27. Oktober 2006 Mit dem Ende der historischen Erfolgs-Ära Michael Schumacher löst sich auch Ferraris internationale Führungstroika auf und die verjüngte Scuderia wird wieder italienischer.
Nach Jean Todts Beförderung zum Ferrari- Geschäftsführer erklärte der Technische Direktor Ross Brawn am Donnerstagabend seinen Rückzug ins Privatleben. Der südafrikanische Autodesigner Rory Byrne ist ohnehin nur noch Berater. Gemeinsam mit Designer Byrne und Teamchef Todt hatte Brawn die am Boden liegende Scuderia unter Schumachers Führung wieder an die Spitze zurückgeführt.
Italienische Führungsriege
Mit Teamchef Stefano Domenicali, dem neuen Technischen Direktor Mario Almondo und Desiger Aldo Costa geht der Traditionsrennstall mit einer jungen und komplett italienischen Führungsriege in die schwierige Saison eins nach Michael Schumacher, in der die La Gazzetta dello Sport den siebenmaligen Weltmeister in der Rolle eines strategischen Beraters für die Scuderia sieht.
Mit und durch Ross habe ich alle meine Formel-1-Erfolge gefeiert. Für mich wird er immer ein besonderer Bezugspunkt bleiben, bedankte sich Schumacher bei Brawn. Der totale Ausstieg des genialen Rennstrategen Brawn überraschte viele, die den wortkargen Engländer zumindest noch als Berater im Team erwartet hatten. Wir danken ihm für seinen immensen Beitrag zu einem außergewöhnlichen Kapitel in der Geschichte der Scuderia und des Motorsports, erklärte Ferrari.
Nur zwei Motorschäden in sechs Jahren
Mit den selben Worten bedankte sich Ferrari bei dem ebenfalls abgelösten Motorchef Paolo Martinelli, der eine wichtige Position im Fiat-Konzern übernehmen werde. Auch der 91malige Grand Prix-Sieger Schumacher dankte Martinelli: In den letzten sechs Jahren meiner Karriere hatte ich ganze zwei Motorschäden - das sagt eigentlich alles über Paolos Arbeit. Für Martinelli rückt der Franzose Gilles Simon als Chef der Motorenabteilung auf.
Text: dpa
Bildmaterial: AP, dpa