Von Heike Lattka
18. Juli 2008 Das Skizzenbuch von Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter“ ist eine wertvolle Besonderheit. Das Büchlein, in dem der Frankfurter Nervenarzt immer wieder lustige Bilder und Geschichten formulierte und wieder verwarf, befand sich jahrelang in Privatbesitz. Seit Donnerstag fahndet eine 25 Beamte umfassende Polizeitruppe aus dem Main-Taunus-Kreis nach dem Werk, das seinem Hattersheimer Besitzer offenbar gestohlen worden ist.
Die Leiterin des Heinrich-Hoffmann-Museums, Beate Zekorn-von Bebenburg, sprach am Freitag von einer Sensation. Sie habe nicht gewusst, dass es dieses Buch bei einem Privatsammler gebe.
Enttäuschung in der Wohnung des Bekannten
Der 63 Jahre alte Sammler hatte sein schönstes Stück der Kollektion nach Angaben der Polizei in seiner Hattersheimer Wohnung zuletzt am vergangenen Mittwoch einem 73 Jahre alten Frankfurter gezeigt, der das Hobby mit ihm teilt. Noch während des Besuches vermisste der Hattersheimer zwar sein wertvolles Buch, das plötzlich nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz stand, aber er vertraute zunächst seinem Bekannten. Erst nach dessen Verabschiedung suchte er stundenlang vergeblich nach dem wertvollen Skizzenbuch und wurde stutzig. Denn das Buch blieb trotz seiner intensiven Bemühungen verschwunden. Daraufhin alarmierte er die Polizei.
Diese klingelte am Donnerstag an der Tür des Tatverdächtigen. Kaum hatten die Beamten die Wohnung betreten, mussten sie schon Verstärkung anfordern: Da auch der Frankfurter seine Leidenschaft in den vergangenen Jahrzehnten sehr intensiv betrieben hatte, mussten sich die Polizisten mehr als sieben Stunden durch eine große Büchersammlung wühlen. Aber das Original, bei dem es sich laut graphologischem Gutachten um ein bis Ende der achtziger Jahre verschollen geglaubtes Skizzenbuch von Hoffmann handelt, blieb verschwunden. Gutachter schätzten den Wert 1989 auf mehrere zehntausend Euro.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Falk Orth, Michael Kretzer
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