Schule

Wolff will Schöpfungslehre im Biologieunterricht

Die hessische Kultusministerin Karin Wolff sieht in einer Debatte über die Schöpfungslehre der Bibel die Chance für "eine neue Gemeinsamkeit von Naturwissenschaft und Religion".

Lesermeinungen zum Beitrag

03. Juli 2007 11:36

Äquidistanz?

volker gross (camille.clichy)

Beim Thema des Kreationismus scheint der Blick allzu schnell zuerst nach Amerika zu schweifen, wo man im Gegensatz zu Europa ein dunkles Zeitalter anti-aufklärerischen Treibens zu konstatieren können meint. Dass dieser wohlfeile Verweis sich mind. Teilweise aus einem Vorurteil speist, dürfte in der selektiven Blindheit gegenüber ebensolchen Tendenzen in Europa - sei es in Bezug auf das Verschwinden der Evolutionslehre aus dem Lehrplan italienischer Basisschulen (FAZ 21.4.04), sei es in Bezug auf ähnliche Tendenzen in Polen und nicht zuletzt eben in Deutschland (vgl. den Bericht von Guy LENGAGNE "The dangers of creationism in education" für das Europäische Parlament) - deutlich werden. Dass eine Kultusministerin sich berufen zu fühlt den Schülern eine Lektion über den Sinn des Daseins gerade im Biologieunterricht erteilen zu lassen, mag zunächst vor allem etwas bizarr anmuten, nicht zuletzt, wenn ihre Reaktion auf Kritik in erster Linie darin zu bestehen scheint sich dumm zu stellen ("Mit dem Begriff Mythos kann ich nichts anfangen, weil er wertend ist"). Eben diese zur Schau gestellte Naivität scheint aber das Komplement der argumentativen Unfähigkeit sich gegen anti-aufklärerische Tendenzen zur Wehr zu setzen zu sein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche