Standortfragen

Brita konzentriert sich auf Taunusstein

Von Oliver Bock

26. Juli 2008 Als „deutliches Bekenntnis zur Region“ möchte der Wasserfilterhersteller Brita den Kauf des benachbarten Motorola-Firmengeländes neben seinem Hauptsitz in Taunusstein verstanden wissen. Wie Brita am Donnerstag berichtete, ist der Kaufvertrag für das bisher im Eigentum von Motorola Deutschland befindliche Grundstück samt mehrerer Gebäude unterzeichnet worden.

Das Ensemble könne spätestens von Oktober 2009 an vollständig von der Brita GmbH genutzt werden. Bis dahin werde Motorola als Mieterin noch Büroräume nutzen. Motorola, das durch hohe Verluste seiner Handysparte in erheblichen Schwierigkeiten steckt und umstrukturiert wird, sucht nach Angaben einer Sprecherin derzeit neue Büroräume für insgesamt rund 300 Mitarbeiter im Raum Taunusstein und Wiesbaden.

Klare Wachstumsperspektive

Das bisherige Motorola-Grundstück „Heinrich-Hertz-Straße 1“ liegt in direkter Nachbarschaft zu den Büros, Labors und Produktionsstätten von Brita im Taunussteiner Stadtteil Neuhof. Auf dem rund 76.000 Quadratmeter großen Areal stehen Brita damit bald weitere 6000 Quadratmeter für die Produktion und das Lager zur Verfügung. Rund 8000 Quadratmeter Bürofläche einschließlich Kantine und Konferenzzentrum bieten Platz für mehr als 300 Mitarbeiter und ermöglichen laut Brita „damit auf längere Sicht personelles Wachstum“. Markus Hankammer, Geschäftsführer und Gesellschafter des Familienunternehmens, gibt die Höhe der Investition mit einem zweistelligen Millionenbetrag an. Brita engagiere sich mit dieser Entscheidung langfristig in der Region.

Die Brita GmbH unterhält derzeit vier Standorte in Wiesbaden, Frankfurt, Taunusstein-Neuhof und Taunusstein-Wehen. Die Nutzung der neuen Gebäude werde zwar erst in den nächsten Monaten konkretisiert, heißt es. Jedoch stehe schon fest, dass der Standort Wiesbaden, wo seit 2004 mehrere Fachabteilungen residierten, wieder aufgegeben werde.

Stadt zeigt sich erfreut

Von der räumlichen Konzentration in Neuhof verspricht sich Brita positive Effekte: eine Steigerung der Effizienz, bessere Kommunikation und Zusammenarbeit. Das 1966 von Heinz Hankammer gegründete Unternehmen ist nach seinen Angaben mit einem Umsatz von 255 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2007 und 850 Mitarbeitern weltweit Marktführer im Segment Wasserreinigung. Die Unternehmensgruppe ist durch Tochtergesellschaften, Partnerunternehmen und Joint-Ventures in mehr als 60 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten und betreibt Produktionsstätten in Deutschland, Großbritannien, Indien und der Schweiz.

In Vertretung von Bürgermeister Michael Hofnagel hat der Erste Stadtrat Peter Lachmuth (CDU) gestern „erfreut und dankbar“ kommentiert, dass Brita dauerhaft auf Taunusstein als Hauptsitz setze und rund 200 Arbeits- und Ausbildungsplätze in die größte Stadt des Rheingau-Taunus-Kreises verlagere. Taunusstein behalte damit eines seiner wichtigsten mittelständischen Familienunternehmen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: BRITA GmbH

 
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