14. März 2008 Rot vor Silber, Formel-1-König Kimi Räikkönen einen Wimpernschlag vor Kronprinz Lewis Hamilton und 1:0 für Nico Rosberg im Kampf um die deutsche Nummer eins gegen Nick Heidfeld: Die neue Saison begann mit dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Top-Teams Ferrari und McLaren-Mercedes. Um nicht mal eine Hundertstelsekunde hatte Weltmeister Räikkönen im freien Training vor dem Großen Preis von Australien am Sonntag (5.30 Uhr MEZ/live bei Premiere und RTL) im Glutofen Melbourne schließlich die Nase vorn.
Fahrer und Formel-1-Autos wurden gleich zum Saisonauftakt auf eine harte Probe gestellt. Nachdem beim morgendlichen Training am Freitag bereits Temperaturen um 37 Grad herrschten, werden am Wochenende Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius und strahlend blauer Himmel in Melbourne erwartet.
Michael Schumacher: Wir werden Weltmeister
Für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher ist das Titelrennen bereits gelaufen. Wir werden Weltmeister! Kimi oder Felipe Massa gewinnen das erste Rennen, sagte der heutige Ferrari-Berater, der den roten Renner in der Winterpause selbst mehrfach getestet hatte, der Bild-Zeitung. Ferrari hat laut Schumacher in diesem Jahr die beste Fahrer-Paarung.
Für den Finnen Mika Häkkinen, der 1998 und 1999 im Silberpfeil zweimal Weltmeister wurde, steht Hamilton auf einer Stufe mit Räikkönen: Die beiden sind die Besten - und dann kommt erstmal nichts.
Die Fans sehen Räikkönen vorne
Norbert Haug war mit dem Ausgang des ersten Kräftemessens nach rund fünfmonatiger Winterpause zufrieden. Das Team sei bereits ganz gut aufgestellt, meinte der Mercedes-Sportchef, er schränkte aber ein: Das endgültige Kräfteverhältnis ist immer noch nicht klar - aber wäre heute Rennen statt Training gewesen, hätte ich uns eine Siegchance zugetraut.
Bei den Fans ist Räikkönen der heißeste Tipp. Laut einer von Motorsport-Total.com durchgeführten Umfrage sind 54,59 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass der Iceman wie schon im Vorjahr in Melbourne gewinnt. Nur 15,76 Prozent setzen auf Silberpfeil-Pilot Hamilton, 11,39 Prozent auf Massa. Für 7,67 Prozent ist BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld Favorit.
Rosberg war der schnellste Deutsche
Doch zunächst musste der Mönchengladbacher eine Niederlage einstecken. Nach Elektronikproblemen im ersten Trainingsabschnitt musste sich Quick Nick schließlich mit Platz 14 begnügen, damit war er nur die deutsche Nummer drei am Freitag. Schnellster der fünf deutschen Fahrer war bei drückender Hitze von 37 Grad Celsius Nico Rosberg (Wiesbaden), der im Williams-Toyota auf Rang acht fuhr. Der Hesse Timo Glock (Wersau), Nachfolger von Ralf Schumacher im Toyota, landete auf der 12. Position. Sebastian Vettel (Heppenheim) belegte im Toro-Rosso-Ferrari den 16. Platz.
Deutsches Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der für das neue Force-India-Team fährt und nicht über Rang 18 hinauskam. Damit verlor er auch das Duell gegen seinen neuen Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) deutlich, der immerhin Zehnter wurde.
Alonso spielte keine Rolle
Auch auf den Positionen drei und vier lag Rot vor Silber: Massa war Drittschnellster vor dem neuen McLaren-Piloten Heikki Kovalainen (Finnland). Keine Rolle spielte der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, der nach einem enttäuschenden Jahr bei den Silberpfeilen zu Renault zurückgekehrt ist: Der Spanier schaffte als Neunter gerade noch den Sprung unter die Top Ten.
Heidfeld sagte, dass ihn der technische Defekt eine Ausfahrt gekostet habe, aber das sei zu verschmerzen. Meine Hoffnung ist, dass wir das drittstärkste Team und näher an den beiden Topteams dran sind, sagte der 30-Jährige, in der vergangenen Saison als WM-Fünfter Best of the Rest. Rosberg will sich von den Platzierungen im freien Training aber auf keinen Fall täuschen lassen. Realistisch geschätzt liegen wir hinter BMW und gleichauf mit Renault und Red Bull, sagte der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg. Er unterstrich nochmals, warum er trotz eines Angebots von McLaren-Mercedes weiterhin für Williams fahren will: Ich fühle mich wohl, und das Team ist im Aufwind, da bin ich gerne dabei.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS