Kosovo-Gipfel in Wien: Kein Durchbruch erwartet

22. Juli 2006 Bei den in Wien laufenden Gesprächen über den nächsten Status für das Kosovo sollen am Montag erstmals die Spitzenpolitiker beider Seiten aufeinandertreffen. Aus Serbien werden Präsident Boris Tadic und Regierungschef Vojislav Kostunica erwartet. Die formal weiterhin Serbien zugehörige Provinz Kosovo wird von Übergangsregierungschef Agim Ceku sowie durch Präsident Fatmir Sejdiu vertreten. Die Erwartungen auf einen entscheidenden Fortschritt bei den unter Leitung der Vereinten Nationen geführten Verhandlungen sind jedoch äußerst gering. Beide Seiten beharren weiterhin auf ihren Maximalforderungen: Belgrad will dem Kosovo nur Autonomierechte zugestehen, die Führer der Kosovo-Albaner lehnen jede Lösung ab, die nicht die volle staatliche Unabhängigkeit von Serbien zum Ziel hat. "Wir erwarten keinen Durchbruch", sagte eine Sprecherin des UN-Chefunterhändlers für die Statusgespräche, Martti Ahtisaari. Der ehemalige finnische Präsident soll einen Lösungsvorschlag erarbeiten, über den im UN-Sicherheitsrat entschieden werden kann. tens.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23.07.2006, Nr. 29 / Seite 8

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