Fehlt die Chancengleichheit in deutschen Klassenzimmern?

Bildung

Harsche Kritik an UN-Schulbericht

Kultusministerkonferenz und Lehrerverbände haben den Bericht des UN-Sonderberichterstatters Vernor Muñoz Villalobos über das deutsche Bildungssystem scharf kritisiert. Muñoz bemängelt fehlende Chancengleichheit.

Lesermeinungen zum Beitrag

22. März 2007 15:24

Was ist ein "normaler" Schüler in Deutschland?

A. Malliki (a.malliki)


In Deutschland dürfen nur noch die Kinder auf eine "normale" Schule, die über eine universelle Begabung verfügen, unauffällig sind. Für Kindern aus "gutem Hause" sind diese Maschen oft feiner gestrickt, weil sie sensibilisiert durch das "Erziehungspersonal", "Defizite" beheben.

Stottern, schlampige Aussprache, Spätzünder oder zu quirlige Kinder, fallen jetzt durch die Rasterfandung unserer "Vorschulpolizei". Fördern wird mit Aussortieren gleichgesetzt.

Bildung soll nur noch der erhalten, der auch später noch mit hohen Abschlägen zum BIP beitragen kann.

Was bringt schon ein Abiturient, wenn man davon ausgehen kann, dass die Eltern ein Studium in der Zukunft nicht mehr bezahlen können.

Dafür reicht doch Realschule oder Hauptschule und wer stottert fliegt! Dafür gibt es jetzt Sprachheilschulen mit speziellen Stottererklassen, ob es dann noch zum Abitur reicht ist fraglich.

Zu meiner Schulzeit gab es das noch nicht und so mancher Stotterer und Querläufer schaffte sein Abitur und Studium.

An was lag das bloß?

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22. März 2007 14:12

Es scheint an ein Wunder zu grenzen, oder?

Wolfgang Ott (ottweil)

Bleibt die Frage, wie es dieses Land mit diesem Schulsystem beinahe aus dem Nichts von 1945 heraus technologisch, wissenschaftlich, ökonomisch und politisch überhaupt dahin bringen konnte, wo es heute doch angeblich steht, und was es für all die ausgegrenzten Immigranten so anziehend machte und für die UNO und zahllose Hilfsorganisationen weltweit so nützlich? Es scheint an ein Wunder zu grenzen, oder?

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22. März 2007 13:52

Harsche Kritik an UN-Schulbericht

Wolfgang Ott (ottweil)

Bleibt die Frage, wie es dieses Land mit diesem Schulsystem beinahe aus dem Nichts von 1945 heraus technologisch, wissenschaftlich, ökonomisch und politisch überhaupt dahin bringen konnte, wo es heute doch angeblich steht, und was es für all die ausgegrenzten Immigranten so anziehend machte und für die UNO und zahllose Hilfsorganisationen weltweit so nützlich? Es scheint an ein Wunder zu grenzen, oder?

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22. März 2007 07:08

Dreist ist nur dieser Artikel

Micha Ostermann (Mcgandolf)

Worauf zielt die Autorin ab ? Implizit stellt sie darauf ab, dass eine Person aus Costa Rica sich kein Urteil bilden kann.

Deutschland hat sicher Defizite im Schulsystem, aber auch einiges Gutes. Gut ist z.B. dass jeder jederzeit Realschule oder Abitur nachholen kann. Das kann die unselige Trennung in die Schulsysteme etwas kompensieren.

Ich denke, dass die meisten Kinder großes Potential haben - aber eben nicht in jedem Fach. Daher ist ein Globalstempel: Haupt- Real oder Gymnasium eben zu grob. Wäre es nicht besser alle in einer Gesamtschule auszubilden, mit kleineren Klassen, und unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für jedes Fach (A,B oder C Level). So kann ein Kind z.B. Mathe B, Englisch A , Sport C, Kunst A zusammenstellen. Auserdem macht es viel Sinn die Schüler so in den Unterricht einzubinden, dass bessere den schwächeren helfen.

Warum die Kultusminister so vehement an einem veralteten System anhängen ist mir völlig rätselhaft - oder eigentlich nicht. Wer gibt schon zu, dauerhaft falsch gelegen zu sein.

Schade. Chance vertan. Jetzt können die KuMi's sich garantiert nicht mehr umentscheiden ohne ihr Gesicht zu verlieren.

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21. März 2007 13:43

Der Revisor

C. Müller (Chrizz)

Es wurde schon in anderer Form gesagt: eine Analyse des deutschen Schulsystems in der benannten Zeit durchzuführen ist schlichtweg unseriös.

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21. März 2007 12:21

Chancengleichheit

Heiko Schlösser (xx5000)

Welche Chancengleichheit ist eigentlich gemeint?
Ich kann beim besten willen keine Benachteiligung für Migranten, arme und behinderte Schüler feststellen. Nur eines ist feststellbar, ein "nicht in die Schülergruppe einfügen wollen". Jeder der lernen möchte kann dies in diesem Land ohne Einschränkungen tun. Niemand bleibt von der Schulpflicht ausgeschlossen. Mann sollte auf eines hinweisen - wer lernen will kann dies auch tun. Niemand hindert ihn daran und niemand bekommt Bildung verwehrt.

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21. März 2007 11:09

Nich alles was lange währt - ist gut

Manfred Jänecke (nohero)

Ob nun das Schulsystem in Deutschland wirklich für mangelnde Chancengleichheit verantwortlich ist, kann ich nicht beurteilen. Aber das es reformiert werden muss, das ist meine feste Überzeugung. Und nicht nur ein Reförmchen, faule Kompromisse auf kleinstem Koalitionsnenner helfen da nicht. Es gab und gibt gute Lösungen in Europa in Sachen Bildung (Finnland z.B.) Und auch in der DDR war das Schulsystem so schlecht nicht. Ich rede nicht über Inhalte, die ohne Zweifel ideologisch von Partei und Staat vereinnahmt wurden. Aber das 2-gliedrige System mit der Kombination Grund/Realschule bis zur 10. Klasse und Gymnasium bis Klasse 12 ist in Ordnung, wobei die Trennung der Gymnasiasten erst ab Klasse 9 erfolgte.
Wenn ich in dem Artikel schon lese, das alle betroffenen Politiker schon wieder die Hände heben und beteuern, das in Deutschland das Bildungssystem in Ordnung ist und sich schon seit Ewigkeiten bewährt, dann kann man nur noch den Kopf schütteln und sich ernsthaft fragen: Gibt es in deutschen Amtsstuben nur noch Scheuklappen tragende Besitzstandswahrer ? Kann keiner aufstehen und sagen: Ja, wir müssen etwas unternehmen und wir setzen uns jetzt zusammen?
Armes Deutschland - wenn es wirklich so ist.

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21. März 2007 10:43

Deutsches Bildungsunwesen

Niko Akathari (NikoA)

Und wieder wird nach DEM besten Schulsystem gesucht. Bevor wir nicht begreifen, daß Bildung etwas ureigen individuelles ist und das kollektivistische Bildungswesen nicht grundlegend und weitestgehend liberalisieren und reprivatisieren, wird sich kaum etwas verbessern lassen. Wir haben ja auch keine Staatsplanwirtschaft mehr in der Wirtschaft. Mit Reformen ist hier nichts mehr zu gewinnen, da jagt seit Jahrzehnten eine die andere - logischerweise ohne jeden positiven Erfolg.
Von Unschooling über Hausunterricht bis hin zu Ganztagsschulen und Internaten sind sinnvolle Bildungsmöglichkeiten aller Art denkbar. Und neues wird sich auch noch finden. Nicht ein dreigliedriges, ein zighundertgliedriges Bildungswesen brauchen die jungen Menschen. Und vor allen Dingen erst einmal ein Ende des obrigkeitlichen anmaßenden und allzuoft auch unmenschlichen Schulzwanges, der jede vernünftige Entwicklung verhindert.

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