Skandal um FIA-Präsident

In der Sex-Affäre spielt Max Mosley auf Zeit

Von Anno Hecker

Wann sagt er endlich etwas? Max Mosley schweigt nach wie vor in der Sex-Affäre

Wann sagt er endlich etwas? Max Mosley schweigt nach wie vor in der Sex-Affäre

01. April 2008 Der Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) hat seinem in die Kritik geratenen Präsidenten Max Mosley offenbar den Rücken gestärkt. Das meldete der britische Radio- und Fernsehsender BBC am Dienstag. Demnach habe das Gremium Mosley aufgefordert, nicht zurückzutreten.

Der 67 Jahre alte Brite war am Sonntag von dem englischen Magazin „News of the World“ beschuldigt worden, [...] (Siehe auch: Formel 1: Jüdische Verbände fordern Mosleys Rücktritt ). Jüdische Organisationen in England hatten Mosley, Sohn des Faschistenführers in England, Sir Oswald Mosley, aufgefordert, seinen postulierten Prinzipien gerecht zu werden und von seinem Amt als FIA-Präsident zurückzutreten.

„So jemand kann den Sport nicht führen“

Auch der ehemalige Pilot Sir Stirling Moss, Held der englischen Rennsportgeschichte, riet Mosley, von seinem ehrenamtlichen Posten Abstand zu nehmen. Der frühere Weltmeister auf Ferrari, Jody Scheckter (Südafrika), erklärte in der englischen Tageszeitung „The Guardian“: „Ich denke, er sollte gehen. So jemand kann den Sport nicht führen. Ich würde gerne sehen, dass die Medien ihn überzeugen, dass zu tun.“

Mosley hatte sich auch am Dienstag nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sein Sprecher bei der FIA, Richard Woods, erklärte auf Anfrage, dass der FIA-Präsident den ganzen Tag mit seinen Anwälten über juristische Schritte gegen „News of the World“ beraten habe. Das Magazin hatte die Affäre am Sonntag en Detail veröffentlicht und behauptet, im Besitz eines Videos zu sein.

„Mosley sollte nicht nach Bahrain reisen“

Die FIA hatte in einer Stellungnahme erklärt, der Fall sei eine Privatangelegenheit von Mosley. Diese Auffassung hatte auch der Formel-1-Rechtehändler Bernie Ecclestone vertreten. Am Dienstag aber riet er Mosley, nicht zum Formel-1-Rennen nach Bahrain am Sonntag zu reisen.

„Er sollte nicht gehen. Das Problem ist, dass er vom Rennen ablenken, die Aufmerksamkeit auf etwas lenken würde, was niemanden anderen etwas angeht“, sagte Ecclestone der „London Times“. Er fügte auf Nachfrage hinzu, dass wohl auch die königliche Familie von Bahrain Mosleys Anwesenheit am Wochenende nicht schätzen werde: „Sie würden es nicht mögen.“

„Es würde nur der Presse mehr Stoff liefern“

Ecclestone warnte seinen Landsmann und früheren Partner beim Rennstall March davor, einen Rechtsstreit mit „News of the World“ zu beginnen: „Wenn er klagt, sind seine Chancen zu gewinnen nur gering. Es würde nur der Presse mehr Stoff liefern.“

Abgesehen von Ecclestone hat sich kein aktiver Funktionär oder Fahrer zu der Affäre geäußert. Die versammelte Automobil-Industrie aus Deutschland, Frankreich und Japan konnte sich auch am Dienstag nicht zu einer gemeinsamen Stellungnahme durchringen.

Anmerkung der Redaktion: Einzelne Absätze […] des Originalbeitrags sind aus rechtlichen Gründen, bis zu einer abschließenden Prüfung, gekürzt bzw. entfernt worden.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

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