Von Tobias Rösmann/Hans Riebsamen
29. März 2008 Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ist zufrieden mit der Pünktlichkeit der Deutschen Bahn und anderer Anbieter: Nach Messungen an zahlreichen Fixpunkten im Fahrgebiet seien die Regionalzüge der Deutschen Bahn 2007 zu 90,6 Prozent mit weniger als fünf Minuten Verspätung ans Ziel gekommen.
Bei den S-Bahnen lag dieser Wert bei 93,1 Prozent, wie der RMV gestern mitteilte. Damit liege die Bahn zwar unter dem vereinbarten Pünktlichkeitswert von 92 Prozent (Regionalzüge) und 94,5 Prozent (S-Bahnen), fahre aber dennoch zufriedenstellend pünktlich.
Bonus für die Bahn
Befragungen der Passagiere hätten zudem sehr gute Noten bei Sicherheit und Sauberkeit erbracht. Aus diesem Grund werde der RMV an die Bahn einen Bonus von rund 640.000 Euro zahlen. Im Vorjahr seien es 770.000 Euro gewesen. Die Pünktlichkeit ist nur ein Aspekt.
Verbund mit 27 Gesellschaftern
Andere Anbieter bekämen ebenfalls Geld vom Rhein-Main-Verkehrsverbund. So erhalte die Hessische Landesbahn für das vergangene Jahr rund 189.000 Euro, die Verkehrsgesellschaft Vectus etwa 205.000 Euro. Für alle regionalen Verkehrsanbieter betrage der Bonus rund 1,3 Millionen Euro.
Das Geld ist zweckgebunden. Es muss eingesetzt werden, um die Qualität zu verbessern. Der RMV bestellt nach eigener Darstellung Verkehrsleistungen für etwa zwei Drittel der Fläche Hessens. Beteiligt sind 27 Gesellschafter, darunter Landkreise, Städte wie Frankfurt und Wiesbaden und das Land.
Private Statistik
Ein IT-Fachmann, der bei der Lufthansa arbeitet und zur Arbeit mit der S-Bahn von der Hauptwache zum Flughafen fährt, hat sich nicht beschwert. Er hat einfach notiert - ein Jahr lang die Verspätungen auf seiner Strecke.
Wichtigste Erkenntnis: Im Durchschnitt kommt die S-Bahn in beiden Richtungen um 4,6 Minuten zu spät an. Es soll nicht verschwiegen sein, dass die S-Bahn auch pünktlich ihr Ziel erreicht hat, nämlich bei 21 von 171 registrierten Fahrten. Aber meistens hatte sie Verspätung, nämlich 150-mal. Oft nur zwei Minuten, nach den Aufzeichnungen des Lufthansa-Mannes 128-mal.
Zum Aufmerken veranlassen einen erst die Fünf-Minuten-Verspätungen (64-mal) oder die Zehn-Minuten-Verspätungen (16-mal). Achtmal musste besagter Kunde sogar mehr als 15 Minuten warten. Während seiner 171 Fahrten wartete der notierende Kunde 19 Stunden und 13 Minuten.
Bildmaterial: Henning Bode
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