08. Juni 2007 Die Staatsanwaltschaft hat Mordanklage gegen die Eltern der einjährigen Jacqueline aus dem nordhessischen Bromskirchen erhoben, die am 24. März an den Folgen einer erheblichen Mangelversorgung starb. Wie die Anklagebehörde in Marburg berichtete, wirft sie dem 33-jährigen Vater und der 21-jährigen Mutter gemeinschaftlich begangenen Mord durch Unterlassen sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Beide sollen aus Gleichgültigkeit und völliger Gefühllosigkeit ab Dezember 2006 die Ernährung, Pflege und Versorgung von Jacqueline weitgehend eingestellt haben.
Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Annemarie Wied, berichtete, war das 14 Monate alte Mädchen schließlich so wund, dass sich vom Bauch bis zu den Knien die Haut ablöste. Jacqueline habe dadurch Schmerzen und Qualen leiden müssen.
Extremes Untergewicht
Außerdem habe das Kleinkind so wenig Nahrung erhalten, dass es in den Wochen vor seinem Tod an extremem Untergewicht gelitten habe. Das Gesicht von Jacqueline habe dem einer Greisin geglichen. Das Kind habe nicht mehr laufen und aus Schwäche schließlich nicht einmal mehr aus seinem Fläschchen trinken können. Ärztliche Hilfe hätten die Eltern nicht geholt. Erst als das Kind gestorben war, suchte die Mutter mit ihm eine Arztpraxis auf. Jacqueline wog bei ihrem Tod nur noch sechs Kilogramm. Elf bis zwölf Kilogramm wären normal gewesen. Die Eltern kamen in Untersuchungshaft. Der Prozess soll vor dem Landgericht Marburg stattfinden.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Deutscher Olympischer Sportkongress: Spiegel und Vorbild der ![]()
Deutsche Marine soll Piraten vor Afrika jagen dürfen
Ballmer bläst zur Milliarden-Attacke gegen Google
Die Forderung der Hessen-SPD, Versorger sollten eine gewisse Strommenge verschenken, ist...
