Von Luise Glaser-Lotz, Maintal
06. Juli 2009 Die Sommerhitze und der Stadtteil Wachenbuchen haben am Sonntag nicht nur dem Maintaler Bürgermeister Erhard Rohrbach einen schweißtreibenden Wahlabend beschert. Rund 100 Politiker aus Stadt und Kreis sowie interessierte Bürger hatten sich im Rathaus in Hochstadt eingefunden, um bei brütender Hitze einen regelrechten Wahlkrimi zu erleben.
Die erste Überraschung lieferte gleich der erste ausgezählte Wahlbezirk. Die Wähler in der Bischofsheimer Erich-Kästner-Schule hatten der Sozialdemokratin Katja Weitzel dort zu 42 Prozent verholfen und Amtsinhaber Rohrbach sowie den zweiten Herausforderer Jörg Schuschkow von der Wahlalternative Maintal vorübergehend auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Das sollte aber Weitzels bestes Einzelergebnis an diesem Abend bleiben.
Nach 20 Bezirken stand das Ergebnis bei 49,9 Prozent für Rohrbach
Schon nach der Auszählung von zwei der insgesamt 23 Wahlbezirke lag Rohrbach vorne. Das hatten die Beobachter im Rathaus zwar erwartet, nicht aber, dass Rohrbach so zittern musste. Die 50-Prozent-Marke konnte er kurzfristig nur nach der Wertung von vier und fünf Bezirken knapp überschreiten. Sogleich zeichnete sich Erleichterung auf dem Gesicht des Amtsinhabers ab, die aber ganz schnell wieder in Spannung umschlug. Auch Weitzel verfolgte die Ergebnisse mit ernster Miene, während sich Schuschkow eher locker gab. Mit einem Sieg hatte der Kandidat, der sich als Dritter im Bunde erst kurz vor Bewerbungsschluss angemeldet hatte, wohl eher nicht gerechnet.
Nun sorgte seine Kandidatur für zusätzliche Spannung: Noch nach der Auszählung von 19 Bezirken hatte Rohrbach die 50-Prozent-Marke nicht mehr knacken können. Nach 20 Bezirken stand das Ergebnis bei 49,9 Prozent für ihn.
Leute, was ist denn jetzt bloß los“, entfuhr es ihm, als die Präsentation danach ins Stocken geriet. Die Luft im Raum schien vor Spannung und Hitze zu knistern, als nach 22 Bezirken das Votum bei 50,9 Prozent für Rohrbach lag. Und dann begann erst einmal das Warten auf Wachenbuchen. Nach bangen Minuten brach dann endlich der erlösende Jubel bei den Anhängern Rohrbachs aus: Mit 51,5 Prozent oder 4629 Wählerstimmen bei 21 475 Wahlberechtigten kann er seine dritte Amtszeit antreten. Weitzel erreichte 27,2 Prozent, Schuschkow 21, 4 Prozent. Viele hätten gedacht, die Wahl sei ohnehin gelaufen, kommentierte Rohrbach bedauernd die schwache Wahlbeteiligung von knapp 33 Prozent.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Rainer Wohlfahrt