
Welch eine Zeitverschwendung ist es über Sexualpraktiken, Enthaltsamkeit und Beschneidung zu diskutieren - oder beabsichtigt tatsächlich jemand ein Konzept zu entwickeln, alle Männer der Welt zu beschneiden und so AIDS zu besiegen?
Ein Erfolg kann nur durch die Arbeit auf 2 Ebenen erzielt werden:
1. Behandlung bereits erkrankter Personen. Dabei ist die Berücksichtigung soz., ethn., relig. oder anderer indiv. Hintergründe unerheblich. Lediglich die Bereitstellung ausreichender Medikamente und med. Personals vor Ort ist hier von Bedeutung.
2. Bei der Prävention dagegen müssen alle gen. Aspekte berücksichtigt werden und so wird offensichtlich, daß untersch. Kulturkreise auch mit untersch. Maßnahmen begleitet werden müssen. Europ. oder amerik. Aufklärung auf afrikanische Verhältnisse zu übertragen bleibt unsinnig.
Die widrigen wirtschaftl. Verhältnisse Afrikas zwingen besonders die männliche Landbevölkerung in den Städten Arbeit zu suchen. Wenn sich Besuche der Familie nur alle 2 oder 3 Monate ergeben, bilden sich selbstverständlich „sexuelle Netzwerke“.
Wirtschl. Existenzsicherung und Bildung zu selbstverantwortlichen Bürgern müssen die Grundpfeiler einer zukünftigen Entwicklung bilden.
30 Jahre sind schon vergangen...

Meiner Meinung nach sind HIV-Infektionen größtenteils nicht auf Armut, sondern auf riskantes Sexualverhalten zurückzuführen.
Darum ein einfaches Rezept: Enthaltsamkeit vor der Ehe und Treue in der Ehe!
Jens Müller-Hopf

Circumcision and STD: http://www.cirp.org/library/disease/STD/
<br>"It is documented that circumcised adult males exhibit a greater tendency to engage in risky sexual behavior. Hooykaas and colleagues reported that circumcised men in the Netherlands engage in more risky sexual behavior and have markedly higher rates of STDs. Laumann and colleagues reported more risky sexual behavior amongst circumcised men in the United States and have higher rates of STDs. Michael et al. reported more variability in sexual behavior, less condom usage, and more STD amonst the predominantly circumcised population of the United States as compared with the predominantly non-circumcised intact males of the United Kingdom."
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<br>"Whether circumcision status plays a role in HIV risk or not, it is important to recognize that HIV can be prevented through several known very effective means, such as condom use, and limiting exposure to multiple partners. Rather than advocating circumcision, given the existing evidence, it would be appropriate to advocate better public health education, so that individuals can make appropriate decisions regarding their own sexual behavior."
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<br>Bessere Gesundheitserziehung ist genau das, was Die UN leisten will.....

In dem Zusammenhang ist auch noch unbedingt auf das Versagen der katholischen Kirche hinzuweisen. Diese besteht trotz der massiven Ausbreitung der HIV Infektionen immer noch auf dem Verbot jeglicher impfängnisverhütender Maßnahmen. Sie gibt sich weiter der Illusion hin, das Problem über Ermanung zur ehelichen Treue lösen zu können. Ich finde das einfach nur heuchlerisch, da es genug Priester mit Kindern gibt. Die Kirche sollte endlich die Realität anerkennen und den generellen Einsatz von Kondomen befürworten. In den Industriestaaten könnte dadurch auch sicher die Zahl der Abtreibungen massiv gesenkt werden. Ich glaube, es wäre sehr in Jesus Sinne, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, statt sie später durch eine Abtreibung zu beenden. Nur zu Enthaltsamkeit aufzurufen ist einfach realitätsfremd, Sex macht Spaß, und damit ist die Versuchung einfach viel zu groß. Normale Menschen sind einfach keine Heiligen.

die grundsätzlichen annahmen, die prof. chin darlegt, decken sich im vollen umfang mit berichten, die ich von freunden und kollegen gehört habe, die sich beruflich (und zwar für europäische hilfsorganisationen) jahrelang in der sub-sahara-zone (besonders dabei auch in s'afrika und namibia) aufgehalten haben. ihr eindruck war eindeutig: sämtliche versuche, die dortige bevölkerung aufzuklären, scheiterten grundsätzlich daran, dass sehr viele menschen trotz des wissens um die gefahren nicht im mindesten bereit seien, ihr riskantes sexualverhalten zu beenden. so sei es schlicht an der tagesordnung, dass die sexualkontakte (chin nennt dies richtigerweise "überlappende sexualnetzwerke") im gegenteil stets erweitert würden. obschon man die gefahren erkannt habe (oder vorgegeben habe, diese erkannt zu haben), sei von den angemahnten konsequenzen nichts zu spüren.
dennoch bleibt die frage, welche strategien zum erfolg führen könnten, weiter ungelöst. angenommen, die sexualnetzwerke bildeten den hauptgrund für die massive ausweitung der hiv-problematik: wie sollte man diese erkenntnis in tragfähige konzepte ummünzen? dass man mit der "aufklärung" grandios gescheitert ist (politisch korrekt oder nicht), steht wohl eindeutig fest.

"Zudem haben epidemiologische Studien gezeigt, dass Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, südlich der Sahara wenigstens zehn-, wenn nicht hundertmal häufiger vorkommen als in anderen Weltregionen."
Studien haben eindeutig gezeigt, daß STDs (Sexually Transmitted Diseases) das Risiko für die Übertragung von HIV stark erhöhen. Das wird einer der Hauptgründe sein für die häufige Übertragung von HIV südlich der Sahara.
Daß die männliche Beschneidung eine risikosenkende Wirkung haben soll, ist umstritten und nicht deutlich belegt (Isabelle de Vincenzi and Thierry Mertens, AIDS 1994, 8: 153-160; http://www.cirp.org/library/disease/HIV/vincenzi/).
Natürlich ist die Armut ein Hauptgrund für das risikoreiche Sexualverhalten südlich der Sahara. Sexualverhalten hat mit Bildungsniveau zu tun, Bildung mit Einkommen. Diesen Kausalzusammenhang zu leugnen, ist äußerst arrogant und ignorant zugleich.

Ich kann den Autor nur bestätigen. In einem längeren Gespräch in einem der Staaten im südlichen Afrika, mit dem einheimischen stv. Leiter eines Forschungszentrums für HIV und gleichzeitig Pfarrer, hat dieser uns ganz klar die soziologischen Hintergründe dargestellt. Parallele wechselnde Sexualpartner, und zwar Männer mit mehreren örtlich verstreut lebenden Frauen wie auch diese Frauen wiederum mit mehreren Männern bilden die Basis der Ansteckungsgefahr. Zwischen 10 und 20 Partnern im Lauf der aktiven Jahre sind keine Seltenheit. Durch die hohe Mobilität wird die Ausbreitung noch beschleunigt.
Wenn es immer öfter gelingt, bei Schwangeren die Übertragung auf das Kind zu unterbinden, wird dies zum Teil konterkariert, indem die Großmütter, wenn Frau und Kind wieder in der Großfamilie leben, aus Tradition auf dem Stillen besteht.
Es bleibt viel zu tun.

Falls die Zahlen des Autor (30 Millionen Infizierte, 2 Mill. Neuerkrankungen/Jahr und 2-3 Mill. Verstorbene Erkrankte/Jahr) gleich bleiben wäre eine Reduktion der Zahl der Infizierten von 0.5-1 Million Infizierte und Erkankte/Jahr zu erwarten. Etwas salopp formuliert wären in spätestens 60 Jahren nur noch geringe Teile der Welt-bevölkerung unmittelbar betroffen.

Sehr interessanter, nachvollziebarer Beitrag.
Aber Kondome und Beschneidung als "Schutzmaßnahmen" gegen AIDS unreflektiert gleichberechtigt nebeineinander zu stellen ist mE grob fahrlässig.
Der Autor bezieht sich wahrscheinlich auf eine Studie aus den USA, die, soweit ich mir erinnere, besagt dass durch die Entfernung der besonders gefährdeten Penis-Vorhaut bei Jungs das Ansteckungsrisiko etwas kleiner wird (Gefahr von Haarrissen sinkt).
Aber erstens ist das KEIN Vergleich zum Schutz, den Kondome (oder angepasstes Sexualverhalten) bieten und zweitens ist "Beschneidung" in diesen Regionen oft in einem ganz anderen Zusammenhang zu sehen - nämlich der grauenvollen Genitalverstümmelung von Frauen (die nebenbei gegen AIDS auch nichts hilft).

Einen so vorurteilsbehafteten Artikel habe ich selten gelesen.
Das beschnittene Männer weniger HI Viren übertragen ist ebenso Schwachsinn, wie die Amerikaner, die davon ausgehen, dass Beschneidung gegen Kinderlähmung hilft.
Da der Autor Amerikaner ist, kann man sicher auch davon ausgehen, dass er der Ansicht ist, Saddam hätte Atomwaffen gehabt, oder Agent Orange hätte helfen können einen Krieg zu gewinnen.
Beschneidung von Frauen, Sextourismus, Vergewaltigung und katastrophale medizinische und hygienische Umstände, sowie der Verzehr von HI infizierten Primaten, durch Nahrungsknappheit, tragen hier doch sicherlich deutlich mehr zum Problem bei - das wird aber nicht erwähnt.
Also mal wieder stupide rassistische Stimmungsmache nach US-Modell - eindeutig BILD-Zeitung weniger FAZ!

Beschneidung soll vor Aids schützen? Jaja, von dieser "wissenschaftlichen" Studie haben wir alle gehört. Auch von ihrer unwissenschaftlichen Methodik, die Äpfel mit Birnen verglichen hat, nämlich promiskuitive Gesellschaftsgruppen, deren Männer meist unbeschnitten waren, mit monogamen Gesellschaftsgruppen, deren Männer mehrheitlich beschnitten waren. Wenn der Autor die eklatant falschen Schlußfolgerungen hier weitergibt und auch noch zuspitzt, Beschneidung vermindere die Zahl der übertragenen Viren, dann trägt er selbst nicht unwesentlich zur Verbreitung von Aids durch ungeschützten Geschlechtsverkehr bei.

Der Autor und Kollege hat völlig recht mit seiner Einschätzung.
Aber warum nur die UN vorführen?
Auch in Deutschland unterliegt die HIV- Infektion der "political correctness" und zwar seit den 80er Jahren und Frau Süßmuth.
Obwohl eine schwerwiegende Infektionskrankheit und obwohl die Infektionswege und Risikogruppen eindeutig bekannt sind, gibt es in Deutschland keine namentliche Meldepflicht für HIV Infektionen. Die tendentiell weniger gefährliche infektiöse Gelbsucht ist dagegen im Akut - Stadium meldepflichtig. Warum wohl?

Bürgen kann ich für folgende Information nicht, da sie eine Medizinerkollegin in eher geselliger Runde zum besten gab:
In Schwarzafrika soll eine gewisse Präferenz für Geschlechtsverkehr mit erhöhtem Reibungsgefühl bestehen. Daher neigt die dortige Bevölkerung dazu, die entsprechenden Körperregionen mit Trockenpulver zu bestäuben. Daß dies das Risiko von kleinen Verletzungen, über die der HI-Virus übertragen werden kann, drastisch erhöht, bedarf keiner weiterer Erklärung.
Vielleicht hat ein mitlesender Facharzt weiterführende Kenntnisse.
Jedenfalls bestärkt der Beitrag mich darin, die UN nicht ernstzunehmen, sondern als selbstbeweihräuchernde Quasselbude einzuschätzen.