RMV

Tickets für Busse und Bahnen werden 2,4 Prozent teurer

Von Hans Riebsamen

29. November 2007 Fahrten mit Bussen und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet werden im nächsten Jahr um 2,4 Prozent teurer. Damit fällt der zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember in Kraft tretende Preisanstieg beim Rhein-Main-Verkehrsverbund geringer aus als im Vorjahr. Seinerzeit hatte der RMV seine Tarife um 5,9 Prozent erhöht. Mit der ungewöhnlich hohen Preissteigerung hatte der Verbund versucht, die Kürzung der Bundeszuschüsse für den Nahverkehr auszugleichen.

Das Leistungsangebot des RMV bleibt nach den bisherigen Plänen in den nächsten zwölf Monaten stabil. Der Aufsichtsrat hat der Geschäftsführung den Auftrag erteilt, keine Verbindungen zu streichen. Ob diese Vorgabe erfüllt werden kann, hängt davon ab, ob der RMV eine errechnete Finanzierungslücke von 15 Millionen Euro schließen kann. Die Geschäftsführung hofft auf eine zusätzliche Zuwendung vom Land Hessen.

„Schwarze Null“ im Busverkehr

Zu schaffen machen den Nahverkehrsträgern im Verbundgebiet seit Monaten die hohen Energiekosten. Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq muss nach Angaben ihres Geschäftsführers Hans-Jörg von Berlepsch an die in ihrem Auftrag fahrenden privaten Busunternehmen deshalb vertragsgemäß zusätzlich Geld zahlen. Dennoch wird Traffiq am Ende des Jahres in der Bilanz für den Busverkehr wahrscheinlich eine „schwarze Null“ verzeichnen können.

Frankfurt dürfte damit die einzige deutsche Großstadt sein, in der der Busverkehr nicht aus städtischen Mitteln bezuschusst werden muss. Zu verdanken ist dies nach Angaben Berlepschs dem Ausschreibungswettbewerb bei den Buslinien, durch den die Kosten deutlich gesenkt worden seien.

Während viele andere Kommunen in Deutschland – im Rhein-Main-Gebiet etwa Hanau – sich aus Geldmangel gezwungen sehen, ihr Busangebot zu reduzieren, weitet Frankfurt den Busverkehr aus. Die Mainmetropole könne sich dies wegen der durch Ausschreibungen erzielten „Wettbewerbsdividende“ erlauben, sagte Berlepsch. So wird es vom 9. Dezember an auf vielen Buslinien zusätzliche Fahrten am frühen Morgen und am späten Abend geben.

Neue Buslinie wird eingerichtet

Allerdings benötigt Traffiq beim Busverkehr für 2008 aller Voraussicht nach wieder einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro aus dem Frankfurter Haushalt. Weil das nächste Busbündel erst von Dezember 2008 an von einem aus einem Ausschreibungswettbewerb hervorgegangenen Unternehmen betrieben wird, entfällt Berlepsch zufolge eine weitere „Wettbewerbsdividende“.

Die Ausschreibung der Buslinien des Bündels C ist gerade eben entschieden worden. Gewonnen hat das zum Arriva-Konzern gehörende Busunternehmen Sippel, die städtische Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) konnte mit ihrer Tochter ICB nicht mithalten. Sie muss im Dezember nächsten Jahres die bisher von ihr betriebenen Linien im Frankfurter Süden und im Bahnhofsgebiet an Sippel abtreten. Allerdings können die unterlegenen Bieter gegen die Traffiq-Entscheidung noch innerhalb der nächsten zwei Wochen Widerspruch einlegen. Berlepsch ist optimistisch, dass der Frankfurter Busverkehr im Folgejahr 2009 wieder ohne städtische Zuschüsse auskommen kann.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird in Frankfurt auch eine neue Buslinie eingerichtet. Der künftige Quartierbus 69, ein moderner Midibus, soll den 2500 Bewohnern der Albert-Schweitzer-Siedlung nicht zuletzt einen günstigen Anschluss an die A-Line der U-Bahn verschaffen. Betrieben wird die neue Linie von der Firma Apina.

Was sich sonst noch ändert

Anschlussfahrkarten: Wer über das Gültigkeitsgebiet seiner Zeitkarte hinaus weiterreisen möchte, kann künftig stark vereinfacht Anschlusstickets zu allen Zeitkarten kaufen.

Clever-Card: Diese Jahreskarte für Schüler zum Preis von acht Monatskarten können vom 1. Januar an auch Auszubildende erwerben.

Erlebnis-Card: Von Freitagabend, 19 Uhr an bis zum Betriebsschluss in der Nacht zum Montag gilt eine gültige Einzelfahrkarte für zwei Personen.

Kurzstrecke Frankfurt: Der Verbilligung während der verkehrsarmen Zeiten fällt weg. Dafür wird der bisherige Preis des Kurzstreckentickets von 1,65 Euro in Stoßzeiten auf einheitlich 1,50 Euro während des ganzen Tages gesenkt. Kinder zahlen 90 Cent.

Frankfurter U-Bahnen: U1, U2 und U3 verkehren Montag bis Freitag anstatt bis 17.45 Uhr künftig bis 19 Uhr im 7,5-Minuten-Takt. Am Samstag beginnt der Zehn-Minuten-Takt zwei Stunden später um 9 Uhr und endet ebenfalls zwei Stunden später um 19.30 Uhr.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

 

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