Asien verbreitet ist. Wir brauchen junge und alte Bäume nebeneinander und müssen unseren Wald gut entwickeln, sagte Nowack.
Auch die Globalisierung bringt Veränderungen in die Wälder. So werden nicht selten über Holz, Pflanzen oder Fracht aus fernen Ländern Käfer eingeschleppt, die in den heimischen Wäldern Schaden anrichten. Hinzu kommen normale Wanderbewegungen der Arten etwa aus dem Mittelmeerraum, sagte Horst Bathon von der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft aus Darmstadt.
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