10. Dezember 2007 Die erwartete Rückkehr des verlorenen Sohnes Fernando Alonso in den Schoß der Renault-Familie ist perfekt. 38 Tage nach dem Ende seiner streitvollen Ehe mit McLaren-Mercedes gaben der zweimalige Formel-1-Weltmeister und das französische Team am Montag das Engagement für 2008 bekannt.
Das ist das Team, in dem ich als Formel-1-Pilot gewachsen bin. Nun ist die Zeit für uns gekommen, ein neues Kapitel zu beginnen. Es ist ein Team, das weiß, wie man gewinnt, sagte Alonso. Die Zusammenarbeit ist vorerst bis 2010 vereinbart.
Eines der aufregendsten Fahrerpaare
Zudem ist seit Montag auch klar, wer das zweite Cockpit bekommt: Nelson Piquet Junior. Pikanterweise ist der Sohn des dreimaligen brasilianischen Weltmeisters Nelson Piquet ein Formel-1-Neuling - so wie es Lewis Hamilton bei McLaren-Mercedes bei der Ankunft von Alonso war. In spanischen Zeitungen wurde der 22-Jährige bereits als Kopie von Hamilton bezeichnet. Am 31. Januar werden beide in Paris offiziell ihre neuen Dienstwagen vorstellen.
Zusammen lösen Piquet Junior und Alonso den Italiener Giancarlo Fisichella und den Finnen Heiki Kovalainen ab. Fernando und Nelsinho werden eines der aufregendsten Fahrerpaare 2008 bilden, ist sich Teamchef Flavio Briatore sicher. Intensiv hatte er um die Gunst seines einstigen Schützlings Alonso gebuhlt und Gelder bei Sponsoren aufgetrieben. Er kennt das Team und er weiß, wie wir arbeiten, sagte der Italiener über Alonso.
Spekulationen über die Gage
In britischen Medien wurde am Montag spekuliert, dass der Kontrakt Alonso angeblich die derzeitige Rekordgage von fast 100 Millionen Euro einbringen soll. Mit dem Gehalt würde der Spanier, der nach eigenen Angaben nicht länger als eine Woche für seine Entscheidung gebraucht hatte, beinahe gleichziehen mit dem vor gut einem Jahr zurückgetretenen Rekordweltmeister Michael Schumacher. Dessen jährliches Salär bei Ferrari wurde auf 35 Millionen Euro geschätzt.
Die spanische Sportzeitung Marca berichtete als erste, dass der Vertrag über zwei Jahre geht; das würde auch bedeuten, dass Alonso nach der Saison 2009 wie vielfach spekuliert doch noch zu Ferrari wechseln könnte. Dort läuft dann der Vertrag von Weltmeister Kimi Räikkönen aus. Ob der Finne die Scuderia aber auch verlässt, ist fraglich. Jüngst betonte er, für keine andere Rennmannschaft mehr fahren zu wollen.
Die Daily Mail meinte hingegen zu wissen, dass Alonso sich eine Ausstiegsklausel hat einbauen lassen, die es ihm ermöglichen soll, nach nur einem Jahr wieder den Hut zu nehmen. Die wochenlangen Spekulationen um seine Zukunft haben den WM-Dritten der vergangenen Saison nach eigenen Angaben amüsiert. Es hat Spaß gemacht, jeden Morgen die Zeitungen zu lesen, sagte der 105-malige Grand-Prix-Starter. Sowohl mit Honda, Red Bull als auch mit Toyota war der 2002 als Testfahrer und von 2003 bis 2006 als Stammpilot bei Renault tätige Alonso in Verbindung gebracht worden.
Anfeindungen und Vorwürfe
Dass Renault in der Spionage-Affäre um vertrauliche Informationen des Rivalen McLaren-Mercedes am vergangenen Donnerstag straffrei davongekommen war, dürfte die Verhandlungen entscheidend beschleunigt haben.
Zusammen dominierten der 15-malige Grand-Prix-Gewinner, der 2001 mit Minardi sein Formel-1-Debüt gefeiert hatte, und Renault die Saison 2005 und 2006. Beide Male fuhren sie den Fahrer- und den Konstrukteurstitel ein. Sein anschließendes Jahr bei McLaren-Mercedes war von öffentlichen Anfeindungen und Vorwürfen seinerseits und dem Stallduell mit Hamilton aus England geprägt.
Bei dem britisch-deutschen Team wäre nun Kovalainen eine Alternative auf die Alonso-Nachfolge, nachdem Wunschkandidat Nico Rosberg aus Wiesbaden sich bis einschließlich 2009 weiter an Williams-Toyota band. Die Besetzung des zweiten Silberpfeil-Cockpits bleibt damit eine der wenigen offenen Personal-Fragen.
Text: FAZ.NET mit Material von sid und dpa
Bildmaterial: AP, ASSOCIATED PRESS, ddp, dpa