28. November 2007 Papst Benedikt XVI. hat den Münsteraner Weihbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zum neuen Bischof von Limburg ernannt. Der 48 Jahre alte Pastoraltheologe wird damit nach Bistumsangaben der jüngste Diözesanbischof in Deutschland. Im Georgsdom von Limburg verkündete Domdekan Weihbischof Gerhard Pieschl am Mittwoch die Botschaft des Papstes und bestätigte einen Bericht der Rhein-Main-Zeitung. Tebartz-van Elsts Wahl ist überraschend, er gilt aber als gut qualifizierter Nachfolger von Altbischof Franz Kamphaus.
Tebartz-van Elst wurde im Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein als zweites von fünf Kindern einer Bauernfamilie geboren. Er folgt auf Bischof Franz Kamphaus, der nach fast 25 Jahren an der Spitze des Bistums Anfang Februar in den Ruhestand gegangen war. Das Bistum Limburg mit rund 682.000 Gläubigen umfasst Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. Tebartz-van Elst soll am 20. Januar in Limburg in sein Amt eingeführt werden.
Für respektvollen Dialog mit Protestanten
Von Münster aus erklärte Tebartz-van Elst, es sei eine große Herausforderung, die bewährten Wege im Bistum Limburg fortzusetzen. Mit Blick auf den hohen Anteil von Protestanten in der Region sagte er, er wolle den ehrlichen und respektvollen Dialog zwischen evangelischer und katholischer Kirche fördern.
Tebartz-van Elst war zuletzt Weihbischof im Bistum Münster und zuständig für die 530.000 Katholiken im Raum Steinfurt/Borken. Zuvor hatte er Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Universität Passau gelehrt. 2004 wurde er in Münster zum Bischof geweiht. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: In Christo baptizati, Christum induistis (Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt).
Der Name des neuen Bischofs wurde zeitgleich im Vatikan, in Münster und in Limburg bekanntgegeben. In allen Gemeinden des Bistums Limburg läuteten am Mittag die Glocken. Das Domkapitel versammelte sich im Dom zum Gebet. In das Gotteshaus kamen auch sehr viele Gläubige, um für den neuen Bischof zu beten und zu singen. Bis zu seiner Amtseinführung wird das Bistum weiterhin von Diözesan-Administrator Günther Geis verwaltet.
Koch: Dialog von Kirche und Politik fortsetzen
Am vergangenen Freitag war laut Bistumsangaben ein Brief von Papst Benedikt XVI. mit den Namen von drei Kandidaten in Limburg angekommen. Aus diesen habe das Limburger Domkapitel dann den neuen Bischof gewählt. Am Sonntag habe Tebartz-van Elst der Wahl zugestimmt, sagte Pieschl. Die Ministerpräsidenten von Hessen und Rheinland-Pfalz, Roland Koch (CDU) und Kurt Beck (SPD), die nach dem sogenannten Konkordat zustimmen müssen, hätten keine Einwände signalisiert.
Es ist mein Wunsch, den intensiven und für beide Seiten inspirierenden Dialog zwischen Politik und Kirche nahtlos fortzusetzen, sagte Koch. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann, nannte Tebartz-van Elst einen würdigen und angemessenen Nachfolger für Franz Kamphaus. Der Fuldaer Bischof Josef Algermissen würdigte seinen neuen Amtsbruder als einen klugen, präzise denkenden Theologen. Bischof Kamphaus hatte sich auch damit einen Namen gemacht, dass er gegen die Order aus Rom sein Bistum lange im System der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung hielt.
Mann von Kompetenz
Die evangelische Kirche hoffe auf eine Fortsetzung der guten ökumenischen Zusammenarbeit, sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Peter Steinacker. Tebartz-van Elst komme in eine Region, in der die Ökumene - auch mit dem Bistum Mainz - seit langem bestens funktioniert und viele gemeinsame Initiativen möglich sind.
Tebartz-van Elst sei ein Mann von Kompetenz, der sich nicht nur wissenschaftlich mit der Seelsorge befasse, sondern auch in der Praxis, erklärte Weihbischof Pieschl. So jemanden brauchen wir in unserem Bistum, sagte der Domdekan. Die Erwachsenenkatechese ist nach Angaben des Limburger Domkapitulars Helmut Wanka ein Schwerpunkt von Tebartz-van Elsts geistlicher Arbeit. Der Oberhirte suche immer das Gespräch mit den Gläubigen.
Text: FAZ.NET mit dpa/F.A.Z.
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